Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Hellenistica [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 15)
- Language
- German
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439 Die oben erwähnte, mit Fleiß und sachkundiger Kritik abweichender Meinungen durchgeführte Behandlung der Technik Phiions mündet aus in den Nachweis, daß von den zwei Büchern Phiions über die Trunkenheit das erste die zu der Schrift De plantatione geschlagenen Paragraphen 139 ff. und deren verlorenen Schluß enthielt, das zweite mit dem uns erhaltenen Buch De ebrietate identisch ist. Ich halte nicht jedes Argument für stichhaltig, aber . das Gesamtergebnis für wahrscheinlich; auf den sehr schlechten Zusammenhang zwischen den beiden Teilen der Schrift De plantatione habe ich bereits (Schriften der jüd. hell. Lit. IV 147 ff.) hingewiesen. S. 67 ff. setzt sich Adler mit Massebieaus Ansicht auseinander, nach welchem Philon De cherubim 91 ff. gegen jüdische Festfeiern polemisiere. Als einseitig gilt ihm auch Cohns Meinung, daß Philon nur an griechische Feiern denke. In Wahrheit hat Cohn in der Hauptsache zweifellos recht; daß Philon mit ,,unseren Festen“ dem Wortlaut nach diejenigen aller Menschen bezeichnet, würde er Adler zugegeben, aber festgestellt haben, daß ihm bei der Schilderung der zu einem Fest gehörigen Unsittlichkeiten § 92 tatsächlich nur die heidnischen Feste vorgeschwebt haben können. Immerhin glaube ich, daß er einer stoischen Quelle folgt, die an jeder Art Feiern Anstoß nahm, ohne sich allerdings deren Radikalismus ganz anzueignen; näheres demnächst in meinem Buche Phiions griechische und jüdische Bildung § 4B. Den Schluß des Heftchens bilden kritische und exegetische Bemerkungen zu schwierigen Philonstellen. — Wir verzeichnen hier noch kleinere Aufsätze Maximilian Adlers, die sich mit der Erklärung und Textkritik schwieriger Philonstellen befassen: Bemerkungen zu Philos Schrift Jlspl peäyz, Wiener Studien XLIII, 92 ff.; XLIV, 220 ff.; XLV, 117 ff. und 245 ff. — Zu Philo Alexandrinus, in: ’E7ztzupßcov Heinrich Swoboda dargebracht, Reichenberg 1927, 15 ff. — Ein sehrbrauchbares Hilfsmittel für die Phiionforschung hat H. Leisegang in seinem Index Philoneus1, dessen erster Band bis jetzt vorliegt, beigesteuert. Fachkreise wußten, daß die Veröffentlichung der auf Veranlassung von H. Diels begonnenen Sammlungen durch die Berliner Akademie der Wissenschaften erfolgen sollte, daß aber diesem Plan die Geldschwierigkeiten der Nachkriegszeit Hindernisse entgegenstellten, die zunächst unüberwindlich schienen. Sie sind nunmehr durch das New Yorker Institute for Religion und dessen Leiter Rabbi Stephen S. Wise aus dem Wege geräumt worden; allerdings hat sich der Verfasser leider entschließen müssen, auf die Behandlung derjenigen Wörter, die kein philosophisches Interesse beanspruchen dürfen, zu verzichten, um den Umfang des Werkes einzuschränken; über die Artikel, die aus diesem Grunde nicht veröffentlicht werden konnten, erteilt er persönlich Mitforschern jede gewünschte Auskunft. Eine weitere Schranke der Arbeit, die sich aus anderen naheliegenden Gründen schwer ver- 1 Philonis Alexandrini opera quae supersunt. Vol. VII: Indices ad Philonis Alexandrini opera, composuit loannes Leisegang. Pars I. Berlin, De Gruyter & Go., 1926, VIII und 338 S.