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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 438

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Hellenistica [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 438 (sequence 14)
Language
German
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438 2. Schon in den ersten Büchern hatte Philon gelegentlich Verse, wie 123 und 3n überschlagen. In den folgenden Schriften geschieht dies immer häufiger; die Verse selbst werden nicht immer angeführt; die Erklärung weicht sogar von der Reihenfolge der Verse ab (namentlieh S. 34 und 47). 3. Die Uebergangsformeln tragen in den späteren Büchern ein persönlicheres, weniger schematisches Gepräge (S. 22 f., 35). 4. Die Buchtitel scheinen bereits von der vierten Schrift (Quod det. pot. insid. sol.) an von Philon zu stammen (S. 35 1). Danach scheint es, daß Philon anfänglich nur die Absicht hatte, einen fortlaufenden, ziemlich knappen Genesiskommentar zu schreiben, bei der Ausarbeitung aber mehr und mehr zur Ausführlichkeit neigte und daher exegetischen Einzelschritten den Vorzug gab. Zu der ersten Beweisreihe wäre vielleicht einschränkend zu bemerken, daß die kürzeren Fassungen der Erklärungen in Leg. all. noch einen besonderen Grund haben können. Philon verzichtet im allegorischen Kommentar bekanntlich auf die Behandlung von Gen 1, wiewohl die Schrift De opificio hinreichend beweist, wieviel er darüber zu sagen hatte. Es wäre denkbar, daß er sich bei der Erläuterung von Gen 2 mit Rücksicht auf die Schrift De opificio, die bekanntlich noch dies Kapitel behandelt, oder aus andern für die völlige Uebergehung von Gen 1 maßgebenden Gründen kürzer faßt. Durch diese Einschränkung wird aber der Kern des Nachweises nicht getroffen. Insbesondere ist das immer stärkere Hervortreten der Formen E und F lehrreich; und es wäre nur zu wünschen gewesen, daß Adler seine Untersuchungen auf das gesamte allegorische Kommentarwerk ausgedehnt und auch so wichtige Beweisstücke für seine Ansicht wie die bekannte Abhandlung über den Myoz xofxzus Quis rerum divinarum heres §§ 133—229 in den Kreis der Betrachtung gezogen hätte. Erst durch diese Weiterführung der Untersuchung ließe sich erweisen, ob die Technik von dem ,,Wendepunkte“ an, den die Schrift Quod det. pot. ins. bildet (S. 67), eine weitere Ent- Wicklung zeigt. Die Tragweite der Untersuchungen Adlers über Phiions Technik möchte ich um so höher einschätzen, da aus ihnen, wie ich glaube, nicht nur für die hellenistische, sondern auch für die rabbinische Syiiagogenrede etwas zu lernen ist. Denn so gewiß Philon Anleihen bei griechischer Technik nicht scheute, so zeigt doch das Fehlen der in Griechenland obligatorischen, in allen andern Schriften Phiions (bis auf die Materialsammlung Quaestiones et solutiones) vorhandenen Einleitungen im allegorischen Kommentar, daß auch eine primitivere Technik auf ihn wirkte; diese aber kann nur die der rabbinischen Predigt gewesen sein1. Aus den ältesten Midraschim, neutestamentlichem und hellenistischem Schrifttum ein Bild von den Methoden der vormischnischen Predigt zu entwerfen, ist eine schöne Aufgabe; und Adler hat zu ihr eine dankenswerte Vorarbeit geleistet. — 1 Die Ansicht Maybaüms (Die ältesten Phasen in der Entwicklung der Predigt 1901) über das hohe Alter der halachischen Einleitungen findet heute wohl keine Verteidiger mehr.

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