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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 435

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Hellenistica [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 435 (sequence 11)
Language
German
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435 Erstlingsschrift Hans Lewys1 nur die Behandlung eines einzigen phiionischen Begriffes, aber so, daß aus der philologischen und geschichtlichen Betrachtung zweier Worte helles Licht auf Phiions geschichtliche Stellung, auf die Quellen seiner Vorstellungen wie auf seine Nachwirkung, fällt. Man fühlt sich an das talmudische Wort erinnert: ,,Hast du wenig erfaßt, so hast du erfaßt/' An mehreren Stellen redet Philon von einem ,,nüchternen (oder göttlichen) Rausch, vrjtpdho(: (3sta) juitty. Dieser Ausdruck findet sich eigentümlicher Weise nur bei ihm und bei den Kirchenvätern, die von ihm gelernt haben, also weder im jüdischen noch im rein griechischen Schrifttum. Welche Anknüpfungspunkte fand Philon für Vorstellungs- und Ausdrucksweise bei seinen Vorgängern? Und wie hat sein Begriff nachgewirkt? Zur Lösung dieser Frage erläutert L. zunächst eingehend die Phiionstellen, an denen er sich findet, und gelangt S. 40 zu folgendem Ergebnis: ,,Der Begriff bezeichnet einen mystischen Zustand, der nur durch Vereinigung des rein geistigen Elements im Menschen mit dem göttlichen Wesen erreicht werden kann. Diese Verbindung setzt eine streng asketische, nur der Erkenntnis geweihte Lebensführung (den ßtoz vr^cod) voraus .... So wird der Weintrunkenheit die göttliche Trunkenheit gegenübergestellt/' Eng verwandt ist ihm der Begriff der Freude (%apd), die abweichend von stoischer Denkweise (36,2) als Geschenk Gottes empfunden wird. Die Wurzel dieser Begriffe sieht L. nach eingehender Ablehnung der vorgetragenen und anderer naheliegenden Anschauungen in den Kreisen jener heidnischen Gnostiker, deren Gedankenwelt uns die hermetischen Schriften ahnen lassen; ihnen standen (11,75 ff.) Phiions Therapeuten besonders nahe; aber auch in den Oden Salomos begegnen deren Spuren und im Zusammenhänge mit ihnen (11,7 f.: L. 85) die Vorstellung von einem Rausch, den Gott gestiftet hat,־ der aber als ,,Rausch vom unsterblichen lebenden Wasser" nicht der Rausch der Unwissenheit ist. Denn gerade mit dem Rausch verglichen die Hermetiker gern die Unkenntnis der Masse; ,,aus dem Gegensatzpaar fieduein und vrjfpetv, mit dem in der religiösen Propagandaliteratur der Zeit yvdxnz und äyvcoaia symbolisiert wurden, formte Philon einen neuen oxymorischen Begriff, mit dem er zugleich seine Opposition gegen die fdt)7j zrjs ayucoacaz wie den mystischen Charakter der ,,v7j(pdho<; yvwatz1 bezeichnete*f (82). Genauer gesprochen: י ,,Philon hat die gnostische Vorstellung von einer jus&y zrjz äfvcoecac, die einerseits der ('ßeta) (1£37j djk jvcocrecoz, andererseits der vvj<ptz gegenübergestellt zu werden pflegte, zu einer oxymorischen Formulierung ju£3y vYj<pdkoz zusammengezogen, die in ihrer prägnanten Kürze, ihrer Anschaulichkeit, ihrem feierlichen %<poz und ihrer scharfen Polemik gegen die in der Welt der Materie Versunkenen hervorragend geeignet war, den Vollendungszustand des asketischen Mystikers während der höchsten Erkenntnis zu bezeichnen" (89). 1 Sobria ebrietas, Untersuchungen zur Geschichte der antiken Mystik, Gießen (Töpelmann) 1929 (Beihefte zur ZNW 9), 174 S.

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