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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 7 · p. Seite 432

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 7
Article
Hellenistica [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 432 (sequence 8)
Language
German
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432 Rabbinen hätten die Frage nach dem Sinn der Gebote für sündhaft gehalten1 (6, 1), bedürfen sämtlich trotz eines richtigen Kernes starker Einschränkung. Was die Aristobulfrage anlangt, so beweist der Vergleich mit Philon und der Nachweis, daß im ganzen bei Aristobul eine weniger radikale Richtung vprzuliegen scheint, sehr wenig für die Chronologie, da zu Phiions Zeit die verschiedensten Richtungen nebeneinander bestanden. In einem Buch, das ich aus dem Nachlaß des seligen Professor Leopold Cohn erwarb, finde ich folgende Notiz: ,,linden erdichteten orphischen Versen bei Aristobul (Eus. P. E. XIII 12,5) V. 33 steht &<: &?<07ע6ץ]c därasev ix fteofrev yvwfxaiai Xaßcbv xazä dtnlaxa ttsa/iov. Mit dem ufafayfe ist nicht, wie gewöhnlich angenommen wird, Moses gemeint, sondern Adam2 und dessen Testament, von dem eine Legend^ erzählt: Buch der Jubiläen (von Kainan, der eine Schrift Adams aufgefunden), Vita Adami et Euae cap. 49, Syr. Testamentum Adami. Vgl. G. Giraudet, Revue des etudes grecques, t. 24 (1911), 287—290. Also hat ,,Aristobul“ bereits diese späte Legende gekannt.“ Ferner setzt die Wendung im Sabbatfragment ,,wir gelangen zur Erkenntnis der göttlichen und menschlichen Dinge“ die bekannte Definition der Philosophie als der Wissenschaft der göttlichen und menschliehen Dinge voraus; ich habe die Stellen, an denen sie im griechischrömischen Schrifttum vorkommt, vollständig gesammelt; es sind über 30; keine führt über das erste vorchristliche Jahrhundert hinaus. Die Bedenken, die längst gegen die Entstehung dieser Schrift im zweiten vorchristlichen Jahrhundert vorgebracht worden sind, lassen sich also noch erheblich verstärken. Das Schwergewicht der Arbeit liegt auf dem Gebiete der Philonforschung. Die Meinung, daß Philon des Hebräischen nicht mächtig war, ist zwar nicht so neu wie der Verfasser annimmt (vgl. MGWJ 1910 506 f.); aber sie ist zweifellos richtig; und es ist verdienstlich, daß St. einige neue Beweise bringt und eingehend darlegt, wieviel von den Lehren Phiions wegen des Zusammenhangs mit den Etymologien von Vorgängern übernommen ist. Ebensowenig neu ist die Meinung, daß es in Alexandreia eine profane, theologischer, ja ethischer Exegese abgeneigte Exegetenschule gegeben hat. Aber ich halte diese Anschauung für unrichtig, ja,, für innerlich unmöglich; und ich muß ihr um so schärfer widersprechen, da . Boussets Gedankengänge weitgehende Zustimmung gefunden haben, und zwar noch vorbehaltlosere als bei Stein. Weder können dessen Abänderungen Boussets Anschauungen retten, noch kann seine neue Begründung sie stützen. , St. behauptet S. 27: ,,Wird die <puGtxij ä7r6doa1<; der fyfhxr] ä7c. gegenübergestellt, heißt jene die profane, diese die theologischsteht, ist längst erkannt (zuletzt Heinemann, Poseidonios’ metaphysische Schriften II 3; 11 ff.). •׳ * ־ x' Vgh dagegen J. Wohlgemuth, das jüdische Religionsgesetz in jüdischer Beleuchtung II, 30 ff. : ׳ . .. 2 Der Ausdruck scheint mir Ersatzwort für das in den daktylischen Hexaihete'ri nicht passende ׳prftev75<;. zu sein — eine dein heidnischen Hellenismus geläufige, von Juden wie Philon wegen der Uebereinstimmung mit Gen 27 gern aufgehommene Bezeichnung der Urmenschen. י . ..

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