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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 6 · p. Seite 410

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 6
Article
Erwiderung [Nachricht] / Aptowitzer, Viktor
Date
1929-01-01
Page
Seite 410 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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410 sonen Saiomo auf die Liste derer setzen wollten, die keinen Anteil am künftigen Leben haben. Auch dies ist nach Angabe des Rez. ein gnostischer Angriff, den wir auch in den Resten gnostischer Schriften noch lesen können! Als Verteidiger meines Buches steht mir das Recht zu, Einsicht in die Akten zu nehmen. So fordere ich den Rezensenten auf, die Reste der gnostischen Schriften, in denen nach seiner Angabe wir die in •meinem Buche behandelten Angriffe auf Aharon und seine Söhne, David und Salomo noch lesen können, mit Namen zu nennen und die betreffenden Texte mit Wortlaut anzuführen. Ich könnte gleich hier abbrechen und abwarten, bis Herr Marmorstein die Existenz der Reste gnostischer Schriften, auf die er sich beruft, nachgewiesen hat. Aber der Rez., der meint: ,,Die Wissenschaft des Judentums leidet an Kritiklosigkeit“ (S. 247), soll auch hierin nicht Recht behalten; daher will ich meine Kritik seiner ,,Kritik“ fortsetzen. 15. a) ״Wie sollten sich auch die angeblichen Schimpfreden und politischen Intriguen bis ins IV. Jahrhundert hinein erhalten haben? Kann Verf. uns den Weg dieser Ueberlieferung zeichnen? Nein. Die agadischen Biographien der biblischen Persönlichkeiten kümmerten sich ebensowenig um hasm. und antihasm. Parteipolitik, wie die Hasmonäer sich um die Biographien der biblischen Persönlichkeiten scherten“ (S. 245). ״Ist es möglich, eine Verbindungsbrücke zwischen R. Jehuda und den Zeitgenossen der Hasmonäer zu bauen?“ (S. 246, vergl. auch S. 245 unten). b) ״Welches Interesse hatten die Agadisten des 2. bis 4. Jahrhunderts an der hasmonäer-freundlichen oder -feindlichen Parteipolitik?“ Diese Frage wird in mehreren Variationen öfters wiederholt. (Vergl. S. 245, 246, 247 dreimal!) Auf diese Frage antworte ich in anderem Zusammenhang ausführlich. Hier genügt folgende kurze Antwort: ad a) Aus den ersten Seiten von H. L. Stracks ״Einleitung in Talmud und Midrasch“ kann der Rez. erfahren, daß das rabbinische Schrifttum Traditionsliteratur ist. ad b) Aus dem Literaturverzeichnis in Stracks ״Einleitung“ kann der Rez. erfahren, daß die Tannaiten und Amoräer nicht durchwegs Tehilimsager und Gesundbeter waren, daß sie für alle Aeußerungen des Natur- und Geisteslebens Interesse hatten: Für Naturbeobachtung, Naturwissenschaft, Mathematik, Astronomie, Astrologie, Geographie, Ethnographie, Recht und Philosophie, Poesie und dergleichen mehr. Und — horribile dictu — auch für historische Fragen. 16. In meinem Buche (S. 19—21) behandle ich folgende zwei Agadoth: A B ״Gott sprach zu,Mose, setze für mich einen Hohepriester ein. Mose fragte: ״Aus welchem Stamme soll ich ihn nehmen? Aus dem Stamme Rüben?“ Gott antwortete ihm: ״Nein! Ich will nicht vor meine Augen stellen heillose Dinge (Ps 101g), einen, der eine heillose Tat verübt hat, wie es heißt: ״und es ging Rüben und beschlief Bilha (Gen 8522)“. Mose sprach: Dann werde ich einen aus, dem Stamme Simon wählen. Da antwortete Gott: Nein! Uebertretungen zu üben hasse ich“ (Ps ibid.), ich hasse Simon wegen seiner Tat in Schittim . . . Da sagte Mose: Ich will einen aus dem Stamme Dan erwählen. Gott antwortete: Nein! Falscher Sinn soll mir fernbleiben (Ps ibid. 4), denn es heißt: und die Daniten stellten sich das Götzenbild auf (Jud 1830) . . . Mose sagte: Dann werde ich einen aus dem Stamme Joseph erwählen. Gott antwortete: Nein! Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den vertilge ich (Ps ibid. 5)... Da sprach Mose: Ich will einen aus dem Stamme Juda erwählen. Gott antwortete: Nein! Wer hochmütig und aufgeblasenen Sinnes ist, den mag ich nicht (Ps ibid. 5) ״Es sprach Gott zu Mose: Auf, setze für mich einen Hohepriester ein. Mose fragte, aus welchem Stamme? Gott antwortete aus dem Stamme Levi. Als Mose dies hörte, freute er sich sehr und sagte: Mein Stamm ist bei Gott beliebt. Gott sagte: Bei deinem Leben nur weil Aharon dein Bruder ist, wie es heißt: ״Lasse deinen Bruder Aharon zu dir herantreten (Ex 28!) . . . Aber sein Opferdienst wäre ungültig und er deshalb des Todes schuldig, wenn nicht die Namen der zwölf Stämme auf seinem Brustschild eingraviert wären, wie es heißt: ״Und

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