Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aruch ms. Breslau
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 10)
- Language
- German
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394 ihnen beschieden ward, ihrem Gotte ein Geschenk zu geben. Nach drei Tagen kommen sie alle zu ihren (daheim gebliebenen) Verwandten und küssen sie.; Sie sprechen zu ihnen: Wo seit ihr gewesen? Sie antworten und sagen ihnen: Wieviel Freuden gibt es doch im Paradies, und N. N. sitzen dort und essen und trinken; ihr seit hier nichts als im Finstern, wohl dem, der so tut wie wir! Und sofort gehen sie und werden nie mehr gesehen. Es ist anzunehmen, daß ihnen die Dämonen1 erscheinen, um mit ihnen ihren Spaß zu machen, bis sie sich alle tagtäglich verbrennen lassen. Gelobt sei Gott, der Israel aus allen Nationen erwählt hat und ihnen Verstand gegeben zu wissen, daß der Herr der Gott ist im Himmel oben und auf Erden unten, niemand sonst! So weit/' Irgend ein Glossator — ich glaube, der Kopist Jeschua Kohen selbst, dem allein diese Gelehrsamkeit zuzutrauen ist — hat in dankenswerter Weise diese etwas sonderbare Geschichte durch die Bemerkung aufzuhellen gesucht: Fast genau so eine Geschichte befindet sich in den ,,Reisen" des R. Benjamin (Tudela), gedruckt zu Basel in Deutschland in der Breisgau2 3 S. 25, 26. Bei Benjacob, Bibliographie S. 346, befindet sich richtig ,,Breisgau" (warum nicht Basiel?) 5343 1583; für Jeschua Kohen allerdings zu spät, aber der wird nur מפצות ohne Druck und Druckort geschrieben haben. ' Die Stelle befindet sich in ed. Asher 1840 auf S. 9-21., mit Bettierkung ib. II, 189, und in der Tat ist nicht nur die Sache auffallend gleich^, sondern auch im Ausdrucke gibt es viele Berührungspunkte, wie man sich leicht überzeugen kann, nur wird die Sache in ,,Reisen" nicht verdammt, sondern als eine List hingestellt, die die Pfaffen ersonnen haben, um das dortige Volk in Geldsachen zur Ehrlichkeit zu treiben. Jedenfalls haben wir es hier mit einer Sitte der Feueranbeter, also der indischen Parsen, zu tun. Von Feueranbetung steht aber in Aruch!נל nichts, wohl aber in 2נל, und dahin gehört der Zusatz von rechts wegen, wie wir auch oben gezwungen waren, eine Versetzung vorzunehmen. Und wozu der Bericht überhaupt? Lust, am Fabulieren? Gelehrttuerei? Ich glaube, der Bericht gehört in den Kreis der Eldad ha-Dani-Sagen, wo nicht nur mehrfach von עובדי אש die Rede, sondern auch davon, daß Teile vom Stamme Isachar selber den Feuerkultus und sonstige Scheußlichkeiten des Herrschervolkes mitmachen4,*zum Kreis der ,,Zehn Stämme"5, des Chasarenkönigsbriefes6 und des Priesters Johannes7, Dinge, von denen unsere Literatur voll ist, und im Zeitalter der Entdeckung Amerikas (vgl. Abr. de Balmes״ geogr. Werk!) und der Indienfahrten wird sich ein gebildeter Mann wie J. Kohen, den wir als den Verr השדים, vgl. weiter unten. 2 כארץ אשכנז בבריסגדביאה; dann noch in lat. Schrift brisgovia; das Ganze fehlt bei K. Die Namensform ist italienisch. 3 Vgl. besonders כי השדים נדמין mit הנה השטן בא בדמותו; außerdem כומרים usw. Auffallend ist עמק.גדול bei Benjamin, statt גומא. 4 Vgl. A. Epsteins Ausg. des Eldad Ha-Dani S. 23, 45, 52, 59. 6 Vgl. ״Midrasch“ der Zehn Stämme in Ozar Ha-Midraschim S. 467 ff. 6 Brief Ghasdais an den Ghazarenkönig (bei Kuzri ed. Zifroni S. 33). 7 Text ed. Neubauer in Ka-Kobez IV (1888); Ozar Midraschim S. 467 ff. Vgl. Steinschneider, Ges chichts-Literatur S. 85; Kra üs s in Luach Erez Israel 5664 'S. 107—114-'