Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Nochmals der Piut des R. Sahlal Gaon
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829959-2829965-2835648--49291-2835714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
II. Die Verse 107—157 des in Rede stehenden Piut enthalten einen Auszug aus ספל יצירה, der um so beachtenswerter ist, als er in vielen Punkten von der Fassung aller uns bekannten Ausgaben dieses merkwürdigen Buches wesentlich abweicht1. Zu all den Dunkelheiten, um deren Aufhellung der Herausgeber sich mit Eifer und Sachkenntnis bemüht, treten noch zahlreiche Schreibfehler, die Luzzatto und Davidson nur zum Teil berichtigt haben. Ist es mir, einem von der חכמה כפתרה Ausgeschlossenen, auch nicht gelungen, alle Schwierigkeiten zu beseitigen, so möchte ich doch wenigstens die Aufmerksamkeit auf sie lenken und durch meine mehr oder minder glücklichen Versuche zu einer befriedigenden Lösung die Anregung geben. V.. 107—109: מעלה שם אלהינו וניבו אשר אין לו עריכה גם חברים אשר ברא בלמ״ד בי״ת נתיבות לעולמו וכל שבו צבורים בעשר בם לגלגל רום ספירה תחלתם בכח רם בחורים Die 32 Wege des Weltentstehens sind die zehn Zahlen, von denen zunächst, und die zweiundzwanzig Buchstaben, von denen später die Rede ist. Sie sind Ausstrahlungen der ״göttlichen K r a f t“, eines von* Gott erschaffenen unvergänglichen Urstoffes, der in ihnen sich stufenweise zu den vier Elementen verdichtet, aus denen die sinnliche Welt zusammengesetzt ist. ,,Mit zehn von ihnen [schuf Gott] die Himmelskugel (לגלגל ist wie לעולמו Objekt von אשר ברא), die Höhe der Zahl (d. i. die vollkommenste, dem Schöpfer am nächsten stehende) ist ihr Anfang (die EinsalsUrgrund; der Dinge; החלתם hat hier den Doppelsinn der Spitze und des Prinzips, äpyij), mit erhabener Kraft (oder: mit der Kraft des Erhabenen) sind sie ausgezeichnet“ Vers 110—111: בעד כח אלוה כי בחירים כמו תבל וכל גבע והרים שניה היא הלא כה נטויה אשר בו נוצרו ארבע יסודות Das weibliche נטויה könnte auf שניה bezogen werden, wenn man כה an Stelle von כה lesen dürfte. Das verbietet jedoch das Silbenmaß, das hier zwei תנועות verlangt. Dieser Forderung entspricht das meistens feminine רוח, das auch dem Begriffe nach sich besser als das bald wiederkehrende כה eignet. כי בחירים scheint mir die vermeintliche Verbesserung eines unverstandenen ככחורים, dagegen כמו תבל nur ein Schreibfehler statt במו תבל. Der Sinn ist: die Zwei ist der Hauch (רוח nveofia), der durch die göttliche Kraft, aus der die vier Grundstoffe sich bildeten, wie durch Poren sich erstreckt. Der Vers spiegelt die Anschauung wieder, daß die vier aus der ״göttlichen Kraft“ hervorgegangenen Elemente aus Atomen bestehen, die von einer zweiten Emanation, dem Geist oder Lebensoäem, 1 Auch Raschi zitiert mitunter Stellen aus dem ,,Buch der Schöpfung“, die sich in keinem unserer Texte finden. So z. B. Schabbat 104a uiiter אמר ליה und Menahot 29b unter אחת בדרי.