Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus Spanien und Portugal
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 9)
- Language
- German
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374 Schwab gibt S. 371 die hebräische Grabschrift Ferdinands III. in Sevilla im Panteön der Capilla Real der Kathedrale, allerdings nicht genau, wieder (Photo u. a. bei Ehrenpreis, Das Land zwischen Orient und Okzident 150) und bemerkt, daß das Tetragramm hier, wie auch in der Synagoge del Transito als zwei’ Jod mit einem davor gesetzten rechten Winkel. (IT) geschrieben sei, so daß es einem ש ähnele, . In Wirklichkeit sind deutlich drei Jud mit einem Strich darunter (!1י) zu lesen, wie sie sich bei den Geonim (z. B. Ginzberg, Geonica II 89 ff.) finden1. Während Grätz und Schwab a. a. O. Alphons X. im Gegensatz zu seinem Vater Ferdinand als Judenfreundlich darstellen, nehmen Dubnow (Weltgesch. V 75, in der Schlüsselinschrift muß es ,,melech kol haarez“ heißen) und Ehrenpreis a. a. J. diese Eigenschaft auch für Ferdinand in Anspruch, während Kayserling (Jew. Enc. s. v. Sevilla) einen Ausweg findet. Die Inschrift auf dem Sarge, in dem Ferdinand ursprünglich beigesetzt war, lautet: בזה המקום הוא קבר המלד הגדול דון פראנדו אדון קשתילר, וטליטלה וליון וגליסיה ואשביליה וקרטבה ומורסיה וגיאן תהי נפשו בגן עדן אשר לכד führt ־wird. Außer den von Pariems, Allerneuste und bewährte Nachricht. . . . . Regensb. 1753 behandelten Regensburger Grabsteinen (bei Zunz, zur Gesch. 416 ist statt 1413 zu lesen: 1414) sind einige andere, zumeist Bruchstücke, im dortigen Ulrichsmüseum aufgestellt, deren Inschriften der gedruckte Führer z. TI. irrig wiedergibt; ich notierte: Pedahsur b. Peter Halevi 12. Nis... 567 (1307), Nr. 265, Taube bat Samuel 102 (oder 140) 1242 (1282), Doppelgrabstein: ,,das schöne Mädchen“ Lea und (Sarah?) bat Efraim, die eine an RH, die andere am 25. (?) Tischri 132 (= 1372) gest., Ester Halevi 29. Tammus 35 (= 1275), Mose b. Manoach (?) Ijar 3 (?) 1243,? Frau des m־b־sch? (= bekhor-schor?) Josef, (Nr. 254) Frommt bat Jakob aus Ulm (3121 =) 5181 (מאו״למ), vgl. Nr. 3 bei Paricius; Ester hat. Rösch (wohl falsch gelesen) Aharon באולטה; J. Mayer, Zur Geschichte der Juden in Regensburg S. 23, erwähnt noch einen Grabstein am Rathause zu Cham, einen zweiten an der Apotheke zu Kelheim einer ,,Orgia“, vgl. ,,Ogia“ (nicht Ugia, wie Zunz liest) in einer Grabschrift bei Paricius, und Grunwald in Mitt. z. jüd. Volksk. 1911 S. 120 (das Datum lautet auf einer Photographie in meinem Besitz: 5ד, אלפים וט רם der Punkt über dem ersten ט spricht für die Lesung 5009 1249) und einen an der Gartenmauer des ,,Klösterls“ in Kelheim (einer Verona; vgl. Veronica in Mitteil. a. a. O., das Datum nach Phot. חתקף לפרט 1220). Nr. 10 bei Paricius, der sog. Judenstein, ist vom Sohne dem Vater errichtet, der hier als אבא מורי bezeichnet wird. Analog wäre auch bei Schwarz, Inscrigoens 16 Abba mari ebenso zu verstehen [wie ich nachträglich sehe, so schon bei Slouschz in Reschumoth V 19] (wofür auch das anschließende תנ£בה Spricht) und nicht der bekannte Eigenname (wie als ehemaliger Besitzer eines meiner Bücher auf dem Vorsatzblatte figuriert ein Juda Abba Mari Jachja Jaisch al-Ghamdi). Auch das Kehlheimer Judenspottbild enthält die Nachbildung eines Grabsteines, auf dem das Wort אשת und zum Schluß ein שצט zu lesen ist, was vielleicht auf das Jahr 1339 hinweist, aus dem die Vorlage gestammt haben dürfte. Aus Regensburg verschleppte jüdische Grabsteine findet man noch in Straubing, Mintraching, Kleinprüfening, in der Karthause, in Regendorf und sonst. Der Jubel über die Juden’vertreibung 1519 äußert sich in verschiedenen, von Paricius zitierten und noch heut erhaltenen Hausinschriften. — Zu der ,,Judensau6‘ am Regensburger Dom, in Kehlheim u. s. w. vgl. die Bestimmung der Rechnitzer ,,Judenpolizei“ (B. Bernsteiri in Mult es Jövö 1914, S. 55 ff.), daß ähnlich, wie liederliche Frauen auf einem Esel, Juden zur Strafe für gewisse Vergehen auf einer Sau reiten mußten (״Saujud“). 1 Die 3 Jud (das mittlere höher als die beiden anderen) auch in der Synagogeninschrift aus Belmonte (a. d. J. 1297) bei Schwarz a. a. O.