Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus Spanien und Portugal
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 7)
- Language
- German
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372 Schriften des Isak Azaguri, Jaacob Eimal, Meir Pinto, Elia Elkana, Jeschua Ha־levi und der noch heut in Lissabon vertretene Familienname Ruah sind daselbst gleichfalls beachtenswert. Daßdersog.DavidsschildnebeneinemNamenbeiBaer98(Barcelona 1248, Schwab 235 verwechselt den Davidsschild mit dem Pentagramm in der dreisprachigen Grabschrift von Tortosa) nicht spezifisch jüdisch ist, daran wird man wieder im Arch. Museum zu Madrid erinnert, wo er sich, wie auf dem Nothemd des Kara Mustafa in Wien, wiederholt auf islamit. Gegenständen findet, so als Schutzzeichen an arabischem Pferdegeschirr, als Schmuck an einer muhammedanischen Degenscheide (Nr. 859), auf einem maurischen Azulejo usw. Er begegnet uns auch in einem schmiedeeisernen Fenster der Alhambra (über das auch dort ins Auge fallende Handsymbol vgl. Seyböld in ZDMG 1909 S. 360), auf der Kompaßkarte im Museo civico in Venedig (XVI.), auf einem Kupferstich, der Roger Baco darstellt, als Sowjetstern, auf der ״Pressa“ in der Abteilung der Primitiven als Symbol ehelicher Liebe [auf der Kreuzigung von Altorfer in Dresden hingegen als jüdisches Symbol gebraucht; der Bildhauer G. B. Villa, der in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf christlichen Grabmälern auf dem Campo santo in Genua alle jüdischen Symbole, auch die Menorah, selbst die hebr. 10 Gebote, anbrachte, benützt nicht den Davidsschild; die Menorah (nebst anderen Tempelgeräten) u. a. auch auf einer Kethubba im Castello Sforzense in Mailand aus Rovigo 10. Adar II 5502 1742] sowie in der erwähnten Grabschrift von Tortosa bei Schwab 235 neben dem Pentagramm [in Karthago Menorah (Delattre, Gamart 39ff., bes.40 zu beachten eine umgestürzte M.1 unter einem aufrechten Kreuz auf einer christlichen Lampe, das Urbild der bekannten Darstellungen des Sieges der Kirche über die Synagoge]. Jüdischen (?) Volksglauben fand ich im Madrider arch. Museum nur vertreten in Nr. 1050, einer dünnen Metallscheibe mit dem Tetragrammaton in der Mitte, umgeben von den Namen der vier Erzengel, im weiteren Umkreis von göttlichen Attributen, wie גדול ,קרוש ,ראש usw. — Kulturgeschichtlich bemerkenswert sind noch bei Baer: der Juden zur Last gelegte Versuch durch Zauberei einen Diebstahl aufzudecken (343 d. a. 1352); Zauber durch Garnabhaspeln und Fädenlegen (608, noch heut bei den Ostjuden); wegen übler Vorbedeutung wird eine Sozietät aufgelöst (533); einem Arzte wird das Ehrenrecht erteilt in der Synagoge an einem bestimmten Feste aus der Thora vorzulesen (571); jüdische Spielleute (414, 968); ein Jude verfertigt einen Reliquienschrein (415); Juden als Buchbinder kirchlicher u. a. Bücher (412, 848 und Baer, Studien . . . Juden in Aragonien 168); der König ernennt einen Chazan, wogegen die Gemeinde protestiert (430), Funktion des Ch. (542, 982); ein Infant erteilt, ungeachtet der Gemeindestatuten, Juden die Erlaubnis, mit Würfeln zu spielen (444, 481); Seifenmonopol für einen Juden (495); jüd. Analphabeten (1053). — Von den Juden, denen der Cid׳ in dem Koffer, der noch heut in Burgos gezeigt wird, statt seines Tafelsilbers 1 Mit der umgekehrten Lehensfackel auf griech. Denkmälern zu vergleichen. Oft findet man massive siebenarmige Leuchter in spanischen Dorf-!drehen, wie z. B. in Camareno bei Teruel.