Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus Spanien und Portugal
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 5)
- Language
- German
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…/2829132-2829959-2829965-2835647--49281-2835706- Visual Library
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370 behandelt. — In seinem 2. Bande bringt Hr. Dr. Baer, wie er mir mitteilt, Neues über den Namen Abi Zardil, urkundlich Abzaradiel, den u. a. der im Dezember 1354 in Elmardis gestorbene Möse (?) ben R. Josef ben Abi Zardil trägt, dessen Grabschrift (an derselben Stelle, aus Darrayal nach Toledo gebracht) von den Drs. Jahuda und Zelsoti gelesen wurde. Zu beachten sind die Wiederholungen: מלך ברחמיו ירחם עליו מלך ברחמיו יחמול עליו מלך ברחמיו(יתן) שלום וצל משכבו יהיה.שלום כדכתיב יבוא שלום ינוחו על משבבוחם .. In der von Schwab 360 angeführten Inschrift möchte ich nach Betrachtung des Originals statt אבישב lesen: אבשל, vgl. אבישי Schwab 262 und Abassues bei Baer 20 f. Seltenere bibl. Namen1, wie Abischai, fanden bei den spanischen Juden vielleicht deshalb Aufnähme, weil bis auf den heutigen Tag die geläufigeren auch bei den Christen sehr beliebt sind. — Zu dem Kapitel ,,Friedhof“ (Baer Index) wäre zu bemerken, daß man in Siguenza auf einem als ,,ossario de los judios“ von jeher bekannten Friedhof sowie in Deza, wo man einen Ring mit hebr. Inschrift gefunden, Leichen mit genagelten Schädeln ausgegraben hat. Prof. Obermaier (in der' Festschrift für Pater S. Schmidt 944, 946) will hierin eine Spur des prähistorischen Brauches der Leichennagelung bei den spanischen Juden erblicken. Er erinnert an die spanische Redensart ,,clavado se veas como judio“ (,,du mögest vernagelt sein wie ein Jude“). Doch scheint sich diese Wendung eher auf die von christlicher Seite soviel gerügte Verstocktheit der Juden Missions versuchen gegenüber zu beziehen. Jede Verstümmelung einer Leiche wird vom jüdischen Religionsgesetz verboten, Vielleichtliegt Leichenschändung vbr, der man z. B. durch Unkenntlichmachung des Grabes des Ascher b. Jechiel vorzubeugen suchte. So wurden 1580 in Sevilla die jüdischen Gräber geplündert. Oder Judenmörder suchten sich auf diese Weise vor der Rache ihrer Opfer zu schützen. Es darf daran erinnert werden, daß die Don Juan- Sage gerade mit Spanien verbunden und der Glaube an den ,,toten Gast“ wohl weit früher dort heimisch gewesen ist (vgl. Klapper in Jub.-Festschr. d. Breslauer Üniv. 202 u. Mitt. d. Schles. Volkskunde XXI S. 58). Jene beiden Orte fehlen auf der Karte bei Kayserling in der Jew. Encyclopediä s. v. Spain. Vidal Bonafos (Baer 97, Barcelona 1248) kann mit V. B. bei Schwab 387 (gleichfalls Barcelona) identisch sein, Mercadell (Baer 1123) mit Schwab 398, Salema (Baer, nach ihm Salomo) mit Salem (Schwab 398), Josef Bonastruc (Baer 787) mit Schwab 397, Jachja (Baer Index) mit Schwab 250, die Crespin (Baer Index) mit Schwab 302, Bonjuda de Porta (Baer 1019) mit. Henoch Sasporta bei Schwab (gleicher Ort und gleiche Zeit), ein Samuel Hallevi Abolafia, wie der Finanzminister und vermutliche Synagogenerbauer in Toledo, auch Baer 420. . Zu den ,,Graciani“ (Baer Index/ein Salomon G. 1392, Saltiel G. 1 Allerdings begegnen wir ihnen auch sonst im MA, so in Worms (nach mir frdl. zur Verfügung gestellter Aufzeichnung des Hn. S. Rothschild, Worms) : Zerujah d. a. 1048 Nr. 933, 1097 Nr. 238, Joez 1172 Nr. 915, 1219 Nr. 897, 1285 Nr. 547, Jakar 1210 Nr. 743, Abigail 1302 Nr. 201, Schlumiel 1243 Nr. 419, 1267־ Nr. 386 u. a. m.