Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus Spanien und Portugal
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 4)
- Language
- German
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369 zu tragen haben. Ich suchte Darstellungen dieser Judentracht, fand aber keine, auch nicht auf der Peinigungsszene (Holzschnitzerei, Nr. 42) im Archäologischen Museum in Madrid. Einen trichterförmigen Hut schrieb das castilianische Gemeindestatut vor (Kays, in Jhrb. f. Gesch. d. Juden IV 278). Von Darstellungen eines Ritualmordes in der Kathedrale zu Toledo und einer Hostienschändung, wie sie, nach M, Lewin, Iberia 15, an einem Pfeiler der einstigen Synagoge in Segovia zu sehen waren, habe ich nichts bemerkt. Ueber judenfeindliche Bilder im Dominikanerkloster zu Palma vgl. Kayserling im Jhrb. f. Gesch. d. J. I 97. In der Ausstellung gottesdienstlicher Gegenstände in Marburg 1928 sah man den, anscheinend besonders in Westdeutschland üblichen Judenhut als Tellerhut mit aufrecht stehendem Knopf in der Form der ehemaligen deutschen Artilleriehelme auf einem Bilde vom*Hochaltar in Schotten (mittelrhein. c. 1400 mit hebr. Buchstaben ל יי (?) ,ש יא, aus der Klosterkirche in Ilbenstadt (Juden in der Hölle, XIV. J.), aus dem Städelschen Museum in Frankfurt a. M. (,,Tod Mariae“, zwei Juden ,,lernen“), aus der Kirche zu Tausenau; ferner trägt ihn Süßkind von Trimberg in der Manessischen Handschrift, man sieht ihn in dem Aufzug römischer Juden vor Kaiser Heinrich VII. (Helmolt, Weltgeschichte, 2. Auflage), in Rothenburg ob der Tauber (XV. J.), Kremsmünster (XIV. J.), Schloß Kappenberg (Rheinland, Mitte XIV. J.) (alle drei u. a. bei Ehrenstein, Das alte Testament in der bildenden Kunst, andere Belege in der Darmstädter Haggada, Ausg. Italiener, im Rimmon, bei Liebe, D. Jud. in d. deutsch. Vergangenheit, Kohut, Gesch. d. deutschen Juden, in Mitt, z. jüd. Volksk. 1907, S. 103, auf dem Halberstädter Siegel im Jüd. Lex. Xf 1358 u.’s.). Es ist derselbe Hut, den bei Paul Lacroix, Moeurs, usages et costumes au Moyen־äge S. 19 Abb. 18 ein pflügender Bauer trägt. Andere Judenhüte im Regensburger Judensiegel, auf einem vor kurzem bloßgelegten Fresko in der Nürnberger Lorenzerkirche, in einem Fenster des Wiener Stefansdomes, in der Stiftsbibliothek zu Admont (XIV. J.), im Wallraf-Museum in Köln auf den Prophetenköpfen des Meisters Wilhelm (1370) aus der Halle des alten Rathauses, auf der ״Ver- Speisung des Osterlammes“ aus Rücklaken (in der Nürnberger Dürer- Ausst. 1928), im Mainzer Dom, in der Kirche zu Niederlahnstein (XV. J.), im Hofe der Certosa di Pavia an einem Kapitäl (ob Judenköpf?), vgl. auch Rosanes, Juden in der Türkei 174, Leon de Modena's Briefe 41, Müller-Schlosser, Pessachhaggada von Sarajevo, u. s. Nach einem Akt aus Zaragoza vom 27. Oktober 1348 (Baer 331) hat die dortige Aljama (Judengemeinde) in den letzten Tagen derart gelitten, daß kaum der fünfte Teil übriggeblieben ist. Unter den Grabschriften im ehemaligen Hospital de Sa Cruz in Toledo findet sich die eines der Opfer dieser Seuche, des Jakob b. Isak aben el Sarkasan, d. h. aus Zaragoza, wo übrigens bis heut eine Kirche (Baer 384, 388) und ein anderes Gebäude (Baer 850), die aus ehemaligen Synagogen entstanden sind, sowie das Haus des Rabbiners (u. a. Chasdai Crescas, über ihn auch Baer Index) erhalten geblieben und ein Archiv (in Holzbau!) seiner Ordnung entgegensieht. Diese vom 27. Juni 1349 datierte Inschrift wird, außer an der von Schwab zitierten Stelle, auch im Boletin de la R. A. de la Historia Bd. 57 S. 209