Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Bedeutung von "Sion"
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 4)
- Language
- German
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323 rabb.רקם דהגרא regem dehagra arab. rigm1 2 al-hagar2 ״Hermaion3 des hl. Steines'4׳ und dessen Tochterstadt el-hegr (in dieser Vokalisierung ,,geheiligter Platz"5, aber al hagar ,,der Stein"), das heutige madain Salih an der Mekkäbahn6, Selah (= ״Fels"; heute wahrscheinlich Schloß sal׳ im Wadi Müsä7)\ Nisibis im oberen Stromgebiet des Chaboras (=־ Nasibin; plur. von גצב cippus, ״Grabstein", ,,Votivstelle"8, Nesib (נציב) in Juda9; ferner Namen wie Madeba (= ,,Altar") oder das gleichbedeutende Bamotli oder die in Palästina mehrfach vorkommende Ortsbezeichnung gallim ״Steinhäufen"10 (Josuah lö59a LXX, Js 1030, FSam 2544) und den Gal ‘ed, Gen 3146. 1 רגמת kommt als Städtename in minäischen Inschriften vor. F. Hommel, Aufsätze u. Abh. S. 231. 2 So Rieh. Hartmann ZATW XXX 1910 S. 144 ff. Der Einwand von Dalman, Neue Petraforschungen S. 145 ist unberechtigt, hegr und hagar sind natürlich nicht identisch — was Hartmann auch nicht behauptet hat — wohl aber typisch orientalische wortmystische Varianten (Wortspiele, Volksdeutung) desselben sacralen Wortzeichens. Vielleicht dürfte man aber das rabb. רקם nach Anleitung der Namen der heiligen Steine von Mekka ar-rukunי l yamani und ar-rukun as £ami auf ruknn al hagar ״Pfeiler des Steines‘6 zuirückführen. 3 Ueber die heiligen Steinhaufen, zu denen jeder Vorübergehende einen Stein hinzufügt, bei den Semiten, arab. kerkur oder regem, (ragma, rigm) hebr. (Prov 26g, cf. R. Zeira Hullin 133a; R. Sim‘on b. >Ele‘azar, Tos, ‘aboda zara c. 7 (Bacher, Ag. d. bab. Amoräer, Straßburg 1878 S. 24 u. 152. Ag. d. Tann. II 429) mergemah (vgl. Edm. Doutte, Magie et Religion dans l’Afrique du Nord, Algers 1909 S. 430. Wellhausen, Reste arab. Heid. 111; Seiden, De dis Syris, Leyden 1629 S. 350—354. G. F. Moore, Enc. Bibi. 2979 g; homer. ON ״Epjjiaioo Xötyo;, Odyssee XVI 471; 0. Schräder, Enc. Rel. u. Eth. 2137): ״Wer einen schlechten Schüler unterrichtet, ist wie einer der dem Hermeshäufen am Weg einen Stein zulegt“. 4 Ortsnamen mit der Bedeutung ״Stein“ (z. B. Stein an der Donau bei Krems) sind auch außerhalb des semitischen Sprachgebietes häufig. Stephanos von Byzanz erwähnt zwei Städte namens Taßai, eine in Lydien, eine in Karien. Dazu gehört karisch und lydisch xaßa ״Fels“ (Sayce, Transact. Soc. Bibi. Archeol. IX 1893 S. 1191. IleXXa in Makedonien, Thessalien, in der syrischen Apamene und in Transjordanien gehört zu dem durch Hesych bezeugten TziXkrz, cpsXXa Xt'Ooc;. 5 Vgl. die rabbinische Gleichsetzung von Petra mit dem biblischen Rades (— Heiligtum). 6 Hartmann a. a. O. S. 145. 7 Ibid. S. 148 f. 8 Cf. Philo Bybl. FHG3 571 : 0״Y]}j1a1v3t oe . . . Naaißic xa<; ozrjka^*. Nach dem gewichtigen Zeugnis des Arabers Uranius (bei Steph. Byz. s. v. N(atßic) würde die Pluralform Nasibin auf einen hl. Steinhaufen (s. o. Z. über gallim) deuten: $3 6״ Oupemos Neotßk, or^aivzi tq <D01 vtxwv cpu>v^ XtÖoi oufxet- JlSVOl, OUJKpÖp?JTOl“. 9Zwei Wadi Nash auf der Sinaihalbinsel erwähnt Flinders Petrie, Research. S. 25 u. 243. 10 Siehe oben Anm. 3. Hierher gehört auch der in Aegypten mehrfach bezeugte, mit dem Hieroglyphen Zeichen (== Steinhaufen, in dem ein Pfahl steckt, an diesem hängt ein Lappen als Votivgabe) geschriebene Stadtname 1 wn (— jowan, ’0w?aw, J«, ,Qv) =^Dendera, Iwnw Heliopolis, hvnj Hermonthis, hmj.t — Esne (Erman, Äg. Hwb. S. 8). Das Wort ist gleich akk. ummanu (gespr. uwannu) ״ =־Haufen“, ^אמן II ״Zusammentragen“, ״sammeln“ ״ »מוןVolksmenge“ ״Haufen“ Jerem 52j5 akk. ummanu ״Haufen“, ״Horde“, wie ägypt. Iwntjiw die Barbarenhorden, -häufen der Wüste. ״ אמנותTürpfeiler“ II Kön 186 äg. 1 wn ״Säule“ ״Pfeiler“, iwn.t ״Pfeilerhalle“. 21*