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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 277

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Neue jiddische Literatur [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 277 (sequence 11)
Language
German
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277 Es ist aber verfehlt, Material zu bieten, ohne Anweisungen über die Prinzipien der Arbeit zu geben. Wir wissen nicht einmal, warum der Verf. nicht alle Ukrainismen aus Lifschütz* Wörterbüchern auf• genommen hat und warum er den Sprachschatz von Aksenfeld, Linetzki, Abramowitz (Mendele mocher Seforim), M. Lepin, Dr. Markuse, Josef Perl u. a. unberücksichtigt übergangen hat. Dr. Cvi Rothmüller1 will zu dem durch Mieses (Die jidd. Sprache, S. 231 f.) aufgezählten slowenischen Sprachgut im Jiddischen noch einiges hinzufügen. Wie schon oben erwähnt, ist es bedenklich, auf Grund bloßer Aehnlichkeit von Worten Schlüsse auf diese oder jene slawische Sprache zu ziehen. Krecmer ist im Deutschen im 14. Jhd. nachweisbar (Grimm: D. W. B. V, 2174); vire (.Lineal) stammt nicht von ravnilo, sondern ist altfranzösisch und stammt vom lat. virga2. Es findet sich schon in Raschi (Sab. 11b), im Regensburger Aruch u. 8.3 In der ,,Festschrift zum 75 jährigen Bestehen der Realschule mit Lyzeum der Isr. Religionsgemeinschaft“ Frankfurt a. M. 1928 veröffentlicht Prof. M. Schüler eine Abhandlung über die ältere profane jüdisch-deutsche Literatur (Beiträge zur Kenntnis der alten jüdischdeutschen Profanenliteratur). Er behandelt dort neun Erzählungen der älteren jidd. profanen Literatur. Wenn der Verf. auch nur eine allgemeine Uebersicht gibt — er betrachtet die Sache gleichsam horizontal, ohne genau auf jede Einzelheit einzugehen und die verschiedenen Ausgaben miteinander zu vergleichen —, hat er sich doch das Verdienst erworben, in deutscher Sprache einen solchen Ueberblick zu bieten. Es ist nur zu bedauern, daß er nicht alles, was in letzter Zeit in Jiddisch darüber geschrieben wurde, benutzt hat (er zitiert nur das Landau- Buch) und daß er einen großen Teil seiner Zitate aus der älteren jidd. Literatur mit lat. Buchstaben umschreibt und sie somit für den Philologen wertlos macht4. Der Verf. von Simchath Hanefesch Elchanan Henle Kirchhain kann sicher nicht als Frankfurter (S. 805) angesprochen werden. Wenn er auch eine kurze Zeit dort gewohnt haben soll — wofür noch Belege fehlen — stammt er jedoch aus Hessen (Kirchhein), das auch als sein ständiger Wohnort anzusehen ist6. Die Krakauer Ausgabe von Sigenot (S. 100) ist eine Transkription der deutschen Nürnberger Ausgabe (1560) in jüd. Buchstaben7. Zu S. 116 ist noch zu bemerken, daß die Breslauer jidd. Ausgabe des Euienspiegel mit der Frankfurter nicht identisch ist. Die Breslauer Ausgabe ist wahrscheinlich in den ersten Dezennien des 19. Jhd. gedruckt. Der Holzschnitt auf dem Titelblatte ist mit demjenigen, der sich auf dem letzten Blatt eines Buches aus der Druckerei Sulzbach in Breslau vom J. 1816 findet, identisch8. T. Schalit: Einsteins spezielle Relativitätstheorie (טוביה שליט איינשטיינם ספמניפלע רעלאטיודטעטם־טעאריע, Bin. 1927,8 +240 s.in 8°) 1 Slovenstina u gidovskom jeziku in 2״idov“ Nr. 37—38. Zagreb 1928 (Kroatisch). 2 I. Perles: Beiträge z. Gesch. d. hebr. und aram. Studien. München 18.84, 107. 3 Vgl. Weinreich in ,,Jiddische Philologie“. Warschau 1924, 55. 4 Es wäre nötig, die Arbeit von Stiff über die profane Literatur (דיבזריך פץ בערן) in Jidd. Philologie, Warschau 1924, 1—10, 112—122 und M. Erik ״Ueber den altjiddischen Roman und Novelle“, Warschau 1926, heranzuziehen. 5 Zitiert nach dem Sa. 6 Vgl. I. Schatzki ״Simchath Hamefesch vun Elchanan Kirchhain“ (jidd.), New York 1926, Einleitung S. 20 f. und meine Besprechung in MGWJ 1928, 553. 7 M. Erik ״Die Geschichte vun d. jidd. Literatur“ (jidd.) I, Warschau 1928, 103. 8 שירים ורבבות לוזנכת בית הכנסת החדשה אשר בגו עדת ישורון פה ק״ק קעמפבא Breslau 1816: Sulzbach. Das Buch ist jm Besitz von Herrn Dr. L. Lewin, Breslau.

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