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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 275

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Neue jiddische Literatur [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 275 (sequence 9)
Language
German
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275 doch wertvoll; da die Quellen in ihrem Wert für die Perez-Biographie methodisch gut analysiert sind. N. Stiff behandelt ein jidd. Manuskript aus der Bodleiana (Neubauer Nr. 1217) geschrieben um 1554, das 23 verschiedene Schriften enthält. Diese Hs. ist typisch dafür, wie jüdische Kopisten geschriebene Handbibliotheken für ihre Patroninnen zusammengestellt haben. Er veröffentlicht aus derselben Handschrift Elia Levitas Pamphlet ,,Hamawdir*. M. Weinreich veröffentlicht ein jidd. Lied vom J. 1666 über Sabbatai Zewi1 * * * *. Dieses Lied gehört zu der Serie historischer Lieder, die im 17. Jhd. bei Juden so verbreitet waren und malt in schlichten Worten die Hoffnungen, die das Volk an Sabbatai Zewi geknüpft hat. M. Weinger macht einen Querschnitt durch die jüdischen Mundarten und behandelt deren Eigentümlichkeiten. Von Materialien sind dort veröffentlicht: Auszüge aus Responsen, die auf die sozialen Streitigkeiten in den jüdischen Gemeinden im 16. und 17. Jhd. Bezug nehmen, Urkunden aus dem Archiv der Minsker jüd. Gemeinde u. a. Den Responsen ist eine jidd. Ueber- Setzung beigegeben. Diese Veröffentlichung ist ein Teil einer großen Sammlung von Responsen aus dem 16.—17. Jhd., die die historische Sektion des Jidd. Katheders zur Herausgabe vorbereitet. Anläßlich des 50 jährigen Jubiläums des Goldfaden-Theaters gab das Jidd. Katheder-Minsk einen Beitrag zur Goldfaden-Biographie heraus (אויסלענדער־־או. פינקעל: א גלדפאדק, מאטפריאלן פאר א כיאגראפיע. Minsk 1926, 104 S.). Zu diesem Beitrag haben die Verf. das Pressematerial jener Zeit als Quelle gut ausgenutzt. In der Instruktion zur Sammlung sprachlichen Materials für das akademische Wörterbuch (מ. ררייכגער, קלייבט מאטפריאלן פארן יידישן אקאדעמישן ווערפזערבוך, Minsk 1926) vermissen wir eine Anweisung, die spezifischen Ausdrücke der Cheder-Sprache zu sammeln. Im Entwurf für eine juridische Terminologie (יורידישפ טפרמינאלאגיע. פראיעקט Minsk 1926), die in jidd., russ. und weißruss. Sprache zusammengestellt ist, zeigen die Verf. eine übermäßige Beeinflussung der russ. Gerichtssprache (Kontragent statt Kontrahent; im Russ. fehlt nämlich der h-Laut, was für das Jiddische nicht zutrifft). Auch haben sie die im Jidd. schon eingebürgerten hebr., slawischen u. a. Elemente (כח הרשאה Vollmacht, אפוטרופוס Vormund, povestka gerichtliche Vorladung) nicht genügend berücksichtigt. In der Terminologie für Mathematik (מאטפמאטישפ טפרמינאלאגיפ. פראיעקט, Minsk 1926) haben 1 In der Ausgabe in deutscher Umschreibung,’ Breslau 1670 (Vgl. Brann in M. G. W. J. 1881, 544) fehlt die Wiedergabe des jiddischen Titelblattes, dagegen ist bei der Einleitung die Ueberschrift hinzugefügt: ,,Ein schin Nei Lid von Maschiach“. Für die Vermutung Weinreichs (M. Weinreich ״Bilder vun der 'jidd. Literaturgeschichte, Wilno 1928 S. 232), daß es 2 Ausgaben vom J. 1666 gibt, werden auch die kleinen Ahweichungen einzelner Worte im umschriebenem deutschen Text als Beweis dienen können. צלילות ln Strophe. 4 wir.d in der Breslauer Ausgabe mit ,,Gespött‘6 übersetzt. Dieses Wort hängt sicher mit חרכה ואיטלולה (Erub. 68b) zusammen, daß noch jetzt im Jiddischen gebräuchlich ist und chich9 tlil9 (tlifos) ausgesprochen wird. Es geht auf das aram. 8-טלילcherzen, eigentlich sich im Scnatten belustigen, zurück. צלילות wird nur die hebr. Form ^־Schatten, צלל) dieses Wortes sein. (Vgl. Levy, Neuhebr. u. chald. Wörterbuch I 60, II 161; Ben Jehuda מלון הלשון העברית I!68). 18*

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