Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neue jiddische Literatur [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 7)
- Language
- German
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273 אנקעטעם, העפט 1, ימים טובים, wilno 1928,20 s.). Voran geht eine instruktion für die Sammler.ethnographischen Materials. Diese Umfrage ist schon an sich ein Programm für einen Folkloristen. Es wäre noch nachzutragen: Zu Purim’: 1. die Aufschriften in den Bethäusern am Adar (משנכנס »דר מרבים בשמחה; man malt dabei eine Weinflasche oder ein Bierfaß), 2. die 8 malige Vorlesung der Megilla in einigen Orten (z. B. in Izbica, Lubliner Kreis, Polen) und die Begründung dafür (alte Festungsstadt u. ä.)• Zu Pessach: der Name Schabes gele mazes (שבח גאולה מצות) für den ersten Sonnabend nach Pessach. Zum 9. Ab: 1. der Glaube, daß des Nachts der Himmel gespalten wird und die in diesem Augenblick geäußerten Wünsche erfüllt werden; die verschiedenen Erzählungen, die damit verbunden sind. 2. Der Brauch, am 9. Ab den Friedhof zu besuchen und dort Knoblauch zu streuen. Zu Jom Kipur: Das Schließen der Frauenabteilung in der Synagoge am Abend des Kol-Nidre und die Begründung dafür. Zu הושענא רבה: Der Aberglaube, daß man im gleichen Jahre stirbt, wenn man in dieser *Nacht seinen eigenen Schatten nicht sieht bzw. wenn dem Schatten der Kopf fehlt. Zu S. 20: Andere Fasttage der Chewra Kadischa (ל. Adar u. a.). Eine andere Umfrage behandelt den Genus der Substantiva im jiddischen (1 ליננוויפטישע אנקעטנים, מין פון סובפטאנטייוו,. העפט, wilno 1928). Dort sind 237 Worte aufgezählt, deren Genus zweifelhaft ist. Eine ähnliche Umfrage, den Genus betreffend, hat das Jiddische Katheder an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften1, Kiev herausgegeben (אנקעטע וועגן גראמאטישן מין פון זאכווערטער, Kiev 1928). Diese Umfrage enthält 305 Worte. Das Jiddische Ka~ theder hat mit der Herausgabe einer zweimonatlichen Zeitschrift für angewandte jidd. Philologie begonnen (די יידישע שפראך Nr. 1/12, März 1927 — Oktober 1928, Kiev). In dem Vorworte zur ersten Nummer erklärt die Redaktion, daß diese Zeitschrift nicht exakt wissenschaftlich sein will. (Wissenschaftlichen Zwecken sollen die Schriften, die das Katheder herausgibt, dienen.) Man will sich hier mehr praktisch als theoretisch mit der Sprache beschäftigen. Seit der Nachkriegszeit tritt man mit neuen Forderungen an die jidd. Kultursprache in Rußland heran. Sie umfaßt jetzt neue Gebiete (politische, ökonomische u. ä.) und neue Menschen aus anderen. Sprachgebieten. ' So sucht man die dadurch gefährdete Einheit und Reinheit der Sprache zu wahren. Der wissenschaftliche Apparat wird hier weggelassen, um dem Nichtfachmann — für diesen ist doch die Zeitschrift bestimmt — den Einblick nicht zu erschweren. Es werden grammatische Fragen, hauptsächlich syntaktische und stilistische behandelt; Neuerscheinungen sprachlich kontrolliert und jidd. Litexaturwerke sprachlich analysiert. Die Nr. 7 (1927) beschäftigt sich mit der Sprache des Mendele mocher Seforim (Sch. J. Abramowitz) anläßlich seines 10. Jahrzeittages. Orthographische Fragen sind das Thema der Doppelnummer 8/9 (1928), die als Sondernummer zur jüd. Kulturtagung in Rußland erschienen ist. N. Stiff ist dort mit einer Abhandlung über die historische Entwicklung der jidd. Orthographie vertreten. Leider beginnt er erst mit Böschensteins בשם ארבע אותיות (Augsburg 1514) und mit ספר מדות (isny 1542), in denen orthographische Regeln formuliert sind. Er hätte auch ältere und jüngere Responsen und halachische Werke über Namen 1 Ueber die Tätigkeit dieses Katheders informiert das Bulletin (ביולעטען) Nr. 1, Kiev 1928. Monatsschrift, 73. Jahrgang. 18