Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Neue jiddische Literatur [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 4)
- Language
- German
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270!ד«נד לוערקש ליידי. Dr. L. Landau hat den seltenen Text der jidd. Prosafassung der Artuslegende (Frankfurt a. Oder 1789) abgedruckt und meint, der Verfasser sei kein Jude1 2. Dr. S. Weißenberg veröffentlicht eine Sammlung Spitznamen der Juden, Sch. Lehmann eine Sammlung Liebeslieder der Gauner und Sch. Rubinstein eine Sammlung Sprichwörter. Von Wert ist die Arbeit von L. Taglicht über die jidd. geographischen Namen der Orte in der Tschechoslowakei und im Burgenland, obwohl er Angaben über Ort und Zeit, wo diese Namen belegt sind, nicht anführt und ein Teil davon an anderer Stelle3 bereits veröffentlicht ist. Die neueste jidd. Literatur ist durch eine Abhandlung N. Meiseis über die persönliche!) Beziehungen zwischen Perez und Schalom-Aleichem vertreten. Der 2. Band , ,Philolog. Schriften“ (Wilno 1928, 6 + 516 + XXVII Sp. Inhaltsangabe auch englisch) ist anläßlich des 10. Jahrzeittages von Ber Borochov dessen Andenken gewidmet. B. Wachstein veröffentlicht 39 Briefe des Welwele Zbarzer (Wolf Ehrenkranz), die zu seiner Biographie wichtige Daten beitragen. Sch. Ginzburgs Arbeit über Israel Aksenfeld beruht auf Archivmaterial und schildert dessen Kampf mit den jüdischen Druckereien in Zitomir und Wilno, die die Drucklegung seiner Werke abgelehnt hatten. N. Stiff behandelt den Josiphon (Zürich 1546), die Konstanzer jiddische Pentateuchübersetzung (1544) und ,,Sefer ha ,Jirah“ (Zürich 1546) und weist zum ersten Male nach, daß Michal Adam der Verf. der 3 Werke ist4. J. Zinberg behandelt den Kampf um das Jiddische in der älteren jüdischen Literatur. Das von Prof. 1 Dr. Lewin, MGWJ 1928, I6f. will dieses Büchlein als Fürther Druck ansehen. Doch sind die sprachlichen Folgerungen, die erdort zieht, bedenklich, a für mhd. ei (rafen — reifen) war bei den deutschen Juden nicht nur in der Gegend von Fürth gebräuchlich (Mieses, Die jidd. Sprache, Bin.-Wien 1924, 82), auch in Polen war diese Aussprache üblich (ים של שלמה Traktat Gittin, Bin. 1771, 84b) und ist noch jetzt im Jiddischen in Ungarn und Böhmen herrschend (M. z. j. V, 1899, 138). Auch im Schlesischen ist das ei ך> sl bekannt (Waniek, G., Zum Vokaiismus der Schles. Ma., Bielitz 1880, 47). Klecken — ausreichen ist mhd. (Lexer: Mhd. Taschenwörterbuch, S. 126) und ist im jidd. Sprachgebrauch überall bekannt. Das Verwandeln der Media za Tenuis (b כ> P> d כ> t) findet sich sowohl im Altwie im Neujiddischen. Schon Levita im Tischbi schreibt־pischof (Bischof), trachen (Drachen) und ähnl. T für d finden wir auch viel im Mhd. und frühnhd. (Mieses, ib. 66, 69). Wenn dies auch auf bajuvarischen Einfluß zurückzuführen ist, ist es trotzdem überall im Sprachgebrauch bekannt und man kann daraus nicht auf das bayrisch-fränkische Sprachgebiet schließen. Ebenso ist die Schreibung ש für s (dasch. =־ dass ידאשדש wasch was וואש) im älteren. Jiddisch überhaupt gebräuchlich. ש bezeichnete nicht nur den I-Laut, sondern auch den s-($s)Laut. ס ist selten gebräuchlich (vgl. ,,Jidd. Philologie16 S. 95; Stiff in ,,Die jidd. Sprache“, Kiev 1928, Nr. 8—9, 36). P. Helicz in seinem ,,Elemental. . .“, Hundsfeld 1543, kennt auch diese Regel. Auch in einer Sammlung jidd. Privatbriefe aus Krakau vom J. 1588, die der Schreiber dieser Zeilen zum Druck vorbereitet, findet man die Schreibung דש ,דאש ,ווש ,וראש. 2 Vgl. jedoch Schüler, Beiträge zur Kenntnis ... in der ,,Festschrift zum 75 jähr. Bestehen der Realschule mit Lyzeum der Isr. Religionsgem.“, Frankfurt a. M. 1928, S. 97. 3 M. Grunwald, Ein Beitrag zur Bezeichnung der Ortsnamen in Böhmen und Mähren bei den jüd. Schriftstellern. Jüdisches Zentralblatt 1888. 4 Die Identität von חיי עולם njit ס' היראה hat schon A. Loewenthal festgestellt. (Festschrift zum achtzigsten Geburtstage .von W. Feilchenfeld, Pieschen—Schrimm 1907, S. 70).