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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 5 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 5
Article
Zu Deuteronomium 6, 4
Date
1929-01-01
Page
Seite 265 (sequence 3)
Language
German
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265 So wurde der Gott des Himmels und der Erde, heidnischen Göttern gleichgestellt, wurde der Vater aller Menschen auf die Stufe eines Sterblichen herabgedrückt und dazu beigetragen, daß das Wesen des heiligen Weltengotts mit heidnischen Elementen versetzt wurde. So kann man Adolf Deissmanns Worten: ״Das Köpioc der Alexandriner . . . ist eine materiale Hellenisierung des semitischen Mono־־ theismus“1 bis auf das Wort ״semitischen“ beipflichten. Denn dieses auch in der Ueberschrift befindliche Wort des um die Er-־ forschung der Sprache der Septuaginta hochverdienten Gelehrten ist ebensowenig zutreffend wie der Satz: ״An dem Eigennamen (Jehovah) haftet der Semitismus“2. Wie es hier hätte heißen müssen: An dem Eigennamen haftet die Auffassung des Wesens der Gottheit, so dort: Die Hellenisierung. des ethischen Monotheismus. Ferner haben die alexandrinischen Uebersetzer in dem Satze des Deuteronomiums אלד!ינר und אחל nicht als Prädikatsnomina, sondern als Attribute angesehen, wie sie umgekehrt im ersten Satze des Zehnworts (Exod 202), der bei ihnen lautet: ,Eycu elpt Köpior 6 deck ffou —, Köpioq als Prädikationsnomen •und nicht als Apposition auf gef aßt haben. Der Septuaginta sind wie die Itala die Vulgata mit Audi Israelr Dominus deus noster, Dominus unus est und mit Lgo sum Dominus Deus tuus und Luther mit: §öre 3frael, ber §(£9191, xmfer ©oft, tft ein einiget: §<£9191 und: 3$ bin ber §(£9t91, bein ©oft gefolgt, ferner die Uebersetzung des Italieners Giovanni Diodati (vom Jahre 1607} mit: Ascolta, Israele, 11 Signore Iddio nostro (e) Vunico Signore und mit: 10 (sono) il Signore Iddio tuo sowie die Authorised Version of the Bible (von 1611) mit: Hearf 0 Israel: The LORD our God (is} one LORD und mit: I (am) the LORD thy God. Andere wie der Spanier Cypriano de Valexa in Los sacros libros de viejo y nuevo Testamento (1602), Johann David Michaelis in der Deutschen Uebersetzung des Alten Testaments mit Anmerkungen für Ungelernte (1769—81), der hochfürstlich kemptische Hofkaplan Dominikus von Brentano in der Heiligen Schrift des Alten Testaments (1797—1801 und W. M. Leberecht de Wette in den verschiedenen Auflagen der ״Heiligen Schrift des Alten und Neuen Testaments“ (1809 usf.) folgen in richtigem Gefühl nicht der Uebertragung der Septuaginta, sondern behalten das Tetragramm bei, und zwar in der Form Jehova. In syntaktischer Hinsicht aber geben sie den Satz des Deuteronomiums (außer de Wette, bei dem er lautet: Höre, Israel! 1 Die Hellenisierung des semitischen Monotheismus (Neue Jahrbücher für das klassische Altertum Jahrgang 1903), S. 14ל. 2 Ebd.

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