Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neue Forschungen über die Beziehungen Israels zu Ägypten [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 4)
- Language
- German
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238 ארץ gebraucht ist (und dies ist gar nicht selten der Fall), ist dieses Wort stets in der Einzahl genannt, also in einer dem ägyptischen Worte £3 ,,Land“ und nicht der Dualform t3.wj entsprechenden hebräischen Weise. Auch halte ich nicht für so sicher, daß das Wort 1 ,מצריםwiewohl es an eine Dualform erinnert, auch wirklich einen Dual zum Ausdrucke bringt. Wir haben j a sowohl im Hebräischen wie auch im Aegyptischen Ausdrücke, die — wiewohl sie in Dualform auftreten — nichts mit dem Dual zu tun haben; so drückt das Wort צהרים (Gen 4316 u. 25) gewiß keinen Dual aus, und ebensowenig tut dies das Wort ערבים (vgl. hierüber ZDMG 68, 677 ff.), genau so wie die Wörter der Abend, der Morgen, dunkel — wie dies bereits Er man (Aegypt. Gram. III. Aufl. § 198) hervorgehoben hat) — nichts mit dem Dual zu tun haben. Aber gesetzt den Fall, daß מצרים wirklich einen Dual ausdrückt u. zw. vom Worte מצר, so muß dies noch nicht auf die durch das ägypt. Wort U.wj bezeichneten Teile Oberu. Unterägypten bezughaben. Aegypten ist bekanntlich ein von Süden nach Norden sich erstreckender, vom Nil durchschnittener, schmaler Landstreifen, der beiderseits — sowohl im Osten wie im Westen von Wüstenland begrenzt wird: im Osten von der arabischen Bergkette, im Westen von der lybischen Wüste. Es ist dadurch das schmälste Land der Welt; daher auch sein Name מצר. Und weil dieses von der Natur so eingeengte Land durch den Nil seiner ganzen Länge nach in zwei Teile zerschnitten wird, von denen jeder מצר ist, wurde für das ganze Land der Name מצרים. Daß dem so sein mag, beweist der Umstand, daß dort, wo von einem Aegypter die Rede ist, dieser als איש מצרי (so Gen 39!, Ex 2U) oder als המצר״י (Gen 392,5, Ex 214), weiblich als מצרית (Gen 16!, 3, 219), im Plural als מצרים (Gen 1212,14) und weiblich מצךי1ת (Ex 119) bezeichnet wird, d. h. als ein dem Lande מצר angehöriger. Höchst beachtenswert sind dagegen die übrigen im zweiten Kapitel vorgetragenen Teile, sowohl in sprachlicher als in kulturgeschichtlicher Beziehung. Insbesondere gilt dies für'אב itf als Priestertitel für hohe Beamte und auch Veziere, dann die Bemerkungen von האיש in der Josephsgeschichte, ferner die Interpretierung des Namens צפנת פענח, die mich um so mehr interessiert hat, als ich bereits vor etwa 22 Jahren (siehe ZDMG Bd. 61, 625 ff.) mich mit derselben Frage beschäftigt habe und zu einem Resultate gelangt bin, mit dem sich die vom Verfasser gegebene Deutung ziemlich deckt. Ich kam dort zu folgendem Resultate (S. 627, Z. 8 v. u. bis 628, Z. 8): ״Es ist also: צפנת äfs nts ,,Ernähr er des Landes“, ein Name, der mit der in Genesis 41 entworfenen Erzählung in vollkommener Uebereinstimmung ist, und dies um so mehr, als Joseph auch im hebr. Bibeltexte diesen Namen führt (Gen 426):ויוסף הוא השליט על הארץ הוא המשכיר לכל עם הארץ d. i. ,,Joseph war der Herrscher über das Land, er war der Ern ä h re r allem Volke des Landes“. Was den 2. Teil des Namens d. i. פענח