Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Neue Forschungen über die Beziehungen Israels zu Ägypten [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 2)
- Language
- German
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236 II. Aus der vorägyptischen Epoche im Pentateuch.:. D'i'e Sagen der Vorzeit in der Genesis. Diesen geht ein ״Zur Einleitung“ betiteltes Begleitwort voran, in dem der Verfasser den Werdegang schildert, auf dem seiner Ansicht nach die Sprache des Pentateuch sich entwickelt haben mag. In der langen Zeit ihrer Unterdrückung und Knechtung in Aegypten ״können die Hebräer unmöglich den Einwirkungen der ägyptischen Kultur und des ägyptischen Lebens entgangen sein, sondern müssen sich vielmehr schon von Anfang an trotz ihrer Abgesondertheit an ägyptische Verhältnisse und Sitten angepaßt haben“ (so S. XXVII). Und damit hat der Verfasser sozusagen den Nagel auf den Kopf getroffen, indem wir nicht nur im Sprachgebiet auf zahlreiche Aegyptizismen stoßen, sondern auch in anderen Kulturkreisen Elemente finden, die auf Aegypten zurückführen. Insbesondere gilt dies von den kalendarischen Einrichtungen in der auf den Exodus folgenden Zeitperiode. Und eine ganze Reihe kalendarischer Elemente ließe sich anführen, die Israel während seines ägyptischen Aufenthaltes von den Aegyptern übernommen hat und die zum Teile noch heute im Kalender der Juden fortleben1. Damit soll allerdings nicht gesagt sein, daß wir dem Verfasser auch in allen Punkten Gefolge leisten können. So will z. B. unser Verfasser (S. 15) in der Redewendung לאלניהם למלך מצרים (Gen 40!) oder in der auf Joseph bezugnehmenden Form האיעז אלני הארץ (Gen 4230 33) oder i*1 dem אלביך (Gen 448), also in dem Gebrauch der Pluralform ägyptische Redensarten sehen, als ob wir nicht noch heutzutage ähnliche Wendungen gebrauchen würden, z. B. Eure Majestät, Eure kgl. Hoheit, Euer Wohlgeboren usw. In dem üblichen hebr. Gebete für den gekrönten Landesherrn wird die Formel gebraucht: אלנינו המלך m וינשיא למפלה, also die gleiche Pluralform wie in Gen 40!. Dem Verfasser des höchst beachtenswerten Buches ist auch ״die ungewöhnlich häufige Wiederholung von בעאלהים der Josepherzählung sehr auffallend, besonders in den Unterhaltungen Josephs mit Pharao sowie, mit seinen Brüdern“. Er sieht in אלהים das ägyptische ntr.w (= Götter); und die häufige Hervorhebung dieses Wortes, eine Ergebenheit den Göttern gegenüber, wäre eine ״Beteuerung der Treue und Unterwürfigkeit dem König gegenüber“, der ja selbst ein. ״ntr Gott“ war. Dies wäre gerechtfertigt, wenn dies nur in den Unterhaltungen Josephs mit Pharao der Fall gewesen wäre und auch mit seinen Brüdern, so lange er sich diesen noch nicht zu erkennen gab. Wir finden jedoch dieselbe Redewendung auch dann noch, nachdem sich Joseph seinen Brüdern bereits zu erkennen gegeben hatte (so: Gen 45s, 7, 8, 9). Ja, noch im darauffolgenden Kapitel 46, in dem die Abreise Jakobs nach Aegypten und das Erscheinen Gottes במראת הל[לה geschildert wird (46!, 2, 3), ist es אללוים, oder der Status constructus dieses Wortes, das hier im Vordergrund der Erzählung auftritt: 1 Vgl. Zeitschr. d. Deutsch. Morg. Ges., 62. Bd., 61 ff. — Oriental. Literaturzeitung, 14. Jahrg., Sp. 145 ff. — Paul Haupt, Anniversary Volume, Leipz. 1926, 4ל ff. — Handhuch der jtid. Chronologie, Leipz. 1916, 28 ff.