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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 223

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Die mandäische Religion und das Judentum
Date
1929-01-01
Page
Seite 223 (sequence 13)
Language
German
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22* und Sitil (= bibl. Set vgl. Ginzä 109, 141) zusammen genannt.. Enö§ Uthra begibt sich ,,in körperlicher Gestalt“ ,,mit der Kraft, des hohen Lichtkönigs“ ,,nach Jerusalem (=Palestina), mit einem. Gewände von Wasserwolken bekleidet.“ ,,Er geht und kommt in den Jahren des Paltus (= Pilatus), des Königs der Welt“ (Ginzä S. 29 f., 48,5, 341,19 ff.). Auch der mand. Heiland Mandä d Haije, der zur Jordantaufe des Johannes kommt (Ginzä 190 ■ff.,. 144,30 ff., 145,23 ff.) ist ,,ein Abklatsch Jesu in mandäischen Farben.“ Ebenso wie Christus ,,der Anfang und das Ende ist“ (Off. Joh 18)״ heißt es von Mandä d Haije: ,,Du bist der erste, du bist der letzte“1. Daß offenbar Züge der Gestalt Jesu auf den mandäischen Erlöser übergegangen sind, beweisen folgende Beispiele. Gemäß der in der Zeit von 100 v. Chr. bis 100 n. Chr. entstandenen Apokalypse des Elias c. 33 tut der Antichrist dieselben Wunder wie der Messias: ,,Er macht die Lahmen gehen, die Stummen reden, die Blinden macht er sehend, rein die Aussätzigen, er heilt die Kranken.“ Solche Wunder verrichtet nach Matth 115, Luk 722, Test. Adam 32,. Christus. Diese Vorstellung geht also auf eine ältere jüdische Ueberlieferung zurück, die eine Erweiterung des Prophetenwortes Jes- 355 f. darstellt2; Aehnlich heißt es nun im 1. und 2. Buche der Ginzä von Enös Uthrä: ״Er heilt die Kranken, macht die Blinden sehend, reinigt die Aussätzigen, richtet die Verkrüppelten, auf dem Boden Kriechenden auf, daß sie gehen können, macht die Taubstummen redend und belebt die Toten“ (vgl. auch Joh. S. 243)3.. Wenn Eno§ Uthrä (Joh 242) spricht: ,,Ich verwüste und baue wieder auf, ich zerstöre und gründe wieder meinen Palast (= Tempel)“, so weisen diese Worte des mandäischen Heilands ebenfalls auf jüdisch-christlichen Ursprung hin4, vgl. Jer. T. Beräk II, 4 Fol. 5a, Ekä Rabbä c. 1,16, wo von dem Messias Menahem Ben Hiskia erzählt wird, daß um ,,seinetwillen“ der Tempel zerstört und wieder aufgebaut werden sollte; ferner Mark 1458: ,,Ich will den Tempel, der mit Händen gemacht ist abbrechen und in drei Tagen einen anderen bauen, der nicht mit Händen gemacht ist.“ Dem jüdischen Messias ureigen ist die mandäische Vorstellung, daß vom falschen Heiland Christus Feuerglanz ausgeht und daß er mit Feuer bekleidet ist (Ginzä S. 29). So heißt es Pesiqtä Rabbäti P. 37: ״Das Kleid, das Gott dem Messias unserer Gerechtigkeit anlegt, verbreitet einen Glanz von einem Ende der Welt bis zum anderen.“ Messias heißt daher ״der Lichtvolle“ (Beresit R. P. 1, Ekä Rabbä zu c. 1,16). Wajjiqrä R. P. 31 spricht von dem ״Lichtantlitz des Königs Messias“, vgl. auch Bere§. R. P. 85: אורו של מלך המשיח. Das feurige Licht des Messias blendet den Satan (Pesiqtä R. P. 36, Jalqut Jes. c. 60, Midr. Semuel P. 29). Messias hat eben am göttlichen Lichtglanz teil (Test; Levi 18). 1 Lidzbarski, Mand. Lit, 130. 2 Vgl. J. Behm a. a. O. 25, Scheftelowitz, Altpers. Rel. 209. 3 Die Annahme Reitzensteins, Das mandäische Buch des Herrn der Größe, daß das Neue Test, diese Vorstellung aus der mandäischen Quelle geschöpft habe, hat bereits Lidzbarski, Ginzä XII, zurückgewiesen; vgl. auch J. Behm a. a. O-, S. 25, G. Giemen, Relionsgesch. Erkl., S. 45. 4 Reitzensteins Vermutung, daß im Mandäismus die Urgestalt dieses Zitats vorliegt, woraus das Christentum geschöpft habe, ist von mir in Ztschr. f. Missionskunde u. Religionswiss. 1927; 288 f. widerlegt worden;

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