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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 222

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Die mandäische Religion und das Judentum
Date
1929-01-01
Page
Seite 222 (sequence 12)
Language
German
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222 dem 4. Jhdt. n. Chr. beweisen, daß jene die hebr. Buchstaben ב (= b) und פ (= p) spirantisch, d. h. als w bezw. f ausgesprochen haben (vergl. P. Kahle, Masoreten des Westens 48 f.). Das am Schlüsse einer Silbe stehende w war in der Aussprache kaum von f zu unterscheiden, weshalb die Mandäer ein solches w als f Wiedergaben (vergl. Jäqif, Saftä). Für Ham den Sohn Noahs wird Jam und für den Messiasname צמנואל wird Emunel (Ginzä 29) überliefert. Der Ort Rämä, in welchem Samuel wirkte, ist irrtümlich als ein gelehrter Rabbi aufgefaßt worden (Joh. S. 81). Ebenso haben sie die jüdische Vorstellung, gemäß welcher am Jüngsten Gericht den Seligen eine Mahlzeit aus dem Fleisch des geschlachteten Leviatan vorgesetzt wird1, mißverstanden, indem sie glaubten, daß dem Judengott nebst seinem Anhang und dem Leviatan am Ende der Tage eine Mahlzeit bereit stehe (Ginzä S. 234). Schon der Abriß der in 4 Perioden eingeteilten Weltgeschichte2, den A von Adam bis zum Erscheinen Christi gibt, zeigt, daß A keine richtigen Kenntnisse von dem Inhalt der Bibel hat. Die Mandäer haben, nachdem sie vom Judenchristentum abgefallen waren und die sämtlichen Schriften der judenchristlichen Kreise sowie das Ritual der Beschneidung (Ginzä 25) als sündhaft gebrandmarkt hatten, dennoch an vielen alttestamentlichen, jüdischen und neutestamentlichen Ideen und Gebräuchen festgehalten, so daß sie ihre Herkunft nicht verleugnen können. Wohl haben sie Jesus bekämpft, ihn als ״Lügenmessias“, als Antichrist (S. 29; 188) gekennzeichnet, an dem die dämonischen Merkmale ,,Glut und Wut“3 sichtbar sind, der ferner im Vereine mit den Dämonen ,,den Menschen Wahn, Ehebruch, Unzucht, Lüsternheit, Leidenschaft und Zauberei“ gebracht hat (S. 28). Jedoch , waren die Mandäer ursprünglich so innig mit der jüdisch-christlichen Heilandsidee ver־ wachsen gewesen, daß sie die ihnen aus dem Judenchristentum so geläufigen charakteristischen Kennzeichen des Heilands, der ״mi t den Wolken (^sra z (bv vecpekcov) kommt“ (Off. Joh 17, vgl. Dän 713) und auf der Wolkenspitze stehend, spricht (Targ. Jerusalmi Ex 1242)4, ohne weiteres auf die Person des mandäischen Heilands Enös Uthra übertrugen. Der biblische Enös .(Gen 426) ist wohl deshalb bei* den Mandäern zur Heilandsgestalt geworden, weil man unter ihm ,,anfing den Namen Gottes anzurufen“; ferner scheint mit diesem Namen die Spekulation über den ״mit den Wolken kommenden“ בר אנש (Dan 713) verquickt worden zu sein. Er wird häufig mit den göttlichen Gesandten Hibil (== bibl. Hebel) 1 Vgl. Seheftelowitz, Das Fischsymbol, Arch. f. Rel. Wiss. XIV 6 ff. 2 Die beiden Personen, die die 2. Periode kennzeichnen Räm und Rüd sind wohl aus Ar am und Lud, den Söhnen Sems (Gen 1022), entstellt. Dagegen ist der Mann, der dem Weltbrande der 3. Periode entgeht, namens Surbai aram. דבא$ ,Glut‘. 2 Nach Ginzä S. 94 ist der Dämon mit Wut bekleidet. Daß den Dämonen nach jüdischer Auffassung ,,Zornglut und Wut“ eigen ist, darauf habe ich in ״Altpers. Rel. u. d. Judent., ,S. 49“, hingewiesen. 4 ומלבא משיחא מן גו רומא דין ידבר בריש עננה. Herr Rabbiner Gerstein, der mehrere aus dem 7. Jhdt. stammende Pi utim-Frag mente aus der Geniza bearbeitet, teilt mir mit* daß in‘einem Piut der Messias als in Wolken gehüllt geschildert wird.

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