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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 220

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Die mandäische Religion und das Judentum
Date
1929-01-01
Page
Seite 220 (sequence 10)
Language
German
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220 der:Sünden und Vergehe n.“ Der Psalm 114 ist mändäisiert worden (Ginzä S. 178 f, 192); und aus Ps 697 stammt Ginzä S. 5: ,,Wer auf ihn (= Gott) vertraut, kommtnicht in Schande“. Auf .Jes 520geht Ginzä 180,27 zurück: ,,O die Finsternis in Licht und Licht in Finsternis verwandeln“, und Jes 521 liegt in Ginzä 180,20 vor: ״O, die da hach ihrer eigenen Meinung weise sind und vor deren, eigenem. Antlitz ihre Klugheit steht.“ Jes 5!! finden wir in Ginzä 180,28 ff : ,,O, die des Morgens jungen Wein, am Abend alten trinken und durch• Gesang und Zither und Flöte gefangen genommen werden.“ Auf Hiob 121 spielt'Ginzä S. 536 an: ,,Nackt brachte man mich in die Welt, und leer holte man mich aus ihr.“ Der Satz; Ginzä Sy 22'.(== Joh. 175): ,,Alles, was euch selbst־ verhaßt ist, tuet eurem Nächsten nicht an“, stimmt wörtlich überein mit dem von Hillel überlieferten Grundsatz, den er. einem .'Proselyten eingeprägt hatte: ,,Alles, was dir selbst verhaßt ist, tue deinem Nächsten nicht an“1.־ Aus dem Judentum stammen ferner das Verbot des Blutgenusses,׳ des Fleischgenusses . eines gefallenen oder: von einem wilden . Tier zerrissenen Tieres, ferner das Gebot, das Tier mit einem Messer zu schlachten und das Fleisch, bevor es gekocht wird, im Wasser zu spülen (Ginzä 20, 37 f, 62)2. Die Verbote; die Grenzsteine zu verrücken (Ginzä S. 39, Joh 174), Zins und Zinseszins zu nehmen (Ginzä-S. 22) stammen aus.der Bibel (vergl. Lev 2537; Deut 2320., 1914.. 2717). Die in Hiob 311621־ und Jes 586 enthaltene und im Talmud betonte Ethik, sich der Witwen, Waisen und der völlig Verarmten anzunehmen und die Kriegsgefangenen und Sklaven auszulösen, finden wir im Mandäismus wieder (Ginzä 542, 545, vgl. 18). Die im Talmud überlieferte Sage (Gittin 68 f.), daß' Salomo sich alle Arten von Dämonen, dienstbar gemacht hatte,, kennt Ginzä S. 44. *Ursprünglich und noch zur Zeit der Abfassung von A. ist von de;n ־ Mandäern nicht der Sonntag, sondern der Sabbat gefeiert worden, weshalb erst in dem sekundären B. dem Römer Christus, dem Messias der Ruhä, der Vorwurf gemacht wird, daß er den Sonntag eingeführt hätte (vgl. Brandt, Mand. Schriften S. 93, Lidzbarsld,. Ginzä ■Eint.־■ XII, 50). Wenn der göttliche Heiland Hibil sagt (Joh. S. 196): ,,Wie lange soll ich den Sonntag niederwerfen und verfolgen“, so hat C. Clemen, Rel/Erkl.־ S. 107 mit Recht daraus gefolgert, daß diese Stelle auf einen ursprünglichen Gegensatz gegen, die Sorintagsfeier hindeütet3. .4 Sabbat 31a, Targ. Jön. zu Lev 19l8, vgl. .Scheftelowitz, Altpers. Religion, S. 143, Dem: jüdischen Sprachgebrauch eigen ist der mandäische Ausdruck: ,,Die von Fleisch und Blut gebildeten Körper“ (Ginzä,, S. 24:). Das Bild in Hab. 2,11 ,,denn der Ziegel :aus der Wand schreit“,, kehrt in Ginzä, S. .414,14 wieder. .. . ־..2;,׳׳Aus dem Judentum.stammen ferner die Auffassung, daß von Andersgläubigen zubereiteter Wein und hergerichtete Speisen unrein, seien und daß die Frau nach ihrer Menstruation, ein Reinigungsbad nehmen und man n־ach dem Koitus baden müsse (vgl. W. Brandt, Die mandäische Religion^ 5.. 94 f., ferner Lev 158נ). , :4 , 2 Daher macht auch׳• der mand. Prophet Johannes Jesu (— den Christen): den; Vorwurf.: ,,Den Sabbat; den Moses gebunden, hast du in Jerusalem frei ge geben“ (Joh. 104). . . .......י

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