Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die mandäische Religion und das Judentum
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 7)
- Language
- German
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217 Pflanzen“ bezeichnet (Ginzä S. 61). ״Jäwar freut sich der guten Pflanzung, die der :Jordan (== Taufe) gepflanzt und aufgestellt hat; Die Pflanzen freuen sich und prangen im Duft des Mandä d Haije, der auf ihnen ruht1.“ Diese Auffassung ist altjüdisch. Die gläubigen Israeliten sind Gottes ,,Pflanzung der Wonne“ (Jes 57),״־,,die gepflanzt sind im Hause Gottes“ (Ps 92!4); sie sind ״die Schößlinge der göttliehen Pflanzung“ (Jes 602!). Die Frommen sind wie Bäume gepflanzt am Wasser (Jer 178; vgl. 1117; Ps 1) und werden ,,Pflanzen“ genannt (Bamidbär R. P. 7; Jer. Mö‘ed qätän 3, 1). - In der zukünftigen Welt wird Gott die Israeliten als ,,Pflanzung der Wahrheit“ (נטע אמת) einpflanzen, so daß sie nicht mehr ihrem Boden, entrissen werden“ (Pirqe de R. Eliezer c. 42)2. Im pseudophiionischen Buche der bibl. Altertümer c. 18, 10 spricht Bileam: ״Es ist leichter, zu jeglicher Höhe Grundfesten emporzuheben . . .,־ als des Allmächtigen Pflanzung (= Israel) zu entwurzeln oder seinen Weinberg (= Israel) zu vernichten“. Der Mandäer bezeichnet sich ferner als ״Weinstock“. Hierfür charakteristisch ist Ginzä S. 24 (= 41 f.): ,,Neigt sich jemand einmal (vom Worte seines Herrn) weg, so richtet ihn wieder auf und stützet ihn. Neigt sich eine Seele (S. 41: ,,Weinstock“) zum 2. Male weg, so richtet sie wieder auf und stützet sie. Neigt sich eine Seele (= S. 41 ״Weinstock“) zum .3. Male weg, so richtet sie wieder auf und stützet sie. ... Wenn •sie sich aber nicht stützen läßt, so reißet den böse 11 Wein stock aus, bringet einen guten und pflanzet ihn an seine Stelle; er fällt in die Marter, in die die Bösen fallen, ohne emporzukommen3.“ Auch der Selige und selbst der Heiland Mandä d Haije werden als Weinstöcke bezeichnet (Ginzä S. 406, 181). Der himmlische Lichtgesandte, der den Menschen die Belehrung bringt, heißt ,-,der Weinstock des Lebens“ (Ginzä S. 59). Im Gegensatz hierzu heißt der sündhafte Mandäer ״der böse Weinstock“. Auch dieser Vergleich׳, mit dem Weinstock ist aus dem •Judentum geschöpft. Bereits die Propheten vergleichen das gläubige Israel mit dem Weinstock (Jes 57/. 272, Jer 221, Ez 15, 176ff., Hos 10!). Gerade im Spätjudentum ist der Weinstock das ^Symbol des gottesfürchtigen Israels (Hullin 92a,, Beresit R. P. 99, Semöt R, P. 8 ־ u. 44, Jelamdenu Wajjehi § 10,. Ree § 9, Jalqut § 146), vgl. auch Esra Apok. II 2, 1: ״Gott hat sich von allen Bäumen (= Völkern) den Weinstock (— Israel) erwählt“. Daß auch die einzelnen Israeliten als ,,Weinstöcke“ bezeichnet werden, geht z. B. deutlich aus Ester Rabbä c. 1, 1 (== Wajjiqrä R. P. 11): Heiland Mandä d Haije den Mandäern: ״Ich habe euch von den Völkern und Generationen abgesondert ... und ihr sollt Wahrhaftige vor mir im Lichte־ des Lebens sein“ (Ginzä S. 179.) י Lidzbarski, Mand. Lit. 149 f., .190, 194, 142. Reitzenstein behauptet fälschlich in seinen Ir. Erl. 138, 144, daß in der persischen Literatur ״die Seele sehr oft als die Pflanze, der Baum bezeichnet wird, den der Bote des Lebens pflanzt, damit er Frucht bringe.“ Eine solche Anschauung existiert־ nicht im Iranischen. 2 Dementsprechend heißt es Matth 1513: ־,,Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt, werden ausgerodet werden.“ 3 Zur dreimaligen Verwarnung vergleiche man Semöt Rabbä P. 13 und 7: ״Gott warnt den Menschen einmal, zweimal, dreimal, und wenn ■er׳ sich dann nicht ändert, verschließt er ihm sein Herz vor der Buße, um ihn. zu bestrafen für das,-worin er gesündigt hat.“