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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Die mandäische Religion und das Judentum
Date
1929-01-01
Page
Seite 216 (sequence 6)
Language
German
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Dämonen passiert. Ist sie fromm gewesen, so. können diese ihr nichts antun•; ist sie aber sündhaft, so gerät sie in die Gewalt einer dieser ,,Bewachungen“. . Auch hier liegt die Umdeutung einer mit dem Auszuge, der Israeliten aus Aegypten zusammenhängenden Vorstellung zugrunde. Die Nacht, in der .Israel einerseits von; der 10, ägyptischen, Plage behütet, andererseits aus Aegypten erlöst worden war, wird in Ex 1242 ,,Nacht der Bewachungen“, genannt, Einzelne am Ende des. l. Jhdts. lebende Rabbinen bemerken hierzu, daß man in dieser ,,Nacht der Bewachungen“ vor den Dämonen geschützt sei und daß die Israeliten ebenso wie sie in dieser Nacht aus Aegyptens Knechtschaft erlöst worden sind, dereinst in der ,,Nacht der Bewachungen“, am-Ende der Tage erlöst werden würden (RöS hasäänäh 11b, Pesäh,. 109b, Targ. Jeruä. Ex 1242, Jalqut Ex. § 210). In dem mit L €1 § im muri m beginnenden Stück des Abendgebets vom 2. Pesach-; abende wird ausgeführt, daß in der ,,Nacht der Bewachungen“ zu verschiedenen Zeiten frevelhafte Völker ihre Strafe erhalten haben. Lidzbarski . übersetzt das dem hebr. שמורים äquivalente aram. Wort מפדתא durch. .״Wachhäuser“. . : Ebenso ist die gleichfalls mit dem Auszuge aus Aegypten im Zusammenhang stehende Vorschrift von der Rüstung zum Auszuge allegorisch gedeutet worden: .״Eure Lenden gegürtet, eure Sandalen an euren Füßen, euer Stab in euren Händen“ (Ex 12u). Hierzu vergleiche.man die Vorschrift für die Mandäer (Ginzä S. 26): .,,Bindet eure Gürtel um . . leget gespaltene Schuhe an und nehmet Stäbe in eure Hand“. Die dem Pesahfeste zugrunde, liegende biblische Erzählung ist also von den Mandäern allegorisiert und im eschatologischen Sinn gedeutet worden. Die guten Werke des Menschen, die ihm nach seinem Tode zum. Heile gereichen, werden als ״Reisezehrung“ bezeichnet: ״Tuet gute Werke und besorget Reisezehrung für euren Weg“ (Ginzä S. 23,. Joh 59el). Im Judentum ist seit dem 3. Jhdt. für die himmlische ,,Reisezehrung“ ebenfalls diese Bezeichnung (וודא) üblich1. . Die Taufe im fließenden Wasser heißt bei den Mandäern ״das große Siegel“, das auf den ganzen Körper getan wird (Ginzä S. 39),, Mand. Lit. 22, 121). Diese symbolische Bezeichnung ist aus dem Judentum genommen. Die Beschneidung ist ״das Siegel des Bündnisses mit Gott“2, bzw. ״das Siegel xAbrahams“ (3(חותמו של אברהם’ Demgemäß heißt es im Tischgebet: ,,Wir danken dir für deinen. Bund, dessen Siegel du auf unser Fleisch gedrückt hast“. Eine Art Dreiteilung des göttlichen Siegels wird in Jelamdenu Wajjiqrä Saw § 14 erwähnt. ״Jedem Israeliten drückt Gott •sein aus 3 Buchstaben bestehendes Siegel gadai (שלי) auf, das 1. Siegel unterhalb der Mitte der Stirn, das 2. an seine Hand, das 3. an die Beschneidungsstelle“.. Ebenso wie die Israeliten4 nennen sich auch die Mandäer ״die Äuserwählten“5. Die gläubigen Mandäer werden aber auch als ״die• .1 ]KetuboL 67b, MöÄed qätän 27b. .. 2 Jalqut Sir Hassir. 8,6, vgl. Römer •4,11. 3 Semöt Räbbä P. 19. 4 Vgl. Seheftelowitz, Entstehung der manichäischen Religion, S. 36, A. 4.- 5 Ginzä S. 17 ff., 22 ff., Mand. Lit. 75, 106 f., Joh 69, 92, 102, 193, 221- Ebenso wie Gott'den Israeliten (Lev., 20, 24, 26) verkündet der mandäische׳

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