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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 215

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Die mandäische Religion und das Judentum
Date
1929-01-01
Page
Seite 215 (sequence 5)
Language
German
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215 David abgetreten habe1. Der mandäische Adam, der die ungefälschte Dehre besaß, nimmt, als er von der Welt scheidet, ,,das Gewand des Glanzes“ und bekleidet sich damit (Ginzä S. 431); ebenso zieht sich die Seele des dahingeschiedenen Seligen das Gewand des Glanzes an {Lidzbarski, Mand. Lit. 103, 136, 94). Hierzu vergleiche man BereSit Rabbä S. 20: Der um die Mitte des 2. Jhdts. wirkende R. Meir lehrte, daß Adam mit einem ,,Gewand des Lichtes“ (3תנת איר) bekleidet war. Ebenso wird nach dem christlichen Adambuch (ed. Dillmann) S. 17, 34 Adam und Eva mit einem Lichtkleid versehen. Die Seligen sind angetan mit den ,,Kleidern der Herrlichkeit“ (Henoch 6214), die ihnen die Engel gleich nach ihrem Tode, sobald sie nach ihrer Bestattung ins Paradies eingehen, anziehen2. Die seit dem Ende des 1. Jhdts. n. Chr. belegte Auffassung, daß der Selige im Himmel ״,gleich einem Könige auf einem goldenen Throne sitzt, mit einer Krone auf dem Haupte“ (vgl. Scheftelowitz, Altpers. Rel. 223), kehrt auch im Mandäismus wieder (Lidzbarski, Mand. Lit. 160, 177). Neben dem Lichtgewand ist die ,,Lichtkrone“ (כלילא דויוא) das charakteristische Zeichen der Seligen und der Götter (Mand. Lit. 4 f., 29, 108, 177, 243, 267). Wohl infolge der jüdischen, seit Anfang des 3. Jhdts. belegten Auffassung, daß bereits Adam und Hawa die hebräische Sprache sprachen (Beregit Rabbä P. 18, Jalqut Bereg. § 24), gilt sie bei den Mandäern als heilig, und wird daher die hebräische Sprache beim Untergang der Erde zusammen mit den frommen Mandäern zum Lichthimmel emporsteigen (Ginzä S. 306). Die mandäische Vorstellung von dem Süf-Meere geht ebenfalls auf jüdische Spekulationen zurück. Der fromme Mandäer wird nach demTode ,,das große Süf-Meer überschreiten“ (Ginzä S.21, 389,391 f.), in welchem am Tage des großen Gerichts die Sünder samt Ruhä, Christus und den Planeten ihr Ende finden werden (S. 323). Bereits Lidzbarski (Joh. XXI) weist darauf hin, daß gemäß alexandrinischjüdischer Spekulation der Ausgang der Seele aus dem Körper mit dem Auszuge der Israeliten aus Aegypten verglichen wird, indem das Schilfmeer J am süf midraschisch als Jam söf ״Meer des Endes“ gedeutet wurde. Diese Deutung muß um 150 n. Chr. unter den Juden bereits bekannt gewesen sein, denn nur so wird es verständlich, wenn der um die Mitte des 2. Jhdts. lebende R. Meir lehrte, daß von den gläubigen Israeliten das Siegeslied o z j ä § i r nicht unmittelbar nach dem Rettung bringenden Durchzug durch das Süf-Meer gesungen worden wäre, sondern es dazu bestimmt sei, erst nach der Auferstehung am J üngsten Gericht gesungen zu werden (Sanhedrin 91). Diese Auslegung des R. Meir setzt voraus, daß das Süf-Meer als die Stätte aufgefaßt worden ist, in der am Jüngsten Gericht die Frevler ähnlich dem Pharao und seinem Troß ihr Ende finden werden und dann die einem solchen Schicksal entrinnenden Seligen darob ein, Siegeslied anstimmen werden. Eng mit dem Süf-Meere verknüpft ist die mandäische Vorstellung, daß die zum Himmel auf steigende Seele, bevor sie das Süf-Meer erreicht, ״die Bewachungen“ (מטאראתא— aram.מטדתא) verschiedener 1 Jalqut Beres. § 41. 2 Jalqut Beres. § 20, Scheftelowitz, Altpers. Rel. 193.

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