Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die mandäische Religion und das Judentum
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 3)
- Language
- German
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213 jegliches Ding entstanden“ (S. 10,33)1. Er sitzt im hohen Norden (S,:.7), was auch im jüdischen Volksglauben angenommen wurde2.• Entsprechend der spätjüdischen Vorstellung ist der eigentliche Gegner Gott.es ein abtrünniger Engel. Der. Lichtkönig gebot nämlich einigen Engeln des Feuers, daß sie Adam dienstbar seien (S. 15). ״Die. Engel des Feuers kamen und unterwarfen sich Adam. Sie kamen und verneigten sich vor ihm und wichen von seiner Rede nicht ab. Nur er allein, der Bö se; von de m d asBöse geb i Id e t wurde, wich vom Worte seines Herrn ab. Da fesselte.ihn sein Herr mit einer Fessel“ (S. 16). Diese Legende ist seit der.Mitte des 2. Jhdts. n. Chr. im Judentum verbreitet gewesen. Der im 2. Jhdt. lebende R. Jehudä Ben-Temä sagte: ״Adam saß im Paradies, und die Dienstengel rösteten ihm. das Fleisch und kühlten ihm den Wein. Die Schlange (= Satan) sah diese Ehre und beneidete ihn darum“ (Sanhedrin 59b, Pirqe de R. Nätän c. 1). Nach Schatzhöhle (ed. Betzold c. 2) verbeugten sich •alle Engel au.f Geheiß Gottes vor Adam, nur der Anführer einer niederen Engelschar, der den Adam beneidete, verehrte ihn nicht. Da ward er gestürzt und fiel samt seiner Schar. ״Es wurden ihnen die Kleider ihrer Glorie genommen. . Sein Name war Satan genannt, weil er sich abgewandt hatte, und Seda, weil er gestürzt worden war, und Da iwä, weil er das Kleid seiner Glorie verlor“. Aehniich berichtet auch die um 150 n. Chr. verfaßte Vita Adae 131 f. A kennt analog dem Judentum also nur einen einzigen Urgeist, von dem auch Satan erschaffen worden ist, der am. jüngsten Gericht vernichtet werden wird. ' . Im ganzen 1. Buch der Ginzä kommt noch nicht Ruhä, die als die Mutter des Königs der Finsternis aufgefaßt wird (Ginzä 82), als das böse Prinzip und die Gegnerin des Lichtkönigs vor, sondern nur der aus dem Judentum entlehnte S a t a n. ״Verehret nicht den Satan, die Götzen, die Bilder, .... denn wer den Satan verehrt’ fällt in das lodernde Feuer (= Hölle) bis zum Tage des Gerichts, bis zu den Stunden der Erlösung (= dem Jüngsten Gericht)“ (S. 16; vgl. 23). ״Lernet nicht des Satans Zauberwerk“ (S. 16). ״Huldiget; nicht dem (zu steinigenden)3 hinsinkenden Satan“ (S. 17). . ״Euer Herz lasse sich nicht für den Gesang des Satans einnehmen, der ganz von Zauberei, Täuschung und Verführung voll ist, der den Sinn der Vollkommenen verdreht und das Herz der Gläubigen zum Straucheln bringt“ (S. 22). ״Der Zornige ist vom Zorne des Satans erfüllt“ (S. 22). ״Ich habe euch über den Satan verkündet, der ohne Kraft, und Festigkeit ist und sich nicht aus dem verzehrenden Feuer und dem Brande retten kann.“ Hier tritt uns die unter dem Einfluß des. Parsismus seit dem Ende des 1. Jhdts. n. Chr. auf tretende jüdische und christliche Anschauung entgegen, daß Gott den Satan am Jüngsten Gericht verbrennen werde (Sib. III 71 ff., Test. Juda 25, Matth 2541). Ebenso wie im Judentum die Unterwelt durch einen 1 Reitzensteiiis und Schaeders - Annahme, daß gerade im Iranischen Ohrmazd durch sein Wort die Welt erschaffen־ habe, ist unhaltbar, wie ich in Ztschr. f. Missions künde . u. Religionswiss. 1927, 3.05 ff. dargelegt habe. gcheftelowitz, Altpalästihensischer Bauernglaube 160 f. 3 Nach Lidzbarski ist es sekundär.־ eingeschoben.-