Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 26)
- Language
- German
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209 Die Fortsetzung der Suggia in Baba Kama, die eine volle Seite umfaßt, ist wohl zum Teil auf der Mischna גנב ע״פ שנים aufgebaut, allein dem Inhalte nach gehört sie auch nach Sanhedrin, wo eben die Hauptquelle für die Frage der Qualifikation der Zeugen zu suchen ist. Trotz!dem fehlt sie dort. Hier liegt die Sache sogar.etwas klarer. Die Fortsetzung scheint sehr später, möglicherweise sogar saböräischer1 2 Provenienz zu sein, und daher kann umsoweniger von einem Nachtragen die Rede sein. Von der fortsetzenden Hand in Baba Kama dürften auch jene!kommentierenden * Sätze herrühren, die Baba Kama mehr hat als Sanhedrin auch in jenem Teile, den beide Traktate gemeinsam.haben. Die Mischna 'אין בין כהן וכל kommt (wie mehrere En-ben- Mischnajot) in zwei Traktaten vor, in Megila 9b, dem Stammtraktate der En-ben-Mischnajot, und in Horajot 11b, wo mehrere den Hohepriester betreffende Satzungen gesammelt sind. In Horajot 12a, b lesen wir zu dieser Mischna folgende Suggia : מתניתין דלא כר״מ דאי ר״מ הא תניא ובו׳ במאי אוקימתא כרבנן® אימא׳ סיפא. אין בין כהן משמש לכהן שעבר אלא פר יוה״ב ועשירית האיפה3 4 אתאן לר״מ דתניא ובו׳ רישא רבנן וסיפא ר״מיא״ר הפרא אין רישא רבנן וסיפא־ ר״מ רב.יוסף אמר רבי היא ונסיב לה אליבא דתנאי רבא אמר ר״ש היא וס׳־ל כר״מ בחדא ופליג צליה בזזדא דתניא ובו׳ והא ממאי דר״ש היא א״ר׳ .פפא מאן שמצית ליה דאמר פטור צל טומאת מקדש וקדשיו ר״ש In Megila zur Stelle finden wir wörtlich die gleiche Suggia*, aber nur bis א״ר יוסף רבי היא ונטיב לה אליבא דתנאי Der Abschnitt von רבא אמר ר״ש הייא bis zu Ende fehlt hier. Würde Rawa nicht direkt zu der auch in Megila berührten Frage Stellung nehmen, sondern unter einem sachlichen Gesichtspunkt irgendeine Bemerkung zur Mischna machen, so könnte man meinen, die Mischna sei in Hoiräjot •sachlich aütochthon und die betreffende Bemerkung fehle daher in Megila5. Indes ist die Bemerkung nicht nur ebenso formal;wie die Erklärungen R. Chisdas und R. Josefs, sondern sie ist direkt eine Fortsetzung und Weiterentwicklung derselben und hätte sie Megila, zu der Zeit als die Suggia dort gelernt bzw. untergebracht wurde, Vorgelegen, so hätte man sie keinesfalls übergehen können. 1 Die L. A.מר בר רב אשי (siehe oben S. 208, Anm. 3) in Sanhedrin scheint die richtige zu sein, denn es ist wahrscheinlicher, daß zwei Worte ausgefallen;sind und רב אשי statt מד בר רב אשי geblieben ist, als daß Worte hinzugefügt wurden. Eine solche Hinzufügung kann auch kein Lapsus calami sein, wei der Name Rab Aschis dem Talmudkopisteh sicherlich geläufiger war als der Name Mar bar Rab Aschis. Ist aber die L. A. מר בר רב אשי die richtige, *so stehen wir in der Fortsetzung frühestens in der ersten S.aboräergeneration. 2 Megila: במאי מוקימנא דלא כרימ אימא סיפא► 3 Megila: האיפה הא לכל דבריהן זה וזה שרץ אתאן לרבי מאיר. Dieser Satz ist in Megila wahrscheinlich unter dem Einfluß der anderen Suggioth hinzugefügt worden, da fast bei allen Suggioth zu den En-ben-Mischnajot der Satz הא לדבר פלוני ופלוגי זה וזה שדך zu lesen ist. Ebenso findet sich dort im Anfänge unserer Suggia der Satz: הא לענין פר יוה״ב ועשירית האיפא זה וזה שרץ. 4 Es kommen nur sehr unbedeutende Varianten vor, auf manche wichtigere!haben wir oben aufmerksam gemacht. 5 Vgl. oben S. 206, Anm. 2. Monatsschrift, 73. Jahrgang. 14