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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
Date
1929-01-01
Page
Seite 206 (sequence 23)
Language
German
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206 spruch selbst nur nebenher zitiert zu sein. Der Uebergang zur betreffenden Suggia in Pesachim 7b:דכ״ע מיהא מעיקרא בעינן לברוכי מנלך,, ist formal, hingegen ist die entsprechende Stelle in Megila-Sukka: ,"אמר. אביי ובו׳ אבל לפניה מצוד, לברך דא״ר יהודה אמר שמואל" mit dem Text organisch verwachsen. Einerseits wird also der ganze Text nur nebenher zitiert, andererseits wird der letzte Punkt abgestrichexi, weil er nicht mehr unbedingt notwendig ist, — das leuchtet nicht ein. Ebensowenig erscheint verständlich, warum an vier Stellen der exegetische Teil unentbehrlich sein soll und man an der fünften, in Menachot, auf ihn verzichten kann. Aufschluß über dieses Problem mag die Entstehungsgeschichte der Suggioth bieten. Als man in Menachot den Ausspruch heranzog, scheint nur der Ausspruch selbst bekannt gewesen zu sein, daher wird nur er zitiert1. Daß man in Menachot nicht nur nicht mehr hatte, sondern auch nicht mehr haben konnte, bezeugt die Tatsache, daß Abaje und Rawa zusammen die dort hervorgehobene Schwierigkeit zu beheben suchen, der exegetische Teil aber ist entschieden jüngerer Provenienz und könnte unmöglich vor Abaje und Rawa zitiert werden. Der dritte Teil ist älter, ja sogar älter als Abaje und Rawa, scheint aber von einer anderen Schule herzurühren. Ob בי רב das Lehrhaus Rabs ist, möge dahingestellt bleiben; auf jeden Fall scheint dieser Teil aus der Schule R. Chisdas zu stammen und den anderen Schulen längere Zeit unbekannt gewesen zu sein2. Daher kennen auch die älteren Suggioth wie Megila und Sukka (Pesachim 119b) diesen Teil nicht; erst Pesachim 7a ff. erwähnt ihn. Die dortige Suggia muß tatsächlich jünger sein als alle andern hier in Betracht kommenden Suggioth; sie stammt frühestens aus der zweiten Amoräergeneration nach Rawa. Ihrem Aufbau liegt eine Doppelrelation Raw Pappi — Raw Pappa im Namen Rawas zugrunde. Es ist daher evident, daß man die Suggia erst lange Zeit nach Rawa gelernt hat. Die Texte in Megila und Sukka hingegen können bereits aus der Zeit R. Nachman b. Jizchaks stammen, d. h. um mindestens eine Generation älter sein. In der Zwischenzeit dürfte der dezisorische Teil aus der Schule R. Chisdas bekannt geworden sein. In der damals erst entstehenden Suggia wurde er verwendet, zu den bereits vorhandenen aber nicht nachgetragen3 * *. 1 Ueber das Quellenverhältnis zwischen Nidda und Pesachim 7a — Megila — Sukka (Pesachim 119b) bezüglich der ihnen gemeinsamen Ausführung zur Bedeutung des Wortes ■ערבי■ läßt sich schwerlich etwas positives sagen. Daß die Texte von einer Hand herrühren, ist mehr als wahrscheinlieh, aber wo er primär und wo er sekundär ist, ist kaum zu entscheiden; aus dem Rahmen, innerhalb dessen sie sich befinden, ist nichts zü schließen. 2 Vgl. auch die Ausführungen zur Mischna כל מקום שיש מכר אץ קנס ובר ■ in Kethubot 40h und Ghulin 26b. Beide Traktate haben gemeinsam den Ausspruch R. Jehudas im Namen Rabs, die weitere Fortsetzung R. Chisdas fehlt bereits in Chulin. Das ist möglicherweise so zu erklären, daß der Text sachlich nach Kethubot gehört; dagegen läßt sich jedoch einwenden, daß. auch R. Jehuda nach Kethubot gehört und sich trotzdem auch in Chulin findet 3 Danach ließen sich auch die Varianten כל המצות — כל המצות כולן zwische11 Megila—Sukka—Menachot und Pesachim 7a erklären. Möglich, daß in Pesachim 7a f. das Wort מלן unter Einfluß des letzten dezisorischen Teiles,

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