Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 196

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
Date
1929-01-01
Page
Seite 196 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829959-2829963-2835361--49036-2835406
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

196; in Kidduschin überein, und die Antwort אית תניי תני מיחלף im Jeruschalmi deckt sich gewissermaßen mit der Antwort הא דאמר כי תאי תנא im Babli. Während war den Ursprung der palästinensischen Rezension, nämlich; die Ursache für die Anfrage R. Jehudas im b. Kidduschin gefunden haben, haben wir den Anfang der babylonischen Rezension Baba Kamas im Jeruschalmi Kidduschin zu suchen. In B. K. fehlt: die Anfrage R. Jehudas, die eben nach dem Jaruschalmi zu ergänzen ist. In B. K. beginnen wir bereits mit der Antwort, d. h. mit der Dezision R. Eleazars במשיכה; darauf wird sofort die Schwierigkeit והאנץ תנן וכר hervorgehoben: ,,Die Mischna sagt ja במסירה “, worauf die Antwort כי האי תנא וכר gegeben wird. Berücksichtigt man den Charakter der ganzen Suggia in B. K., so ist leicht zu ersehen, daß sie entschieden jünger ist als die in Kidduschin. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß man in B. K.. bereits Kidduschin benutzt hat, jedoch in sehr gekürzter Fassung, nur soweit, als es unbedingt notwendig war, um die in die Augen springende Frage והאנן תק כמסירה zu,beantworten — entsprechend dem ganzen Charakter dieser Suggia,. die sich in der Diskussion fast bei allen Aussprüchen bloß auf die. allernotwendigsten Bemerkungen beschränkt. * * * Im zweiten Teile der eingangs behandelten Suggia aus Kethubot haben wir gesehen, daß der Ausspruch R. Haas בפירוש ריבתה תורה עדים ווממין לתשלומין nach der vom Talmud selbst angegebenen Quelle zur Mischna Makoth 4a gehört, an der angegebenen Stelle aber nicht zu finden ist. Bedenkt man,־ daß der Ausspruch R. Haas sicherlich nicht deshalb in Makoth fehlt, weil er bereits in Kethubot zitiert wird und ferner, daß er auch nicht deshalb in Kethubot herangezogen wurde, weil man voraussah, daß man ihn in Makoth übergehen würde, so wird man zugeben müssen, daß es nur einem Zufall zu verdanken ist, wenn dieser Ausspruch überhaupt auf uns gekommen ist. Daraus ergibt sich, daß man in der Werdezeit des Talmuds über mehr gemaristisches Material, verfügte, als uns im Talmud; auf bewahrt wurde, und zwar auch in den Traktaten, zu denen-wir die Gemara besitzen. Mit anderen Worten: auch'zu den Traktaten und Mischnajoth, zu welchen wir Gemara haben, ist uns möglicherweise nicht das ganze, einstmals vorhandene gemaristische Material erhalten geblieben1. Aus dieser Erscheinung ist ferner zu schließen, daß die Schlußredaktion, die allgemein angenommen wird, das auch auf uns bereits gekommene Material keineswegs transferiert und an der gehörigen Stelle nachgetragen hat, denn hätte sie es gemacht, so hätte sie auch R. Ilaa in Makoth nachtragen müssen. Diese für die Frage der letzten Redaktion nicht ganz unbedeutende Erscheinung wollen wir auch an Hand anderer Beispiele behandeln. 1 Um nicht . mißverstanden zu werden, halten wir es für angebracht® zu unterstreichen, daß wir uns keinesfalls mit Dor Dor we Dorschaw III 210 identifizieren, wonach die letzte Redaktion im gemaristischen Material eine Auslese gemacht hat und nach eigenem Ermessen das eine für die Nachwelt gerettet und das andere der Vergessenheit anheimfallen‘ ließ.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.