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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
Date
1929-01-01
Page
Seite 188 (sequence 5)
Language
German
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188 gemäß noch jüngerer Provenienz sein dürften, mindestens aber nicht alter sind ־and also frühestens eine Generation jünger als Rawa. Dann wird plötzlich die erste dieser anonymen קושיות von Abaje beantwortet, dem gewissermaßen älteren Zeitgenossen Rawas. Ferner ist 'der Stil bei, der Beantwortung der sechsten קושיא durch Rabina auffällig: es heißt הא נמי בבכור בח״ל, während sonst in solchen Fällen die stereotype Formel lautet: כדאכור פלוני ככה ה״נ ככה. Es liegt somit sehr nahe, daß auch in Temura ׳רבינא statt אביי zu lesen ist, was durch die L. A. in B. E. bestätigt wird1. — Danach bleiben nur noch zwei Differenzpunkte bestehen. . . . D[ie Suggia in Temura weist eine normale historische Entwicklung auf: R. Nachman, Rawa, R. Mescharschija, Anonymus und Rabina. Sie wurde ursprünglich wahrscheinlich an Hand der Mischnä in Maaser Scheni I 2 gelernt und scheint in Temura erst untergebracht worden zu sein, nachdem die קושיא aus der Mischna dort aufgeworfen wurde2, d. h., da es sich um die sechste von Rabina beantwortete .קושיא handelt, zur Zeit Rabinas. Danach ist es sehr wahrscheinlich, daß B. K. unsere Suggia schon im Zusammenhang mit der Mischnä in Temura gekannt hat, denn B. K. zitiert, sie bereits unter Nennung Rabinas. Wird nun der ganze Aufbau der Suggia in Temura in Betracht gezogen und der Text mit B. K. verglichen, so muß zugegeben werden, daß B. K., wenn er schon nicht direkt aus Temura unserer Rezension schöpft, doch mindestens eine Quelle benutzt hat, die der uns in Temura vorliegenden sehr ähnlich ist. Zur Mischna M. Sch. I 2 hat Temura zwei Bemerkungen, eine R. Nachmans und eine R. Chisdas. Die R. Nachmans wird von den späteren Amoräern bis Rabina3 fortgesetzt und entwickelt sich zu einer selbständigen Suggia; darauf folgt die Bemerkung R. Chisdas, an die sich eine kurze Diskussion anschließt, in der R. Huna S. d. R. Jehoschua das Wort ergreift. Ob B. K. auch die Bemerkung R. Chisdas mit der zu ihr gehörigen Diskussion kannte, kann unmöglich festgestellt werden, daß aber B. K. die erste Suggia in Temura mindestens schon in der vorletzten4 Entwicklungsphase vorlag, scheint evident zu sein. Hat aber B. K. eine Temura ähnliche5 Quelle benutzt, so. kanfi der Text in BK. nur ein Auszug aus dieser Quelle sein6. -Es lassen sich also ־ auch die anderen zwei Differenzpunkte am einfachsten 1 Nachträglich konnte .festgestellt werden, daß Ms. München tatsächlich auch in Temura רב יבא liest. 2 Ein. ähnliches Beispiel siehe Sabat 11a,b und Erubin 99a,b, ein anderes haben wir im Hazofe IX, 186 f. behandelt. Zu ibid. 187, Anm. 1 vgl. noch Raschi Joma 15b s. v. תנן התם. < 3 Die Stelle von לימא כתנאי bis zu Ende kann ebenfalls aus derselben Zeit stammen, und von derselben Schule herrühren, kann aber auch eine spätere Fortsetzung sein. 4 Siehe vorige Anm. 5 Wir gebrauchen vorsichtshalber diese Wendung, weil die Redaktion von Temura in der Forschung keineswegs klargestellt ist; siehe jedoch nächste Anmerkung. 6 Vgl. noch Temura 8 a מתיב רב משרשיה und Gittin 42 b ת״ש דאבזר רב משרשיה wo fast evident ist, daß man in Gittin einen schriftlichen Temuratext gekannt hat, siehe dort auch R. J,esaja Berlin z. St. Vgl. ferner Baba Kama 80b אלא כדאמר רבא התם und die ibid. verzeiebneten Parallelstellen, siehe jedoch Ds z. St. Note 1, wonach ein Ms. אלא אמר רבא liest.

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