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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 182 (sequence 6)
Language
German
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182 ben R. Isaak (Monatsschr. 1928 S. 342) nahezu gewiß. Die Nachricht bei H. S. 132, daß R. Chajim Caro in Glogau neben dem Lissaer Rabbiner beerdigt :worden sei, trifft gegebenenfalls nur für R. Efrajim Redisch zu (Lewin, Gesch. d. J. in Lissa S. 180 f.). Der Hannoveraner Rabbiner lebte nach seiner Hochzeit in. Posen. Es ist darum nicht ausgeschlossen, daß er mit dem Poserier כמהור׳״ר זעליג נלוגאררער, der 1697 Käscher und Dajan und 1701 Parnes war, sowie mit הרב התורני דדה כמהור״ר זעליג גלוגאוויד אחד מאלופי חכמי־ ראשי, בני ישי־בה (Nissan 1702) identisch ist. Von letzterem wird noch berichtet, daß er zur Zeit in einer Gemeinde zum Rabbiner gewählt ,wegen Schulden im Posener Gefängnis gewesen sei, daß aber die Posener Gemeinde 4000 Gulden vorgestreckt habe, damit er frei werde. Seien doch sein Schwiegervater und dessen Ahnen an-, gesehene und wohltätige Posener Gemeindemitglieder (Pos. Kscherimb. S. 217a, 218a, 228b, Sef. hasichr. II 57 [63]b). Dagegen ist anscheinend Selig Glogauer, der von 1720—25 als Posener Dajan genannt wird (Kscherimb. S. 276a—288a) ein anderer, da Caro in dieser Zeit als Kalischer Rabbiner genannt wird (Harkavy-Festschrift, St. Petersb. 1908, S. 152, Löwenstein, Index approb. Nr. 1466, 1976). Die Konstruktion eines etwa vierjährigen Rabbinats Gäros in Breslau stößt auf Schwierigkeiten trotz der Grabstein-Inschrift (Gronemann, Geneal. Studien, hebr. Teil S. 43 f.). Zur Verfügung steht nur das Jahr 1731, da er bis 1730 in Kalisch amtierte (Löwenstein, Wiener, Bibliotli. Friedl. Nr. 43671. 1732/6 ist er nach urkundlichen Quellen in Posen (Harkavy-Fest- Schrift). Zudem wird für diese Zeit seit 1720 in Breslau als Rabbiner R. Baruch Wesel genannt (Jahrb. d. jüd.-lit. Ges. V 184 f.). Nr. 16 beleuchtet die Be- Ziehungen der Berliner und Hannoveraner Rabbinerdynastien vom Jahre 1789. Der schlesische Landrabbiner Arje Löb ben Saul wurde erst nach dem Tode R. Jesaja Berlins (Picks) gewählt. Sein schreckliches Schicksal hat Brann in der Graetz-Jubelschrift S. 267 ff. ausführlich dargestellt. ,,Die große Drangsal und Not in diesem Lande‘6, die Nr. 17 aus Zamosc vom Jahre 1797 meldet, ist augenscheinlich die berüchtigte galizische Lichtsteuer, die. in jenem Jahre eingeführt wurde (Jahrbuch f. jüd. Gesch. u. Lit., Berlin 1916, XIX 212). Eine baldige weitere Fortsetzung dieser bedeutsamen Brief- Sammlung ist sehr erwünscht. Eine Bereicherung der hebräischen Memoirenlite ratu r1, die bisher wenig entwickelt ist, bildet יעקב JTDI, Teil I, Frankf. a. M. 1924; II, Kaunas (Kowno) — Slabada 1927, deren Herausgeber Notel Lipschitz ist. - Letzterer ist der Sohn des Verfassers dieser Erinnerungen, des Jakob Halewi Lipschitz aus Kowno, der 1921 im Alter von 84 Jahren starb. Er stand länger als ein halbes Jahrhundert mitten in den jüdisch-politischen Ereignissen Rußlands, war die rechte Hand R. Isaak Elchanan Spektors, des Kownoer Rabbiners, und focht heiße literarische Kämpfe gegen die ,,Maskilim" aus. Die Memorabilien umfassen aber auch etwa sechzig Jahre eigenen Schaffens für sein geknechtetes Volk: Sie sind um so wertvoller, als im kaiserlichen Rußland der Jude sich hüten mußte, politisches zu veröffentlichen. Seine aufopfernde Tätigkeit erinnert lebhaft an die der alten jüdischen ,Schtadlanim, die zu beschreiben noch immer eine Ehrenpflicht der jüdischen Geschichte ist. Charakteristisch ist, daß die politische Korrespondenz etwa 40 Jahre im Boden des Hauses des Verfassers vergraben bleiben mußte und schließlich zur Sicherheit nach Amerika gesandt wurde. Lipschütz war, was die Ostjuden ,,einen heißen Juden" nennen, der für seine alttraditionelle Gesinnung unentwegt und mit offenem Visier eintrat, z. Bin seiner Schrift מחדקי הדת, Pietrkow 1903. Verfasser bringt auch vielfach bisher unbekannte oder wenig bekannte Ueberlieferungen, die bis ins achtzehnte Jahrhundert zurückgeheh, z. B. (I 17) daß R. Jecheskel Landau-Prag den Mangel an Solidarität 1 Vgl. Jahrb. d. jüd.-lit. Gesellsch. VIII 440• ff.

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