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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 4 · p. Seite 179

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 4
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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i?9 Tobias ist vielleicht der Ahnherr der zu Beginn des 18. Jahrhunderts und vielleicht auch früher mit Stolz genannten Posener Familie Tobias (־— .1(טוביועז Aus dem hebräischen Buchdruck waren die großpolnischen Juden damals gleichfalls ausgeschaltet, da hier der Posener Johann Wohlrab aus Bautzen privilegiert war, und hebräische Typen in seiner Offizin — freilich erst nach seinem Tode — 1594 sich finden (V 271). So wird es zur Gewißheit, daß die Frage von Josef Perles, ob der 1603 herausgekommene Lewusch Malchuth des R. Mordechai Jaffe ein Posener Druck sei (Soncino-Blätter 1172), verneint werden muß. Die Posener Sage vom Tode des hohen Rabbi Löw (Zeitschrift der hist. Ges. f. d. Prov. Posen VI 463 ff.) verlegt Hans Franck ,,Der Rabbi und der Tod“ (V 308 ff.) nach der ältesten Hauptstadt Polens Kraschwitz und in das Jahr 1652, verrät aber nicht, ob es sich um älteres sagenkundliches Gut oder eigene dichterische Erfindung handelt. Ein wiederum von Wotschke veröffentlichter Brief vom Jahre 1723 berichtet aus Li s s a (V 340 ff.) von einer ,,großen Judensynagoge, die wohl noch einmal so groß ist als die Gothaer Schloßkirche“. Von dieser ihrer bemerkenswerten Größe war bisher nichts bekannt. Der Schreiber Magister Jakob Kehr wird als ,,ein gründlicher Kenner . . . des Hebräischen, der den Studenten (in Leipzig) hebräische . . . Vorlesungen“ hält, gekennzeichnet. — Nicht streng hierher gehört die Nachricht (V 536), daß ein Ritter aus dem Weichsellande, der seit 1479 den Jerusalemer Franziskanern des Klosters auf dem Berge Zion sich angeschlossen hatte, bei den dortigen Juden hochaiigesehen war. Das ist auch insofern von Interesse, als die letzteren von christlicher Seite beschuldigt wurden, daß sie im 15. Jahrhundert sich Unterdrückungen des Klosters hätten zuschulden kommen lassen (Jewish Encyclopedia VII 132 f.). Von ganz anderer eigenartiger Berührung jüdischer und nichtjüdischer Elemente weiß der Aufsatz ,,Die hochdeutsche Sprache in Wolhynien“ (VI 22) aus der Gegenwart zu melden: ,,Aus dem Jargon ist mancherorts die Neigung zum Fragesatz übernommen worden und Stilblüten wie ,,ich brauch zahlen“ für ,,ich muß zahlen“ und andere. Einen stärkeren Einfluß hat der Jargon auf die polesischen Kolonien (Landschaft nördlich von Wolhynien) ausgeübt.“ Aus Bai ab an, Studja historyczne (historische Studien), Warschau 1927, sei hier dasjenige hervorgehoben, das aus archivalischen Quellen geschöpft ist — ein Teil der Abhandlungen ist bereits früher anderweitig gedruckt worden — oder neues bringt. Von allgemeinem Interesse ist ,,Samson Wertheimer, Hofbankier Leopolds I. und Augusts II. (von Polen)“. Die Posener Talmudschule, die infolge der Stürme des nordischen Krieges eingegangen war (Histor. Monatsbl. f. d. Prov. Posen X 186), verdankte nur W. ihre Auferstehung, viel auch die Krakauer Gemeinde, die ihm das im Buche abgebildete Rabbinatsdiplom übersandte, dessen kunstvoll angefertigtes Original im Wiener jüdischen Museum liegt. David Kaufmann, den Balaban anscheinend , nicht kennt, sagt (Urkundl. aus״ dem Leben Samson Wertheimers, S. 76), daß es sich nur urti 1 Wiener, Bibliotheca Friedlandiana Nr. 3914, vgl. das. Nr. ^4822, Jahrbuch der jüd.-lit. Ges. X 96, Fürst, bibl. jud. III 433. 12*

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