Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die literarische Form der Patriarchenbiographien des Philon von Alexandrien
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 10)
- Language
- German
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152 verfaßt war. Es werden dort nach pythagoreischen Erörterungen1 und nach Begründungen2 die einzelnen Gebote erläutert und sodann die im Dekalog eingeschlossenen speziellen Gesetze und Vorschriften aufgezählt3. Dabei hebt Philo immer wieder die Wunder am Sinai hervor, deren große Zahl vor allem bei der kurzen Dauer des Ereignisses staunenswert ist: vier Naturwunder4, mehrere Offenbarungen, die der Grundgesetze durch die göttlichen Posaunenstimmen, die der Einzelgesetze durch Vermittlung des Propheten Moses5. III. Moses als oberster Priester. Höher als die Fürsorge für die Menschen steht nach Buch 2, § 4 die Beaufsichtigung des Gottesdienstes, da göttliche Hilfe und Gunst bei allen Unternehmungen nötig ist. Auch diese Betätigung des Moses ist wunderumwoben: Verklärung beim zweiten Herabsteigen vom Sinai 2, § 70; Vision idealer Urbilder und rein geistiger Muster für die heiligen Gegenstände § 71—76; Offenbarungen über das Heiligtum §§ 77—93, über die heiligen Geräte §§ 94—108, über die Priesterkleidung §§ 109—135, über das Reinigungsbecken §§ 136—140, über die Priesterwahl §§ 141—146; Flammenwunder beim Weiheopfer §§ 154—158; Offenbarung betreffs des goldenen Kalbs § 165 (Belohnung der treuen Leviten §§ 159—173); Mandelbaumwunder zur Bestätigung dieser Anordnungen §§ 174—186. IV. Moses als Prophet. Diese Wirksamkeit wird in 2, § 4 deutlich als die höchste gekennzeichnet, da dem König, Gesetzgeber und Oberpriester gar viele Dinge verborgen blieben, zu denen nur der prophetische Geist durchdringen könne. Nach 2, §§ 187—191 stellt eigentlich der ganze Pentateuch lauter Offenbarungen dar. Doch Philon erwähnt nur drei Arten derselben. Ueber die erste Art schweigt er ,wegen ihrer Erhabenheit; zur zweiten Art gehören die Anweisungen über den göttlichen Willen in Form von Frage und Antwort: §§ 192—208 bzw. 209—220 Einschreiten gegen den ägyptischen Gotteslästerer bzw. gegen den Sabbatschänder; §§ 221—232 bzw. 233—245 rechtliche Entscheidüngen über nachträgliche Passahfeier bzw. über das Erbrecht der Töchter. — Weissagungen der dritten Art im Zustande göttlicher Verzückung erfolgen im Roten Meer (§§ 246—257), bezüglich des Mannas (§§ 258—269), des goldenen Kalbs (§§ 270—274) und des göttlichen Strafgerichts über die Empörer (275—285). C. Tod des Moses unter Mirakeln. . Seine Weissagungen an jeden Stamm; das größte Wunder ist die am Schlüsse des Pentateuchs niedergelegte genaue Weissagung über den eigenen Tod; Bestattung durch unsterbliche Wesen in einem nie gesehenen Grabe; Umschaffung in einen reinen, sonnigen Geist; Himmelfahrt; Trauer Israels §§ 288—292. 1 Philo, De decalogo §§ 20—31. 2 ebd. §§ 2—17, 36—43. 3 ebd. §§ 50—153 bzw. 154—178. 4 ebd. §§ 44—49. ׳ 5 ebd. §§ 18—19, 32—35. &