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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Die literarische Form der Patriarchenbiographien des Philon von Alexandrien
Date
1929-01-01
Page
Seite 149 (sequence 7)
Language
German
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149 II. Joseph'auf de ■mH öhep u n kte seiner Macht: . Seine Beliebtheit §§ 157—162; da$ Wiedersehen mit seinen Brüdern §§ 163—245 (im Anschluß an die Bibel); ehrenvolle Aufnähme seines Vaters durch Pharao §§ 251—257; Fortdauer seines Ansehens auch nach der Hungersnot § 267. — Die Abschnitte §§ 246 bis 249 und 268—269 enthalten zusammengenommen eine ziemlich ausgeführte Charakteristik nach Tugendkategorien. Eine kurze Uebersicht über das Leben Josephs mit chronologischen Daten schließt die Vita ab. Biographische Form. Bein formaler Aufbau. Wenn wir den rein formalen Aufbau betrachten, so finden wir zunächst eine chronologisch fortlaufende Erzählung unter Betonung der hervortretenden Tugenden, zuletzt eine Charakteristik nach Tugendkategorien unter Anführung von Belegen. Es liegt also eine zusammengesetzte Lobschrift, d. h. ein erzählendes Verherrlichungsenkomion vor, das durch einen rhetorischen Panegyrikus in der Art einer schulmäßigen Charakteristik erweitert ist. Freilich beherrscht der erzählende Abschnitt in der Weise der Lobschriften des Isokrates und Tacitus durch seinen Umfang den literarischen Eindruck der Vita, während die Aufreihung der Tugendstichwörter darüber fast verschwindet. Außerdem fügt sich der erste Teil der Charakteristik ganz natürlich und zwanglos in die Erzählung, da Philon den Preis einiger Tugenden Josephs seinen Brüdern nach der Wiedererkennungsszene in den Mund legt (§§ 246—249). Enkomiastisch verherrlichend ist auch die Beschränkung des Themas auf die Schilderung der Herrscherbegabung Josephs; denn gerade hierin zeigt sich das Wesen des Helden von der glänzendsten Seite. Innerer, inhaltlicher Aufbau. Hinsichtlich der inhaltlichen Stoffauswahl stellt die Biographie in ihrem I. Teil bis § 162 eine fortschreitende Entwicklung des Helden zu einem natürlichen, einheitlichen Ziele, nämlich zum Typus des idealen Staatsmannes dar. Freilich entstand infolge dieser einseitigen Auffassung des Lebens Josephs und infolge der gewaltsamen Beschränkung des Themas keine wirkliche Schilderung der menschlichen Gesamt- Persönlichkeit Josephs. Bezeichnenderweise lautet ja der Haupttitel des Werkes weniger ,,Leben Josephs“, sondern ״Leben des Staatsmannes“, Bioc 7r oXcuxou, 07zeio eart 71sp\ 3hoorjf. Da die Bibel die Vorgänge ganz einfach und kunstlos aneinanderreihte, ist die Schriftstelle rische Leistung Phiions sehr hoch anzuschlagen. Erst durch völlig selbständige, geistreiche, teilweise sogar kühne allegorische Deutung gelang es Philon, die Ereignisse ohne irgend eine Aenderung der ursprünglichen, chronologischen Anordnung der Bibel so kunstvoll unter jenem einheitlichen Gesichtspunkte darzustellen. — Im II. Teil stört allerdings die viel zu breite Wiedergabe des biblischen Berichtes (§§ 163—267), wobei Josephs Vater und Brüder allzu stark berücksichtigt werden, ja geradezu den Hauptgegenstand der Erzählung bilden, so daß die Persönlichkeit des eigentlichen Helden streckenweise

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