Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829959-2829962-2835245--48954-2835313- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
142 Rawas, und alle viermal wird ihr ausschlaggebende Bedeutung beigemessen. Anoitym wird sie bloß einmal erwähnt, und bei diesem Anonymus regen sich bald Bedenken *הניחא למאן דאית ליה תנא דכי חוקיה וכר, wie anders in unserer Suggia למי איכא למ״ד וכד והא תנא 1דבי חוקיה. Die Relation Rabins kommt im Babli nur hier vor, findet sich aber auch im Jeruschalmi in unserer Suggia. Ebenso kennt der Jeruschalmi die Boraitha des Tana dbe Chriskija, wie auch die oben zitierte Kontroverse R. Jochanans und Resch Lakischs aus Chulin in etwas anderer Fassung. Der biblische Beleg Abajes für Resch Lakisch wird auch sonst im Namen Abajes angeführt1 2 und kommt auch im Jeruschalmi vor, wo auch seine babylonische Herkunft zu erkennen ist3. Auch der biblische Beleg Rabas ist anderweitig bekannt, und zwar als Boraitha4 in B. K. 83b, wo auch die Frage R.Pappas הי מכה bis הכאה הכאה קאמרינן anonym vorkommt. Ob diese zwei Texte zu einander in irgendwelcher Beziehung stehen, läßt sich schwerlich entscheiden. Sollte aber einer aus dem andern geschöpft haben, so wahrscheinlich B. K. aus 'Kethubot5. Der Schluß der Gesamtsuggia enthält zwei Bemerkungen, die vor Abaje gemacht wurden. Die erste bezieht sich auf den Anfang des zweiten Teiles der vierten Teilsuggia, auf die Erklärung Rabbas לעולם כטלכח ע״י עצמל, und die zweite knüpft an die Erklärung Resch * Lakischs in der Relation Rabins in der fünften Teilsuggia an. Diese' zwei Bemerkungen zeichnen sich aus durch ihren knappen Stil und ihre besondere Kürze: man zitiert bloß Namen statt Thesen אי כר״מ קשיא בתו, אי כרבי יצחק קשיא כתו, אי כרבי נחוניא בן הקנה קשיא אחותו. Namen werden genannt, ohne daß die Theorien, die sich unter diesen Namen bergen, auch nur leise angedeutet wären, wobei nicht zu übersehen ist, daß in allen bisherigen Suggioth weder R.Nechunja b. ha Kana noch R. Jizchak erwähnt wird. Die Kürze allein wäre jedoch noch nicht so auffallend, wenn sie nicht durch die Lapidarität des Stils noch gesteigert würde. Man gewinnt den Eindruck, daß die Bemerkung א״ל רב פפא לאביי sich ursprünglich unmittelbar neben der Erklärung Rabbas befand. Durch die Fortsetzung ואזדא רבה לטעמיה wurden die Stellen auseinandergerissen, und da die Bemerkung einmal losgetrennt war, so wurde sie mit der zweiten Bemerkung א״ל רב מתנא לאביי, die ähnlicher Struktur ist, an den Schluß der Suggia gesetzt6. Und die 1 Auch dies ist ein Beweis dafür, daß die Suggia vor Rawa gelernt wurde, ja möglicherweise aus seiner Schule stammt; s. auch Tossafoth Kethubot z. St. s. v. ומי. 2 Sanhedrin 10a und Makoth 5a, s. jedoch Sanhedrin 33b, wo man eine Boraitha zitiert, vgl. auch Anm. 5. 3 Kethubot z. St. רבי אמי בבלייה בשם רבבן דתנלן טעמא דר״ש בן לקיש רשע רשע ובו׳. 4 Sätze im Munde von Amoräern, deren Quelle eine Boraitha ist, kommen auch sonst vor, vgl. Pesachim 58b unten ('עליה השלם וכו) und ibid. 58 a und 59b und Joma 33a; Jebamot 42a ('ק״ו איסור כרת התרת וכי) und ibid. 94a, 108b; und a. v. a. O. 5 S. oben S. 141, Anm. 1. ö Möglich, daß auch beide יואזדא לטעמייהו der erste für Rabba und der zweite für R. Jochanan und Resch Lakisch zu einer Zeit gelernt wurden, so daß eigentlich die zwei Bemerkungen gleichzeitig zurückgeblieben sind.