Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 11)
- Language
- German
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141 Bibelvers לא יהיה אסון ענש יענש in zwei Versionen. 2. Die קושיא Rawas nach Tana dbe Chiskija. 3. Die Relation Rabins. 3a. Biblische Belege für Resch-Lakisch, der eine von Abaje und der zweite von Rawa, über letzteren dann eine Diskussion zwischen R. Pappa und Rawa. 4. Eine Diskussion R. Chijas mit Rabba über den Tana dbe Chiskija. Die Suggia ist allem Anscheine nach in allen ihren Einzelpunkten schon zur Zeit Rawas und R. Pappas1 gelernt worden und scheint aus einem Gusse zu sein. Ein Paralleltext für die Relation R. Dimis findet sich in Chulin 81b: השוחט ונמצא טרפה וכי ר״ש פוטר וחכמים מחייבין וכי א״ר שמעון בן לקיש ל״ש אלא ששחט ראשון לעכו״ם וכר א״ל רבי יוחנן וכר אלא פעמים שאפילו שחט ראשון לשלחנו ושני לניכו״ם חייב כגון דאתרו ביה משום אותו ואת בנו ולא אתרו ביה משום עכו״ם ור״ש בן לקיש אמר כיון דבי אתרו ביה פטור כי לא אתרו כיה נמי פטור ואורו לטעמייהו דכי אתא רב דימי אמר וכר וצריכא דאי אשמעינן בהאי וכר צריכא. In Chulin kennt man also auch die Relation R. Dimis, freilich ohne die Fortsetzung mit der קושיא nach Ex 2122• Hingegen wird dort weder des Tana dbe Chiskija Erwähnung getan noch kennt man dort die Relation Rabins. Rabin kann man dort schwerlich erwähnen, weil die Stammkontroverse in Kethubot wohl auch zu Rabin stimmen kann, denn dort spricht man von חייבי מלקות, wogegen die Stammkontroverse in Chulin ausdrücklich von חייבי מיתות spricht, also mit Rabin nicht in Einklang gebracht werden kann — man hätte denn den Ausspruch Rabins dahin eingeschränkt, daß חייבי מיתות שוגגין nur מיתה und ממון bedeutet — und sich vollständig mit der Relation R. Dimis deckt. Es ist auch erklärlich, warum man in Chulin nicht nach Tana dbe Chiskija fragt. In Chulin spricht man von מיתה ומלקות, somit muß der Ausdruck דבר אחר bei R. Dimi so erklärt werden, daß er bei חייבי מיתות vor allem מלקות bedeutet, — vielleicht auch 2ממון, — während er bei חייבי מלקות nur ממון meint. Deshalb wäre die קושיא nach Tana dbe Chiskija in Chulin in keiner Weise so schlagend, daß man dadurch R. Dimi. desavouieren müßte. Der Tana dbe Chiskija spricht von מיתה und ממון, R. Dimi in Chulin kann auch von מיתה und ממון, muß aber nur von מיתה und מלקות sprechen. In Kethubot aber kann er auch מיתה und מלקות, muß aber מיתה und ממון erwähnen; denn aus der Fortsetzung, die Chulin eben nicht hat, geht hervor, daß R. Dimi vornehmlich מיתה und ממון meint. Daraus ergibt sich auch, daß Chulin und Kethubot hier wahrscheinlich in gar keinem Quellen Verhältnis zueinander stehen. Chulin hat seine Quelle für R. Dimi ohne und Kethubot mit Fortsetzung gehabt; daher die abweichende Entwicklung der Suggia in Kethubot. Die Boraitha des Tana dbe Chiskija kommt noch an vier Stellen3 vor. Merkwürdigerweise vernehmen wir sie viermal aus dem Munde 1 Dafür spricht wohl die Tatsache, daß Rawa zu den Hauptpunkten der Suggia Stellung nimmt, s. auch weiter S. 142, Anm. 1. Bezüglich R. Pappa s. weiter S. 142 und ibid. Anm. 5. * 2 Ygl. Raschi Chulin a. a. O. s. v. חייבי מיתות שוגגין. 3 Kethubot 38a, B. K. 35a, Sanhedrin 79b, Rawa und ibid. 84b anonym.