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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 139

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
Date
1929-01-01
Page
Seite 139 (sequence 9)
Language
German
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139 Denn in Kethubot kommt das Wort in der gekennzeichneten Bedeutung wie es scheint nur einmal vor1. In B. K. findet es sich bis S. 35b überhaupt nicht; auf 35b ff. verschwindet es wohl noch hie und da für einige Seiten, kommt aber dann wieder zum Vorschein, manchmal in schwächerem und manchmal in stärkerem Maße, so daß wir •von 35 b bis 111 a, auf etwa 140 Seiten, etwa 70 Seiten haben, in denen אמרי nicht vorkommt, auf den übrigen 70 Seiten steht es ein oder mehrere Male, mitunter bis sechsmal2. . Die eigentümliche Behandlung der אמרי verlangt eine Erklärung, einmal schon deshalb, weil die ersten 70 Seiten in B. K. das Wort nicht haben, während es in den folgenden 140 durchschnittlich auf jeder zweiten Seite vorkommt, — die letzten 17 Seiten haben es wiederum bloß nur noch einmal (118 b), zum andern weil wir auch sonst Traktate haben, die אמרי in dieser Bedeutung über-־ haupt nicht aufweisen, so z. B. Erachin, oder solche, in denen es nur sehr selten steht, z. B. Zebachim (1 mal auf 113 a). Nach alledem wird man vielleicht vermuten, daß B. K. und Kethubot verschiedenen Redaktionen zuzuschreiben seien. Allein wenn אמרי in der Tat ein Redaktionsmerkmal wäre, so müßte B. K. selbst zwei bezw. drei verschiedenen Redaktionen zugeschrieben werden: eine ohne אמרי bis 35 b, eine zweite mit אמרי von 35 b bis 111 a und eine dritte von 111 a bis Ende (119 b) wiederum ohne אמרי. Das Problem wird aber keineswegs dadurch aus der Welt geschaffen, daß man אמרי nicht als Redaktionsmerkmal, sondern als spätere Ergänzung betrachtet. Denn auch dann muß, um dem Tatbestand gerecht zu werden, ein sonderbarer Spezialfall konstruiert werden; es müßte dann das Urexemplar aller auf uns gekommenen Baba Kama-Texte von einer Hand herrühren, die ausgerechnet Seite 35 b—111 a mit אמרי versehen hat3. Danach gewinnt man beinahe den Eindruck, daß man mehr berechtigt ist von einer letzten Suggiot, als von einer allgemeinen letzten Redaktion zu sprechen. Die Fortsetzung ואודא רבה לטעמיה וכר bis zum Schlüsse dieser Teilsuggia steht mit dem vorhergehenden in losem Zusammenhang und wird mit ihm nur durch die Verbindungsformei ואזדא רבה לטעמיה * 57b. Bei genauerer Durchsicht mag eine Berichtigung nötig werden. 2 Es ergibt sich ungefähr folgendes: 87 Seiten haben je einmal, 21 je zweimal, 9 je dreimal, 4 je viermal, eine fünfmal und eine sechsmal אמרי. Allerdings sind noch Varianten zu berücksichtigen. So gibt.es Stellen, wo die Dikduke Sofrim nicht אמרי lesen, andere wo Ds (= Ds hier und im folgenden Dikduke Sofrim) אמרי haben und unser Text nicht. Am Gesamtbild jedoch ändern diese Varianten fast gar nichts. So fehlt beispielsweise bei Ds אמרי ein- oder mehreremal auf derselben Seite (S. 37b, 38a, 43a, 45a, 47b, 48a). Andererseits haben'verschiedentlich אמרי mehr als unser Text: S. 41a, 43b, 46a, 49b, 50b, 51a. 3 Es liegt jedoch sehr nahe, daß אמרי weder Protokoll Zeichen noch spätere Erklärungsglosse oder Interpunktionszeichen ist, sondern vielmehr einen organischen Bestandteil der betreffenden Texte im engsten Sinne des Wortes ausmacht. Alle אמרי - Texte müssen im Zusammenhang behandelt werden, damit man ihren Charakter und die Bedeutung der אמרי erhellen kann. Wir haben schon einen großen Teil des einschlägigen Materials geprüft und hoffen demnächst in einer Spezial Untersuchung auf dieses Problem zurückzukommen.

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