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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
Date
1929-01-01
Page
Seite 137 (sequence 7)
Language
German
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137 Die ganze Fortsetzung angefangen von לבל! אסל לעולם בטובה ע״י עצמו וכל fehlt bereits. Dafür haben wir folgenden Abschluß: דתנן ל׳יש אומל וכד א״ל כהנא אמליתא לשמעתא קמיה דלב וביד מנהלדעי מי מצית מוקמיח מתניתין כל״מ ולא כל״ש וכד א״ל לא מכלל למודה בטבח ומכל ללפואה ולכלבים. Der Quellenbeleg für R. Simon wäre in Kethuboth ebenso angebracht wie in B. K., da er überdies für R. Jakob angeführt wird; er kann jedoch bei R. Simon auch gut entbehrt werden. Denn der Ausspruch R. Simons ist eine Mischna, und wir finden im Talmud unzählige Stellen, wo eine in der Mischna vorkommende oder sonst allgemein bekannten Ansicht eines Tanaiten ohne Quellenbeleg angeführt wird. In unserem Falle möchten wir annehmen, daß der Quellenbeleg von einem Kopisten entweder in B. K. hinzugefügt oder in Kethubot übersehen wurde1 2. Der Schluß אמר רב כתנא וכר fehlt zu Recht in Kethubot, weil er sich eben einzig und allein auf die Mischna in B. K. bezieht. Die Einleitungsformeln zur Suggia gleichen sich in beiden Traktaten, nur werden in jedem die der betreffenden Mischna entsprechenden Begriffe eingeschoben. B. K.: טבח בשבת und Kethubot: 2בתר במי, Wäre auch der in B. K. fehlende zweite Teil seinem Inhalte und Charakter nach eine der Gesammtsuggia in Kethubot bezw. dem Traktate selbst entsprechende Ergänzung jüngerer Provenienz, so hätten wir es mit einer Erscheinung zu tun, die im Talmud ziemlich, oft vorkommt. Eine Suggia steht in zwei Traktaten und hat eingangs und zuweilen auch am Schlüsse eine um ein weniges verschiedene Fassung, die dem Rahmen der Suggia bezw. dem Charakter der betreffenden Traktats entspricht. Bei solchen Suggioth liegt es manchmal auf der Hand, daß sie in einem Traktat primär und im andern sekundär sind; zuweilen aber fällt die diesbezügliche Entscheidung schwer3, d. h. die Suggia kann an beiden Stellen primär oder sekundär sein. Hier aber liegen die Dinge etwas anders. Der letzte Stempel wurde der Suggia — wie schon hervorgehoben — erst in der letzten Amoräergeneration aufgedrückt. In B. K. wurde die Suggia noch mindestens eine Generation früher gelernt, was aus der Fortsetzung א״ר כהנא וכר zu ersehen ist. Inhaltlich gehört die ganze Suggia nach B. K. Aus alledem ergibt sich, daß die Suggia in B. K. unmöglich sekundär sein kann, sie muß also dort primär sein. Und ist sie in Kethubot sekundär, so kann sie dorthin erst 1 S.^ein ähnliches Beispiel Keritot 12b und Sabat 71b oben, wo der Beleg in Sabat fehlt, in Keritot aber vorhanden ist. Allerdings ist dort das Verhältnis umgekehrt, denn die Quelle der Mischna הכותב שתי אותיות ist Sabat 105a. vgl. jedoch Keritot 16b unten. Sabat a. a. O. ist zu lesen wie in Keritot רביבא statt רב הובא. 2 Manche Mss. lesen auch in B. K. אפילו טבת בשבת במי, vgl, Dikduke Sofrim ibid. Note 30. 3 Vgl. z. B. Sukka 16a, b mit Erubin 86a, b, Rosch-Haschana 24a, b mit Aboda-Zara 43a, b, Sanhedrin 34b mit Nida 49b unten, Sanhedrin 36b mit Nida 49b und Megila 7b unten mit Makot 23b. S. auch weiter unten.

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