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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Studien zur Redaktion des babylonischen Talmuds
Date
1929-01-01
Page
Seite 134 (sequence 4)
Language
German
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134 Jochanans; anschließend daran eine andere Kontroverse R. Jochanan- Resch-Lakisch mit der zur selben gehörigen Suggia. 6. Zwei Schlußbemerkungen. Dies der Rahmen der ganzen Suggia, wir wollen nun auf die Einzelsuggioth derselben näher eingehen. Da unsere Suggia, genauer gesprochen ihre Hauptbestandteile, sich• auch im Jeruschalmi zur Stelle in Kethubot und auch in Therumoth VII 1 finden, werden wir an den betreffenden Stellen auch auf die Parallelen im Jeruschalmi hinweisen. Die erste Teilsuggia umfaßt etwas mehr als eine Seite (32a) und befaßt sich ausschließlich mit der Erklärung Ulas. Sie ist durchweg anonym, scheint aber in den Hauptzügen mindestens alter Herkunft zu sein, denn sie befindet sich zum weitaus größten Teil auch im Jeruschalmi. Dort ist R. Natan b. Hoschaja der Autor dieser Erklärung1.. Die zweite Teilsuggia umfaßt etwa eine Seite (32b) und befaßt sich mit der Erklärung R. Jochanans. Auch sie ist gleich der ersten anonym und hat nur im ersten Teile, der sich direkt mit der Begründung der Erklärung R. Jochanans befaßt, ihre Parallele im Jeruschalmi. Indes wird im zweiten Teile mit älterem Material operiert, das zum Teil auch an anderen Stellen vorkommt, wie der Ausspruch R. Amis i. N. R. Rochanans הכהו הבאה שאין בה פרוטה לוקה, teils hingegen nur hier zu finden ist, wie der Ausspruch r. Haas בפירוש דיבתה תורה עדים זוממין לתשלומין. Beim Ausspruch R. Haas wird היכא איתמר gefragt und auf die Mischna Makkoth 4a verwiesen. Schon die Frage היכא איתמר ist geeignet, die Herkunft dieses Ausspruches zu bezeichnen, und nach der Quellenangabe erwartet man, daß er an der angegebenen Stelle zu finden sei. Der Ausspruch R. Haas fehlt jedoch in Makoth, obwohl dort nicht bloß nach der Angabe des Talmuds selbst seine Quelle sein soll, sondern er auch in der Makkothstelle gewissermaßen ergänzt werden muß. Denn über die Frage ונימא כל הלוקה אינו משלם kann man nicht ohne weiteres hinwegkommen. Dieser Punkt wird noch interessanter durch folgende Tatsache. Der מילף, den man hier für החובל בהכירו erst nach einer Analogie aus dem Ausspruch R. Haas -bei עדים!וממין herausbekommt, ist in Baba-Kama 84a eine Boraithä d'be R. Chija expressis verbis für החובל בהכירו. Ja, noch mehr, auch der מילף R. Haas selbst bei עדים זוממין hat in Baba Kama a. a. O. sein Gegenstück in einer Boraitha des Tana d'be R. Jischmael bezüglich החובל בחבירו. Direkte Boraithoth bleiben ganz unbeachtet und es wird nach einem analogen Ausspruch R. Haas geschlossen, nach dessen Quelle erst gefragt werden muß und der an der angegebenen Stelle vermißt wird. Auch werden wir an der Hand der dritten Teilsuggia sehen, daß wir es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht bloß mit einem losen Ausspruch R. Haas, sondern vielmehr mit einer ganzen selbständigen Suggia zu tun haben. Die dritte Teilsuggia umfaßt zwei Seiten (33a, b) und beginnt mit der Gegenüberstellung der Erklärungen Ulas und R. Jochanans. 1 Zu solchen Varianten zwischen Babli u. Jerusch, s. weiter unten in den Anin.

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