Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 124

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Der Judenbader zu Gaya
Date
1929-01-01
Page
Seite 124 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829959-2829962-2835244--48935-2835295
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

124 ist. Ich bin bei der Contagionszeit von ilim Herrn Baron auf seiner Buchlauer Herrschaft vorn Bader aufgenommen worden und also hat er Herr Baron mich gefunden, daß ich meine Profession wohl verstehe. Int. XIV um. Wie hat dich der Herr Baron PetrMwaldsky in der Contagion vor einen Bader aufgenommen, es ist ja auf seiner ganzen Herrschaft kein Contagion gewesen? R: Wegen der Gefahr, wann etwas entstehen möchte, ich solle seinen Untertanen mit meinen Medieinen helfen. Int. XV um. Ist wahr Josef, daß du dem verstorbenen Brauer zu Mostienitz ein Vomitiv, oder zum Erbrechen eingegeben hast. R. Ja, ich habe es ihm eingegeben. Int. XVI ium. Siehe, da ist ein Attestaten von dem vormaligen Mostienitzer Burggrafen, Herrn Georg Sombler, daß du demselben Brauer solches Vomitiv so heftig und vehement gegeben, daß ihm Brauer etliche Tage nach einander immerfort so stark purgieret, daß von ihm oben und unter das Blut gegangen, und obwohl man nach etlichen Tagen so heftiges Purgiren kaum, und sehr schwer gestillet, der Brauer sodann immer gekranket und sich dabei einzig allein auf solche deine Purgation beklagt habe. Bis selbter endlich gestorben.. Was sagst du dazu? R. Wider das Attestaten des Herrn Somblers, was sollte ich sagen. Warum ist sein Brauersweib auch nicht gestorben. Ich habe ihr ja auch zum purgieren eingegeben. Warum haben sie um mich nicht geschickt, ich hätte das Brechen ihnen auch stillen können. Int. XVII um. Was hast aber für ein Purgation gesagtem Brauer eingegeben? R. Ordinari purgantz, wie man es aus der Apotheken pflegt vor’s Brechen zu nehmen. Int. XVIII um. ,,Dorothea Walavczkin aus dem Dorfe Br2ezowitz beschwert sich auch wider dich, daß du ihrem seligen Ehemann einen Zahn so schlimm ausgerissen und das Zahnfleisch beschädigt, daß er in dem Kinnbacken einen Brand bekommen und hiervon sterben müssen, welches D. W. auch mit Jurament beteuern will; höre jetzt ihre Aussage an" [die Aussage wird verlesen]. R. ,,Von dem Zahn ist er nicht gestorben, sondern vom Rotlauf und Kopfschmerzen, das war lange nach dem Zahnreißen, wie er gestorben ist. Hat er mich doch 5—6 Wochen danach hierher von Brzezowitz geführt, ist gesund gewesen. Ehe er gestorben, bin bei ihm gewesen, hab ihm nachgefragt, ob er wider mich was hatte, er hat gesagt, daß er nicht wider mich hat. Und weiß ich doch nicht einmal, ob ich ihm einen Zahn ausgerissen, oder nicht? Oder ob es ein Zahn gewesen, oder nur Zahnwurzeln, ich weiß mich nicht mehr dessen zu erinnern." Int. XIX um. Es kommt weiter Klage wider dich, daß du einem kranken Weib zu Mistrin, ein oder mehrere Adern auf der ferligung. Sigl. Buchlau, den 21. März 1719. (L. S.) Johann Dietrich Frhr.. v. Petrswadsky. Daß diese Abschrift mit dem Original-Atteste gleichstimmig ist, beurkundet etc. Actum Gavae die 8. Marty Ao. 1720. Bürgermeister und Rat allda. (L. S.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.