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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 123

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Der Judenbader zu Gaya
Date
1929-01-01
Page
Seite 123 (sequence 5)
Language
German
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128 es hier schreibet, mir nicht gesagt, wie ich bei ihm zu Hradisch und er auch hier bei mir war/‘ Man hat dem Juden bei der Inquisition das Pulver, welches ihm ein Badergesell von Gaya, Namens Johann Philipp in dem Markt Zerawitz bei einem kranken Menschen weggenommen, gewiesen, mit der Frag? Int. IX um. ,,Joseph Jonas, ist dieses Pulver dein Medicin? R. Nein, es ist nicht mein, dazu bekenne ich mich nicht. Int. X um. Schaue Jude, was willst du es leugnen, es ist ja dieses Pulver, das bei einem Kranken in Zerawitz weggenommen, worden. R. Ist dieses Pulver von dem Badergesellen Philipp? Also muß es gut verfälscht sein worden, wie die andern Medicinen in der Schachtel bei Novatschek verfälscht worden. Ich habe dem Menschen zu Z. kein solches Pulver, sondern ein gutes Wurmpulver gegeben, weil ich befunden, daß zu Z. derlei Wurmzuständ nach und nach, nicht zwar sehr viel sich äußern. Int. XI um. Wider was für Zuständ oder Krankheiten hast denen Leuten zu Z. deine Medicinen vorgeschrieben? . R. Es war, wie ich gesagt, nur eine Wurmsucht, aber nicht stark, sondern nur nach und nach. Int. XII um. Wie ist denn geschehen, daß der Badergesell J. Ph. dir dieses Pulver weggenommen und du hast das Geld demselben Bauern wieder zurück geben müssen? R. Wie ich auf demvJahrmarkt zu Z. gewesen, wurde mir gesagt, daß ein alter Bauer, Gzechaczek nennt er sich, krank sei, so bin ich zu ihm gegangen. Nun hat er mir gesagt, daß der Bader bei ihm gewesen und hatte ihm geraten ein Purgation und daß er darauf die Ader lassen. Dieses habe ich dem Bauer widerraten, sondern er soll nur mein Wurmpulver nehmen, daß ihm wird gewiß besser werden, und habe dem Bauer solches Wurmpulver gegeben. Darzu ist hernach wieder der Bader kommen, Seilers Sohn Philipp, hat ihm Bauer wieder die Purgantz und Aderlaß geraten. Darauf habe ich gesagt, ich hätte es schon widerraten, sondern er soll nur mein Wurmpulver brauchen. Nun hat er, Seilers-Sohn, dem Bauern das Pulver weggenommen. Aber dieses hier ist nicht mehr das rechte, es ist schon verfälscht. Die Herrn können bei mir solch rechtes Wurmpulver sehen, gegen diesem will ich meines zu Haus wreisen, ob es gleich diesem ist.“ })Int. XIII um. Warum aber unterstehst du dich mit Medicinen umzugehen und solche denen kranken Leuten vorzuschreiben und zu verkaufen? R. Weilen ich es verstehe und berufe mich auf das Attestatum von Herrn Baron Petrziwaldsky1 von Buchlau, so hier in der Kanzlei 1 Das Attestatum lautet: ,,Ich Endesunterscliriefcener urkunde und bekenne hiermit, daß Vorweiser dieses, Joseph Judenbader in der kgl. Stadt Gaya, während der gefährlichen Pest7eit des 115ל Jahres sich auf meiner Herrschaft Buchlau gegen ausgeworfenen Lohn dergestalten gebrauchen lassen, daß meine, seiner bedürfenden Untertanen, mit ihm allerdings zufrieden. Er auch seine obhabende Guren ziemlicher maßen glücklich begonnen hat. Daß nun deme also bezeuge mit meiner eigen Handunterschrift und Petschafts-

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