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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 3 · p. Seite 122

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 3
Article
Der Judenbader zu Gaya
Date
1929-01-01
Page
Seite 122 (sequence 4)
Language
German
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122 diese seine Anzeigung über das Scharditzer Attestatum annoch mit seinem körperlichen Eid bekräftigen könnte? Antwortet hierauf in Gegenwart des Juden: ,,Ja, ich kann darauf schwören und das Weib könnte es auch nicht anders aussagen.“ Dawider deponirt der Jud: ,,Was ist an des Herrn Schwur gelegen, der Herr ist mein Kläger, mein Feind, es ist aber nicht wahr.“ Nach Abtretung des Christen Baders wird der Jud weiter examinirt. Interr. V tum. Hat dir der Christenbader dorten zu Scharditz einiges Schachtel mit Medicin weggenommen? R. Ja, er hat mir's weggenommen. Interr. VI tum. Was seind für Medicin darin gewesen, specificire sie? R. 6 purgantien von magisteriae Jalappo, jedes pr 15 Xr. 6 von tartaro emetico jedes pr 12 X. Item purgane vitrum antimonium diafretium ein Loth um 36 X. zum Schwitzen. 1/2 Loth Krebsaugen um 6 X. y2 Loth rote Mirha per 6 X. 1 Loth terra sigillata um 9 X. 1 Pulver contra casum um 30 X. Hirschhorn und Salniterzeltel beides um 15 X. Fras-Pulver um 15 X. Mastix und Steffel Röhren per 6 X. Glitzenstein und Aloes um 9 X. ... u. Nix, dann ein weißes Pulver [dieses ist zwar nur ein weißer Zucker gewesen, aber Ihne Bader brauchet es nicht zu sagen] alles um 30 X. Grüne und rote Salben vor (— für) ein abgeschlagenes Geblüt um 36 X. Zweierlei Pflaster eins defensiv, das andere Bleiweiß, beides um 15 X. Gallreinigung Pilullen per 24 X. 1 Loth alcermes um 24 X. Opium um 15 X. 1 Fläschel Elexir proprietatis um 12 X. Interr. VII um. Woher hast du diese und derlei Medikamente. R. Ich kaufte sie teils von denen Materialisten, teils aus den Apotheken, dann und wann zu Hradisch, dann und wann zu Brünn. Es wird der Christenbader wieder vorgerufen, es wird ihm die Specification der Medizinen vorgelesen und befragt, ob die genannten Medicinen in der Schachtel gewesen. Er antwortet darauf: ״Das weiß ich nicht, denn ich habe sie nicht visitirt, sondern wie ich die Schachtel mit denen Medicinen auf Erlaubnis des Herrn Pater Prokurators ihme Juden genommen, so habe es mit.allem dem Herrn Dr. Götz zum Visitiren überantwortet, was er nun darin befunden, da beziehe ich mich auf sein Attestatum. Ich bin aber erbietig zu schwören, daß ich von solchen Medicamenten nicht das geringste weggenommen, noch das mindeste dazu zugeleget, oder verändert habe.“ Es wird dem Juden Attest und Schreiben des Herrn Dr. Götz vorgelesen und darüber befragt: ״Int. VIII um. Joseph hast gehört, was der Herr Doktor wegen solchen deinen Medicinen da bezeugen und an den löblichen Magistrat schreiben tuet, also wirst du solcher betrüglichen Medicinen halber darmit überwiesen? R. Wider dieses Attestatum des Herrn Doktors will ich weiter nichts sagen, werde giber gehörigen Ortes dawider schon das meinige einbringen. Warumben aber der Herr Doktor von dieser Schachtel mit mir nichts geredet, und das mein Medicin solche wäre, wie er

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