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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 6 · p. Seite 584

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 6
Article
Studien zur Wiederaufnahme der Juden durch die deutschen Städte nach dem schwarzen Tode
Date
1928-01-01
Page
Seite 584 (sequence 9)
Language
German
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584 jodenkerkhove''1 gibt, so sind wir zu dem Schluß berechtigt, daß bereits zu diesem Zeitpunkt eine nicht ganz unbedeutende Judengemeinde ihren Wohnsitz wieder in Hildesheim hat. Am 20. Januar des gleichen Jahres erteilen die Ratmänner von Breslau der Scalda Smogelissa und Angehörigen ihrer Familie die Aufenthaltserlaubnis2; Am 2. Mai 1352 schließt die Stadt Nürnberg einen Vertrag mit drei Juden als den Vertretern der dortigen jüdischen Gemeinde3. Am 22. Oktober finden dann die Juden in Speyer Aufnahme durch den Rat4. Im gleichen Jahre leisten Fisli und Eva Guta, die Kinder des verstorbenen Juden Moses, Verzicht auf alle Ansprüche an die Züricher Bürger5. 1353 erfolgt 1t. Bericht des Chronisten die Aufnähme in Worms6. In Ulm schließen zwei Bürger am 5. Mai 1354 mit den Vertretern der Judenschaft einen Vertrag betreffs der dortigen Synagoge7. Der Grabstein des am 10. August 1355 gestorbenen Rabbi Elia, Sohn .des Rabbi Jehuda ha Cohen, wie auch die anderen erhaltenen Grabsteine aus den Jahren 1361 und 1363, 1367 und 1369 lassen auf eine verhältnismäßig bedeutende Gemeinde in Ulm in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts schließen8. Am 10. November 1354 öffnet der Rat von Erfurt zwei jüdischen Familien die Tore seiner Stadt9. In Solothurn werden im Jahre 1354 ebenfalls wieder Juden erwähnt10. In Trier erhält der Erzbischof Cüno am 13. Dezember 1356 von Karl IV. das Recht, Juden wieder in sein Stift aufzunehmen11; vom September 1362 liegt dann eine Vertragsurkunde zwischen Bischof und Stadt vor, die auch die Verhältnisse der dortigen Juden regelt12. Daß aber bereits 1354 wieder die Maglichkeit der Niederlassung gegeben ist, geht aus dem Revers hervor, den der jüdische Arzt Symon betreffs seiner Reception und Bestallung zum erzbischöflichen Hofarzt unterschreibt13. Das Rechenbuch der Stadt Frankfurt erwähnt unter döm Datum des 3. Mai 1360 zum ersten,Mal nach der Pest wieder Juden. Es werden die Steuern von insgesamt 8 Juden aufgezählt14. Das Bürgerbuch führt unter dem 3. September des gleichen Jahres nur noch 7 Juden auf15. Am 29. August 1362 nimmt der Rat der Stadt Basel den Juden Eberlin aus Colmar mit Frau, Kindern und Gesinde in seinen Schutz16. 1365 nimmt der Mainzer Rat einige Judenfamilien wieder auf; aber bereits vor diesem Zeitpunkt müssen in Mainz Juden mit der Erlaubnis der Stadtobrigkeit ihren Wohnsitz 1 R. Doebner, U.-B. d. Stadt Hildesheim, Bd. 2, Nr. 64. 2 L. Oelsner, Urk. u. Gesch. d. Juden in Schlesien, S. 113. 3 Hegel, Chroniken der deutschen Städte, I, S. 112. 4 Zeitschrift f. d. Gesch. d. Juden in Deutschland, Bd. 3, S. 245 f. 5 A. Steinberg, ibid. 6 Friedr. Zorn, Wormser Chronik, ibid. 7 Vesenmeyer u. Bazing, Ulmisches U.-B. II, 1, Nr. 431. ' 8 M. Brann in Festschrift für Dr. Kroner, Breslau 1917, S. 169, 179. 9 Geschichtsquellen der Provinz Sachsen, Bd. 1, S. 184. 10 A. Steinberg, ibid. 11 J. N. Hontheim, Historia Trever. Diplomatica et Pragm. Tom. II, 196. 32 Publik, der Gesellsch. für Rhein. Geschichtskd., Bd. 29, S. 335/336. 13 Ibidem S. 332, Nr. 62. 14 Kracauer, U.-B. zur Gesch. d. Juden in Frankfurt, S. 220. 15 Ibidem S. 314. 16 Ginsburger, Juden in Basel, Basel 1909, S. 347 ff.

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