Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur neueren Bibelliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 568 (sequence 8)
- Language
- German
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568 gehalten. Hoonacker erklärt diesen Namen als ־=) זרב בבל ,,opprime Babelam“), da es kaum glaublich sei, daß man sich für den Nachkommen der Könige'von Juda einen Namen aussuchte, der eine fortdauernde Erinnerung an den Triumph Babels enthielt. Gelbhaus sieht in Zerubabel ein Epitheton ornans. Dieses habe זר בבל Krone Babels bedeutet (vgl. die spätere Bezeichnung * מא1ד הגולה). Der eigentliche Name Zerubabels sei in Vergessenheit geraten. Nach Friedmann ist Z. der Amtsname des Erbauers des zweiten Tempels, während der Name seiner Kindheit ,,Asir-Sealtiel“ (== Gefangener, von Gott gepflanzt“, vergl. Haggai Kap. lv 12, 14, 22z; ״Ezra 32, 8, 52 u. a. St.) gewesen sei. Riefher vermutet in Zerubabel auf Grund des Lucian-Textes von 3 ‘Ezra 55 (leider vollständig korrump.), daß Z. eigentlich Jehojaqim geheißen habe. Jedenfalls kann mit Gabriel angenommen werden, daß der ursprüngliche Name durch einen späteren Beinamen verdrängt worden ist. — Als Geburtsort Zerubabels wird, wie dies schon der Name andeutet, allgemein Babylon gehalten. Die Meinung Kosters, es habe nur eine Rückkehr der Juden aus dem Exil z. Zt. ‘Ezras gegeben, und der Bau des Tempels sei von den im Lande Zurückgebliebenen ausgeführt worden, deren Führer Zerubabel und Josua niemals in der Verbannung gelebt hätten (Haggai und Zakaria erwähnen die Rückkehr unter Cyrus nicht; das ‘Ezrabuch biete wegen seiner Uneinheitlichkeit keine Stütze), weißt Gabriel mit einleuchtenden Gründen zurück. — Ueber die genauere Abstammung Zerubabels, der aus dem Geschlechte Davids stammen soll, liegen verschiedene Ueberlieferungen vor. Bald wird er als Enkel des Königs Jekonia, bald als Sohn äealtiel bezeichnet. (Hag lv 12,14; 223; ‘Ezra 32,8; Mt 112; u. a. St.) Die Meinungen Meyers (,,Entstehung des Judentums“, Halle 1896, 78 f.), Sellins und Rothsteins, Zerubabel sei nicht vor 540 v. Chr. geboren oder sei jedenfalls im Jahre 538 noch ein kleines Kind gewesen, werden von G. geprüft, und er kommt zu dem Ergebnis, daß man, trotz gewisser scheinbarer Argumente für diese Behauptungen, nicht genötigt ist von der traditionellen Auffassung abzugehen. — Von Wichtigkeit für die Darstellung des Lebens und. Wirkens Zerubabels erscheint Gabriel die Frage, ob er mit dem ‘Ezra 18, 514,16 genannten Sassabasar identisch ist oder nicht. Er glaubt behaupten zu dürfen, daß die Annahme, Zerubabel und Sassabasar seien nur verschiedene Namen für die gleiche Persönlichkeit, kein ,,Verzweiflungsweg“ ist, wie Meyer erklärt, sondern eine, wenn auch nicht unbedingt sichere, so doch in den Angaben des A. T. wohl begründete Annahme. Durch diese Gleichsetzung werden mancherlei Vermutungen hinfällig, die Winckler (״Altorientalische Forschungen“, Leipzig 1901, II, 434, 450 f.,-465), und Rothstein (,,Die Genealogie des Königs Jojachin und seiner Nachkommen in geschichtlicher Beleuchtung“, Berlin 1902) an die Person Sassabasars geknüpft haben. (So etwa: Sassabasar habe sich am. Anfang der Regierungszeit des Cambyses gegen dessen Herrschaft empört und sei im Kampf gegen die Perser gefallen.) — Das.Cyrusedikt, das für die damalige Zeit im allgemeinen und für die Zerubabels im besonderen von größter Wichtigkeit ist, und das in doppeltem Berichte vorliegt (‘Ezra 1263-5 ,4־), ist vielfach als unecht