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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 6 · p. Seite 566

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 6
Article
Zur neueren Bibelliteratur [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 566 (sequence 6)
Language
German
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566 exilischen Zeit in dem Jhwdienst Eingang fand. Wellhausens Ansicht ist nicht ohne Widerspruch geblieben, und seine Behauptungen sind nach Löhrs Ansicht nicht auf die Griechen zu übertragen, bei denen Weihrauchopfer nicht zur selben Zeit wie in Israel in den Kult eingedrungen sind. Räucheropfer sind wahrscheinlich aus dem profanen Gebrauch von Räucherwerk erwachsen. Löhr untersucht den Sprachgebrauch, vor allen Dingen die Wurzel qtr und stellt die Ausdrücke für Räuchergeräte im A. T. zusammen. Der Verfasser kommt auf Grund von Sam 12, 28; Jerem 620; Jes 4322-28; Reg 16, 2022־; 748-60; Exod 30x10־; Lev 2; Lev 4r35; Num 16; u. a. St. zu dem Ergebnis, daß das Räuchern in Israel im profanen Leben seit alters her genau so üblich war wie bei den Völkern des alten Orient. Wie es scheint, ist das Räucheropfer auch im religiösen Kult von Anfang an gebräuchlich gewesen. Der Verfasser schildert dann den Räucheraltar nach den Angaben der nachbiblischen Ueberliefernng und weist gegen Josephus, der einen jüdischen Räucheraltar an zwei wichtigen Stellen nicht erwähnt, (Ant. XIV. 72 u. Bell, jud, VII. 148) nach, daß an der Existenz eines Räucheraltars, im Tempel auf dem Zion bis in die letzten Zeiten seines Bestandes nicht zu zweifeln ist. Der Zweck des Räucherns ist darin zu sehen, daß es den Opfernden reinigt, daß es die für die Gottheit angemessene Atmosphäre an heiliger Stätte schafft, und daß es in geeigneter Mischung Dämonen bei Kranken und Verstorbenen verscheucht. Die Arbeit Max Löhrs informiert in gründlichster Weise. Abgesehen von der Fülle des Materials, das der Verfasser vorbringt, ist die klare Zusammenfassung aller Ergebnisse zu rühmen. Die erschöpfende Behandlung des Themas stellt schon eine nicht gewöhnliche Leistung dar, aber das Buch bietet mehr, als der der Titel erwarten läßt. Die beige fügten'Tafeln am Ende des Buches vermitteln dem Leser ein anschauliches Bild von den Kultgeräten und der Art ihrer Verwendung. Im Zusammenhang mit der Löhr sehen Arbeit ist Harold M. Wieners ,,The Altars of the Old Testament“, Leipzig 1927, als ״Beigabe zur Or. Lit. Z.“ zu erwähnen. Voraussetzung für W. ist die lückenlose Beibringung des alttestamentlichen Materials (siehe Einleitung), das, erweitert durch die Ergebnisse der Religionsgeschichte überhaupt, Archäologie und Bibelwissenschaft, die Institution und den Kultus des biblischen Altars in ein klares Licht zu rücken vermag. W. bespricht zunächst den steinernen Altar, wie er Exod 202426״ gefordert wird und vergleicht mit diesem die Bauart des Altars nach Ex 27 ff. Als wichtigste Unterschiede ergeben sich: Exod 20 fordert einen Altar aus unbehauenen Steinen oder Erde, ohne Muster״ oder Maßangaben, Hörner, Gitter oder vorgeschriebene Kleidung des Opfernden. Der Altar nach Ex 27 dagegen hat einen kupfernen Ueberzug und verlangt alle die angegebenen Besonderheiten. Stellen wie Dt 2757־; I Sam 1433-35*, I Kön 1831f.; II Kön 517 setzen die Existenz des Erdaltars voraus, der lange Zeit neben dem gehörnten Altar bestanden haben mag. Exod 20 kann auch als eine Polemik gegen den salomonischen Altar angesehen werden, der den Bestand der Altäre ,,an jedem Orte“ (Exod 2024-26־) zugunsten des jerusalemischen Tempeldienstes aufhob. Wiener erörtert, wer nach den biblischen Angaben auf dem Erdaltar opfern durfte und welche

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