Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur neueren Bibelliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 565 (sequence 5)
- Language
- German
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565 Umschalungen, mit denen veränderte religiöse oder geschichtliche Gesichtspunkte und neue Bearbeiter ihn umgeben haben, wiederherzustellen. Bei den überaus zahlreichen Wort- und Sacherklärungen des vorliegenden Bandes läßt sich nur auf weniges hinweisen: Gleich im 1. Satze des 1. Kap. wird der Name צרפים, weil er sich dem Satze nicht eingliedern läßt und die vorhergehende Pl-Endung von הרמתים (nicht in Pes. Vergl. Joseph. Arch. VI 13, 5) gestrichen. Ich glaube, daß die Streichung von צופים nicht nötig ist. Das Wort ist vielmehr צופי zu lesen, das מ ist von מהר herübergenommen. LXX liest SetcooE צו^י (vergl. I Ghr 6U). הרמתים findet sich als Wohnort Elkanas im M. T. zumeist als הרמה, während LXX.rAp|ia9־d»j1 liest (vergl. lt9, 2111534 י7ול י u. a. St.). Vergl. Marti z. St. — In Vers 2 erklärt G 8 s p a r i für Doppelschreibung, zweites שם sei zu streichen. Statt אחת ist 1א$ת zu lesen, das Hauptfrau bedeutet. Die Berechtigung zu dieser Lesart ist anzuzweifeln. Mag א$ה mit der Bedeutung Hauptfrau auch gelegentlich Vorkommen, so liegt doch kein Grund vor, ם$ zu streichen. Vergl. Stellen wie Gen 41Q, 41, 61-62; Exod 184. Warum also nicht auch hier? —• 15 erklärt Gaspari zu אפןם: ,,die Schreiber dachten an aram. אפם nun geradeDiese Lesart geht auf LXX xtajv oxi zurück. Der Erzähler wollte doch aber hervorheben, daß Elkana seiner Liebe zu der kinderlosen Hanna besonderen Ausdruck gab. Targ. liest בחיר. Die jüdischen Kommentatoren verstehen darunter: ,,doppelt so groß“. Das Wort findet sich allerdings sonst in dieser Bedeutung nicht. Max Löhr behandelt in seinem ״Räucheropfer im Alten Testament״ in ,,Schriften der Königsberger Gelehrten Gesellschaft“, Halle 1927, 4. Jahr, H e f t 4, im Rahmen einer groß angelegten Untersuchung eine der interessantesten Kultfragen des alten Israel. Der Verfasser stellt sich die Aufgabe, uns die Art und Weise des Raucher- Opfers z. Zt. der Bibel mit dem dabei verwandten Sprachgebrauch unter Beibringung von Quellen und Nachweisen aus der althebräischen, babylonischen, griechisch-römischen und späteren arabischen Literatur näher zu bringen. Die Einleitung faßt zusammen, daß bei den Völkern um das Mittelmeerbecken einheimische und aus der Fremde importierte Arome seit alten Zeiten bereits im profanen und kultischen Gebrauch waren. Diese Mischungen wurden berufsmäßig hergestellt, und jeder Kult pflegte wohl besonderes Räuchermaterial zu verwenden. Solche Mischungen waren, wie man aus den alttestamentlichen Angaben folgern darf, für profane Zwecke verboten. Was die uns erhaltenen Nachrichten über den antiken Handel mit Weihrauch und anderen Aromen betrifft, so treten diese nur gelegentlich auf und sind, aus je älterer Zeit sie stammen, desto unsicherer. Doch darf als Tatsache angesehen werden, daß Arome, die aus Afrika oder Arabien stammten, durch Aegypter und Araber nach Babylonien, Assyrien, Syrien und Palästina auf dem Land- oder Wasserwege verfrachtet wurden, und daß derartige Naturprodukte auch aus Palästina ihren Weg nach Aegypten gefunden haben. Nach 1000 v. Chr. mögen dann auch phönizische Händler diese Handelsgegenstände nach Hellas und Rom gebracht haben. Die herrschende Ansicht über das Räucheropfer im A. T. hat sich bis jetzt im allgemeinen der von Wellhausen ,,Prolegomena zur Geschichte Israels“ 1895 vertretenen Meinung angeschlossen, nach der diese Opferart erst mit Ausgang der vor-