Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur neueren Bibelliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 563 (sequence 3)
- Language
- German
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563 El-Amarnabriefe der Pharao von Aegypten, wenn auch nur äußerlich und bereits gelockert, die Oberherrschaft über Kanaan hatte, während z. Zt. unseres Buches von einer ägyptischen Macht nichts zu merken ist. Die Habiru sind, wie die Israeliten Josuas, zwar den kanaanäischen Einwohnern an Kraft überlegen gewesen, aber die erobernden Wüstenstämme verfielen, wie so oft im Laufe der Geschichte, der Kultur des besiegten Landes. — Zur Beglaubigung des Hauptinhaltes des Buches Josua weist Schulz auf eine Inschrift hin, die Prokop von Cäsarea (De bello Vandalico II 10 S. 450, ed. Dindorf) erwähnt: ,,Wir sind die, die geflohen sind vor dem Angesicht Josuas, des Räubers, des Sohnes Naves". Ueber den Wert dieser Angabe läßt sich schwer ein Urteil fällen, trotz des Hinweises Kittels auf den Hebraismus ,,vor dem Angesichte". — Der Verfasser führt in seinem Kommentar auch den Laien in das tiefere Verständnis des Buches Josua ein und entwirft in der Einleitung ein klares Bild von der historischen Bedeutung dieses Buches. Der Kommentar selbst legt weniger Wert darauf, alle die divergierenden Meinungen der modernen Bibelexegeten zu bringen,-sondern bietet die wahrscheinlichste Erklärung in leicht zu verstehender Sprache. Die Arbeit der Hexateuch־־Synopse setzt Otto Eissfeldt dort in seinen ,,Quellen des Richterbuches, in s y ־ noptischer Anordnung ins Deutsche übersetzt, samt einer in Einleitung und Noten gegebenen Begründun g", Leipzig 1925. — Eissfeldt sucht die im Hexateuch nachgewiesenen drei Erzählungsquellen auch durch das Richterbuch hindurch zu verfolgen. Diesem Zweck dient die Anlage des vorliegenden Buches. Es zerfällt in vier Teile: die synoptische Uebersicht, die Einleitung, die in synoptischer Anordnung gegebene Uebersetzung und die Noten. Die Einleitung analysiert die einzelnen Erzählungen und das Richterbuch im ganzen. Die Uebersetzung bemüht sich, die dem Hebräischen eigentümliche Nebeneinander- Ordnung der Sätze beizubehalten. Die Grundsätze, die sich für den Verfasser aus einer exegetisch-kritischen Betrachtung für die alttestamentliche Wissenschaft ergeben, sind folgende: Die quellenkritische Forschungsarbeit ermöglicht es, den Werdegang des A. T. und seiner einzelnen Teile zu erhellen und liefert auch dem Historiker der jüdischen Geschichte die Bausteine, aus denen er seinen Bau gestalten kann. Gründliche wissenschaftliche Darstellung der Profan- und Religionsgeschichte des alten Israel kann eine methodische Untersuchung der Quellen nicht entbehren. Eissfeldt analysiert die einzelnen Erzählungen von der Eroberung, und den Richtern, dem Raub eines Kultgerätes durch die Daniten, der Schandtat von / Ha-Gibefa und der Bestrafung der Benjameniten. Er glaubt, daß 3 gesonderte Quellen der Kombination des Richterbuches zugrunde liegen. Es scheint, daß diese 3 alten Erzählungswerke der Richterzeit die Fortsetzungen der 3 im Hexateuch sich findenden älteren Dar- Stellungen von Israels Geschichte sein sollen, in derselben Art wie die Hexateuch-Quellen addiert worden sind. Auch scheint das vordeuteronomische Richterbuch umfangreicher gewesen zu sein, als man es sich gemeinhin denkt. Zuzugeben ist, daß die Hand des Deuteronomisten in ihm erkennbar wird, und daß der theologische Pragmatismus, 36*