Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur neueren Bibelliteratur [Rezension]
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 562 (sequence 2)
- Language
- German
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562 identifiziert werden, um so weniger als semitische Namen sich mehrfach auch bei den Aegyptern finden. Jampel unternimmt bereits in seinem Buch ,,Die Hagada aus Aegypten“, Frankfurt 1911, S. 34 f. den schwierigen Versuch, die Folgerung, die aus der inschriftlichen Notiz der Israel-Stele zu ziehen ist, nämlich, daß Israel im 5. Jahr des Menephta bereits in Palästina gewesen sein müsse, mit der biblischen Ueberlieferung in Einklang zu bringen. — Die Arbeit Mallons bietet eine Fülle von Material, Abbildungen und interessanten Erklärungen. Leider dient aber der wissenschaftliche Apparat in der Hauptsache dazu, den wundersamen Charakter der biblischen Geschehnisse zu beweisen (vergl. bes. S. 138 f.). So verständlich dies alles von einem religiösen Standpunkt aus sein muß, — und M. macht aus seinem Standpunkt kein Hehl —, so sehr wird dadurch der wissenschaftliche Charakter dieser so fleißigen und gewissenhaften Arbeit verwischt. In objektiverer Weise behandelt Alfons Schulz, Professor an der Akademie zu Braunsberg in ,,Die Heilige Schriftdes A. T." herausg. von F e 1 d m a n n u. Herkenne, Professoren d. Theol. in Bonn, das ,,Buch J osue“, Bonn 1924. Schulz berichtet einleitend über Inhalt und Stellung des Buches Josua im Kanon der Bibel, sucht einen Ueberblick über den Text bestand zu• geben, stellt die Frage . nach der Abfassungszeit und bemüht sich den historischen Hintergrund aufzuheilen. Die Uebersetzung ist von einem leichtverständliehen Kommentar begleitet, der jeweils die Zusammenhänge der einzelnen, Berichte, aus denen sich das Buch Josua zusamrnensetzt, erklärt. Im Gegensatz zu früheren Kommentatoren, die geneigt sind in dem Fünfbuch und den darauffolgenden geschichtlichen Büchern die Bearbeitung eines einheitlichen Geschichtswerkes zu sehen, spricht Schulz dem Buche Josua einen selbständigen Charakter zu. Auch soll gerade aus Josua zu entnehmen sein, daß der Wortlaut des A. T. in vorchristlicher Zeit noch recht flüssig gewesen ist. Die seit dem 3. Jahrhundeil v. Chr. in Alexandria entstandene griechische Uebersetzung scheint vielfach einen besseren Text vorauszusetzen. Aber auch früher schon ist der Text des Josua-Buches überarbeitet und um eine ganze Reihe von Zusätzen vermehrt worden. Schulz glaubt, daß das Buch vor dem Ereignis I Kön 916 geschrieben ist. Es ist älter als David, vgl. Jos 1563 mit II Sam 56. Jos 1816,28muß zu einer Zeit niedergeschrieben sein, als Jerusalem noch nicht Hauptstadt war. Doch kann man nach der Meinung des Kommentators vielleicht noch weiter zurückgehen: Der Zusatz 1947 berichtet von der Ueber- Siedlung des Stammes Dan aus dem Gebiet von Juda nach dem Norden: Vergl. Ri 1823-27. Demnach scheint also der in Josua niedergelegte Verteilungsplan schon vor jenem Ereignis verfaßt zu sein. In Josua sind, wie Schulz nachweist, die Philister noch nicht die Erzfeinde Israels, so könnte also die Urschrift schon aus der .Zeit des Nationalhelden Simson stammen. Aus Schreib- Wendungen wie ,,auf der anderen Seite" oder ,,jenseits des Jordan" (5!, 9X, 127) verrät sich vielleicht der Standpunkt dessen, der erst vor kurzer Zeit vom Ostufer nach dem Westufer gekommen ist. Schulz bespricht ausführlich die Zeit der Eroberung Kanaans durch die Juden. Die Verhältnisse lagen ähnlich wie zur Zeit der El-Amarnabriefe. Die kleinste Stadt besaß ihren eigenen ,,König", und Kleinkriege und Eifersüchteleien waren an der Tagesordnung. Als wichtigster Unterschied ist die Tatsache Hervorzuheben,, daß z. Zt. der