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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 554

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 554 (sequence 3)
Language
German
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554 schrift, S. 70; Konstitutenbuch der Hessischen Judenschaft פנקס של הקהל דמדינח העסין S. 12—14, 16, 21 ff.1.) Das Konstitutenbuch2, das die Zeit von 1690—1738 umfaßt, liefert uns hinsichtlich der Familie Kirchhain viele Materialien. 1690 befindet sich unter den auf dem Landtag in Spangenberg gewählten Vorstehern auch Wolf Kirchhain. Später (1694) wird er auch zum zeitweiligen Steuereinnehmer und Kurator einer Erbschaft bestimmt. 1698, 1701 und 1704 ist er in den Landtagsberichten als Vorsteher angeführt. Auch aus vielem anderen geht hervor, daß er als Vorsteher fungierte3. Vom Jahre 1718 ab — die Ereignisse von den Jahren 1704—1717 sind im Konstitutenbuche nicht eingetragen — ist er unter den Vorstehern nicht mehr zu finden. 1701 wurde Wolf und sein Sohn Elchanan Henle — der Autor unseres Werkes — zu Vormündern von Waisen im Kreise Marburg bestimmt4. (Merkwürdig ist es nur, daß hier Elchanan Henle nicht als sein Sohn bezeichnet wird. Dort heißt es 5ם, 1פרנם]המדינה הר' וואלף קירכהן והנעלה הענלא קירכהאן. Daraus scheint hervorzugehen, daß unter Kirchhain die Stadt nahe hei Marburg gemeint ist, und daß sie in jüdischen Angelegenheiten das Suprimatsrecht über Marburg ausübte. Auch nach dem Tode des Wolf wird ein Kirchhainer Einwohner als Vorsteher erwähnt6.) Schatzkis Hypothese, daß auch Elchanan Henle zum פרנס gewählt wurde, ist unrichtig. Im Konstitutenbuche, das bis zum Jahre 1738 uns Nachrichten überliefert, ist nicht er, sondern ein anderer aus Kirchhain7 als solcher angeführt, und nach dieser Zeit scheint er schon nicht mehr gelebt zu haben. (Schatzki, Einl. S. 22.) Verwandte, die im Konstitutenbuche erwähnt sind, sind אלק Tochter des Lipman, Sohn des Wolf und eine Tochter, die Witwe des Betenhausen. (S. 25, 47.) Der vom Herausgeber angeführte Rabbiner Hirsch Kirchhain von Kassel ist kein anderer als Naftali Hirsch Wassertrilling, der Schwiegersohn des Elchanan Henle8. ' Die Familie in Frankfurt trägt den Namen Kirchheim und nicht Kirchhain9. Zu der vom Herausgeber zusammengestellten Liste der Träger dieses Namens können wir einige hinzufügen. Der Verfasser des Wormser Minhagbuches10 (gest. 1632) heißt Liwa (Juda Löb) b. Mose Kirchheim (Kirchum). Vgl. D. Kaufmann, Jair Chajim Bachrach und seine Ahnen, Trier 1894, S. 6,12; Epstein im Kaufmann-Gedenkbuch, Breslau 1900, S. 291 ff.; Lewysohn, נפשות צדיקים Frankfurt a. M. 1855, S. 7. Dann der schon oben angeführte Kirchhainer Vorsteher David b. Chaim11. Im Kirchhainer Memorbuch findet sich Chajim b. David Kirchhan, gest. 1772 (wahrscheinlich der Sohn des פרנם), wie auch unser Elchanan b. Wolf Kirchhain, Verfasser des Simchat Hanefesch12. Unter den Studenten der Universität Frankfurt a. Oder befindet sich ein Salomo Aron Kirchheim13.[ Jedenfalls gehen diese Bezeichnungen eher auf den Wohnort als auf den Familiennamen. Der schon erwähnte Vorsteher David wird bald als דוד םקירכהן, bald als דוד קירכהן bezeichnet11. Im 14.—15. Jahr- 1 Alle Zitate aus dem Konstitutenbuche sind hier nach der ursprünglichen hebräischen Paginierung eingeführt. Vgl. hierüber Hildesheim. Jub. a. a. O. S. 71.' 2 Auf das Konstitutenbuch hat mich Herr Dr. Rabin-Breslau, der dessen Edition vorbereitet, aufmerksam gemacht und mir freundlichst hierin Einblick gewährt, wofür ihm auch hier Dank ausgesprochen sein soll. 3 Konstitutenbuch, S. 14, 18, 20, 23, 25, 29. 4 und 5 Konstitutenbuch, S. 27. י 6 und 7 Konstitutenbuch,S.45—47,1734דודקירכהן1738 דודםןחייםמקירכהן. 8 Vgl. Horowitz in MGWJ 1910, S. 518 und Nachbemerkung des Prof. Brann, ibid. S. 534. '9 Dietz: Stammbuch der Frankfurter Juden, Frankfurt a. M. 1907, Nr.306. 10 Cod. 123 der Handschriftensammlung der Bibliothek des Jüd.-theol. Seminars zu Breslau. 11 Konstitut, a. a. O., S. 45—47. 12 S. Salfeld: Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches, Bin. 1898, S. XXXII. 13 Vgl. L. Lewin: Die jüdischen Studenten an der Universität Frankfurt a. Oder im Jahrbuch der Jüdisch-literarischen Gesellschaft XVI, Frankfurt a.M. 1924, S. 47 und Fußnote 2.

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