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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 5 · p. Seite 555

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 555 (sequence 4)
Language
German
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555 hundert stoßen wir auf Christen mit der Bezeichnung de Kirchen, von Kirchheim, von Kirchen1. Mit Recht wird die Behauptung der M. Fleiß2, wonach der Verfasser wie auch sein Vater und Großvater Rabbiner gewesen waren, durch den Herausgeber widerlegt. Sehr wichtig ist seine Zusammenstellung des bibliographischen Materials, das weder bei Ben-Jakob noch bei Steinschneider im Cat. Bodl. vollständig enthalten ist3. Ergänzungen zu der Bibliographie hat I. Riwkind in ,,Unser Buch“, New York 1926, Nr. 3, S. 192—193 geliefert. (Nebenbei: Die Sulzbacher Ausgaben der Jahre 1794, 1797 des I. Teiles Simchath Hanefesch — bisher von den Bibliographen nicht erwähnt — sind jetzt im Katalog Nr. 15 des Antiquariats S. Halpern, Amsterdam, angegeben.) Bezüglich des Buches חידושים מספר אלחנן scheinen die Angaben des Kataloges Or Chajim darin Recht zu behalten4, daß die Ausgabe Offenbach 1731 eine zweite Auflage und nicht, wie Fürst, Ben-Jakob und Zedner behaupten, der zweite Teil des im Jahre 1722 erschienenen Buches ist. Das auf dem Titelblatte erwähnte “ייחלק שני ist, wie aus der Einleitung hervorgeht5, eine zweite Auflage. Daß dieser Kommentar mit Genesis beginnt, scheint auch nicht für einen zweiten Teil eines Pentateuchkommentars zu sprechen. Vergeblich versucht Schatzki Henle Kirchhain als selbständigen Dichter hinzustellen. Simchath Hanefesch ist, wie der größte Teil der älteren jiddischen Literatur, eine Kompilation aus verschiedenen Büchern und Volkserzählungen6. Durch eine genaue kritische Analyse der Quellen kann man Selbstgeschaffenes von Uebernommenem unterscheiden. Seine Gegnerschaft gegen Verschwendungssucht und Luxus, namentlich der Frauen7, teilt Elchanan mit den meisten seiner Zeitgenossen8. Es wäre auch noch festzustellen, ob er nur seine Lieder den vorhandenen Melodien angepaßt oder ob er Bruchstücke vorhandener Volksgedichte in seine Werke aufgenommen hat. Ein Vergleich mit den jiddisch geschriebenen Teilen des Konstitutenbuches der hessischen Judenschaft würde für die Philologie von Bedeutung sein. Wenn so auch manches nicht befriedigt, muß dennoch anerkannt werden, daß diese Ausgabe ein wichtiger Beitrag zur Erforschung der älteren jiddischen Literatur ist. Die äußere Ausstattung des Buches kann rühmend hervorgehoben werden. Breslau. B. Weinryb. Jewish Studies in Memory of Israel Abrahams by the Faeulty and Visiting Teaeliers of the Jewish Institute of Religion«, Published under the Auspices of the Alexander Kohut Memorial Foundation. New York Press of the Jewish Institute of Religion 1927. LXVI -j- 458 -j- 1 Seiten, 8°. Mit einem Bildnis Israel Abrahams. Dieses schön ausgestattete Buch ist das erste umfangreiche Werk, welches das Jewish Institute of Religion mit Hülfe der Alexander-Kohut-Gedächtnis- Stiftung, welche in der alten und neuen Welt gleichmäßig der Wissenschaft des Judentums die größten Dienste leistet, bisher veröffentlicht hat. Nach dem Vorwort des Herausgebers G. A. Kohut und des Präsidenten des Instituts 1 Boos: Urkundenbuch der Stadt Worms, Bd. I, S. 82, Bd. II, S. 294^, 66243. 781, Bd. III, 671. 2 Fleiß, a. a. O. S. 18. 3 In dem Exemplar der Warschauer Ausgabe vom Jahre 1894 des 1. Teiles des Simchath Hanefesch, das ich gesehen habe (in der Bibliothek des Jüd.-theol. Seminars zu Breslau) befindet sich ein zweites Titelblatt, als dessen Erscheinungsjahr 4)188 תר״מד) angegeben ist. Es gelang mir aber nicht festzustellen, ob eine Ausgabe aus diesem Jahr existiert. 4 Katalog des יוסף מיכל, Frankfurt a. M. 1891. 5 להדפיס ספר אלחנן אשר ישנו פה שכבר הדפסתי* בשנת ת״פב ... Das Buch befindet sich in der Bibliothek des Jüd.-theol. Seminars zu Breslau. 6 Vgl. M. z. J. Volkskunde, Jahrg. 1911, H. 37—40, S. 37. 7 Simchath Hanefesch, Bd. I. 8 Konstitutenbuch a. a. O. S. 34: Verordnung und Aufruf in diesem Sinne.

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